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„Nur ein kleines Glas Sekt, brauche ich für den Kreislauf!“ Doch gerade in der Schwangerschaft hat das nachhaltige Auswirkungen auf das Ungeborene. Pflegekinder sind häufig von den Konsequenzen des Alkoholmissbrauchs in den ersten Lebensmonaten betroffen: Fetales Alkoholsyndrom (FAS). Zehn Pflegeelternpaare und Fachkräfte des Pflegekinderdienstes nutzen im Mehrgenerationenhaus in Wittlich ein Fortbildungsangebot zu diesem Thema. Nach Schätzungen des Drogenbeauftragten kommen in Deutschland jährlich etwa 10.000 Babys mit alkoholbedingten Schädigungen auf die Welt, mehr als 2.000 Kinder weisen, einer schwerwiegenden geistigen und körperlichen Behinderung, auf. Damit gehört es zu den häufigsten bereits bei der Geburt vorliegenden Behinderungen in Deutschland. Schon geringe Mengen an Alkohol rufen körperliche, geistig-intellektuelle, soziale und emotionale Störungen in unterschiedlich starken Ausprägungen hervor. „Wenn die Diagnose bekannt ist“, so die Referentin Lydia Weber, „wird ein Kind sich lebenslang damit auseinander setzen müssen, denn FAS ist nicht heilbar. Die meisten Betroffenen benötigen ihr ganzes Leben lang eine spezielle Betreuung.“ Während die Eltern sich mit den Konsequenzen auseinander setzen, konnten die Betreuungsfachkräfte des Deutschen Kinderschutzbundes im Rahmen der Kinderbetreuung die Erfahrung machen, welche besondere Herausforderung sich hier tagtäglich für Eltern stellt. Das Team veranstaltete mit den Kindern einen Spieletag. Auf diese Art kamen die Kinder untereinander in Kontakt und erlebten, dass auch andere, so wie sie, in Pflegefamilien aufwachsen. Der Pflegekinderdienst im Deutschen Kinderschutzbund Bernkastel-Wittlich arbeitet in Kooperation mit der Kreisverwaltung und bietet Qualifizierungsseminare, Fortbildungen und Aktionen für Pflegeltern an. Neue Pflegeeltern werden dringend gesucht. Informationen: Julia Kern (Dipl. Päd.), Tel.: 06571 969262.