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Zur frühzeitigen Erkennung der klassischen Geflügelpest wurden im Dezember 2005 für bestimmte Geflügelhaltungen die Bestimmungen der Geflügelpestverordnung erweitert. Betroffen sind sämtliche Halter von Geflügel (Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten, Gänse) mit mehr als hundert Tieren, die nicht ausschließlich in Ställen gehalten werden. Diese Halter müssen ihre Tiere jeweils im Zeitraum vom 15. März bis 31. Mai und vom 15. Oktober bis 15. Dezember eines jeden Jahres auf das Influenza-A-Virus der Subtypen H5 und H7 untersuchen lassen. Werden Gänse oder Enten gehalten, sind 15 Tiere je Bestand zu untersuchen, in allen übrigen Haltungen von Geflügel ohne Gänse und Enten sind 10 Tiere je Bestand zu untersuchen. Diese neuen Vorschriften haben auch diejenigen, die unabhängig von der Bestandsgröße gewerbsmäßig Geflügel züchten und diese nicht ausschließlich in Ställen halten, zu beachten.

Die Blutprobennahmen führen die praktizierenden Tierärztinnen und Tierärzte auf Anforderung der Geflügelhalter durch. Die Proben werden im Landesuntersuchungsamt, Blücherstr. 34, 56073 Koblenz untersucht.

 

Was ist sonst noch zu beachten?

 

1. Fütterung

Die Fütterung von Geflügel darf nur an Stellen erfolgen, die für wildlebendes Wassergeflügel, Küstenvögel und Möwen nicht zugänglich sind.

 

2. Registerführung

Geflügelhalter haben alle Zu- und Abgänge von Geflügel, Name und Anschrift des Transportunternehmers, des bisherigen Besitzers bzw. Erwerbers, Datum des Zu- bzw. Abgangs sowie die Art des Geflügels einzutragen. Weiterhin sind einzutragen, wenn mehr als 100 Stück Geflügel gehalten werden, die pro Werktag verendeten Tiere, und wenn mehr als 1000 Stück Geflügel gehalten werden, je Werktag zusätzlich die Gesamtzahl der gelegten Eier. Die Register sind mindestens drei Jahre lang aufzubewahren.

 

3. Ursachenforschung bei vermehrten Todesfällen

Treten innerhalb von 24 Stunden in einem Geflügelbestand Verluste von mindestens drei Tieren bei einer Bestandsgröße von bis zu 100 Tieren oder mehr als 2 Prozent der Tiere bei einer Bestandsgröße von über 100 Tieren auf oder kommt es zu einer erheblichen Veränderung der Legeleistung oder der Gewichtszunahme, so hat der Besitzer unverzüglich tierärztlich die Ursache feststellen zu lassen. Dabei ist immer auch auf Influenza-A-Virus der Subtypen H5 und H7 zu untersuchen.

 

4. Schutzkleidung

Der Besitzer hat sicherzustellen, dass jede Person, die gewerbsmäßig bei der Ein- oder Ausstallung von Geflügel tätig ist, vor Beginn der Tätigkeit gereinigte Schutzkleidung oder Einwegkleidung anlegt und diese während der Ein- oder Ausstallung trägt. Die Schutzkleidung ist unverzüglich nach Gebrauch vom Besitzer zu reinigen und zu desinfizieren; Einwegkleidung hat er unverzüglich nach Gebrauch unschädlich zu beseitigen.

 

5. Einhaltung bestimmter seuchenhygienischer Maßnahmen

Wenn mehr als 1000 Stück Geflügel gehalten werden, müssen die Ställe gegen unbefugten Zutritt gesichert sein, betriebsfremde Personen dürfen nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegkleidung die Ställe betreten, des Weiteren sind regelmäßige Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen sowie eine regelmäßige Schadnagerbekämpfung durchzuführen.

 

Für weitere Fragen stehen die Mitarbeiter des Fachbereichs Veterinärdienst und Lebensmittel der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich (Tel. 06571 – 14353) zur Verfügung.