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Der Beirat für Menschen mit Behinderungen des Landkreises Bernkastel-Wittlich besteht seit 2005. Die 15 Mitglieder werden jeweils für die Legislaturperiode des Kreistages auf Vorschlag der Fraktionen vom Kreistag gewählt. Voraussetzung für die Wahl in den Beirat ist, dass nach dem Schwerbehindertenrecht ein Grad der Behinderung von mindestens 50 Prozent beim Mitglied selbst oder bei einem nahen Angehörigen vorliegt.

Als Interessensvertretung für die Belange der Menschen mit Behinderungen hat sich der Beirat zum Ziel gesetzt, die Umsetzung der bestehenden UN-Behindertenrechtskonvention, der die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2009 beigetreten ist, im Landkreis zu erreichen. Mit konkreten Maßnahmen der Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft auf der kommunalen Ebene soll nach dem Willen des Beirats eine Bewusstseinsbildung für die selbstverständliche Berücksichtigung von Belangen von Menschen mit Behinderungen bei baulichen und sonstigen Aktivitäten von Beginn der Planung an erfolgen. Bei Baumaßnahmen des Landkreises in Schulen, anderen kreiseigenen Gebäuden und Straßen wird der Beirat wegen einer bestmöglichen Umsetzung der Barrierefreiheit immer beteiligt und um Rat gefragt. Soweit erforderlich werden die Vorschläge und Maßnahmen in einem Ortstermin auf der Baustelle mit den verantwortlichen Personen erörtert und Lösungsvorschläge gemeinsam erarbeitet. In Selbstverwaltungsangelegenheiten des Landkreises kann der Beirat seine Anliegen in den Kreistag einbringen. Die Bauingenieurin Larissa Bläser-Stangier vom Fachbereich Bauen und Umwelt der Kreisverwaltung berät und unterstützt den Beirat zu Fragen der baulichen Barrierefreiheit.

Über diese satzungsgemäßen Aufgaben hinaus scheut sich der Beirat nicht, auch bei ihm bekanntwerdenden Baumaßnahmen an öffentlich zugänglichen Objekten, die die Interessen der Menschen mit Behinderungen nicht ausreichend berücksichtigen, seine Unterstützung anzubieten. Artur Greis als Vorsitzender des Beirats geht dann regelmäßig auf die verantwortlichen Bauträger zu und bietet die Beratung durch den Beirat für Menschen mit Behinderungen an. Für ihn ist es ebenso selbstverständlich zu beraten, wenn Bauträger von sich aus auf ihn zukommen und um Beratung zur Barrierefreiheit anfragen. Dem Beirat ist bewusst, dass nicht bei jeder Baumaßnahme die Barrierefreiheit in wünschenswertem und erforderlichen Umfang umgesetzt werden kann, etwa, weil Topografie oder Gegebenheiten am Bestand dies nicht zulassen. Die privaten oder öffentlichen Bauträger konnten aber auch oft feststellen, dass barrierefreies Bauen keine zusätzlichen Kosten verursacht, wenn von Anfang der Planung an die Barrierefreiheit berücksichtigt wird, oder, dass mit einfachen und wenig Aufwand verursachenden Handlungen Barrierefreiheit erreicht werden kann. In den zwölf Jahren seiner bisherigen Tätigkeit konnten durch die Aktivitäten des Beirats viele Verbesserungen in der baulichen Barrierefreiheit erreicht werden. Als Beispiele seiner Beteiligung können hier genannt werden: Bau der Mensa und Schulbibliothek am Cusanus-Gymnasium und des Eventum in Wittlich, Verbesserungen im Kreishaus im Rahmen der Sanierung der Eingangshalle, Baumaßnahme „Stadt am Fluss“ in Wittlich, Baumaßnahmen am Mosel-ufer in Bernkastel-Kues, Sanierung und Umbau der Burg Landshut in Bernkastel-Kues, Sanierung und Umbau der Verbandsgemeindeverwaltung Bernkastel-Kues.

Neben dem Aufgabenschwerpunkt barrierefreies Bauen ist der Beirat für Menschen mit Behinderungen durch seinen Vorsitzenden in Gremien des Landkreises vertreten, die sich mit dem Aufbau von Angeboten zur Betreuung und Pflege von behinderten und älteren hilfebedürftigen Menschen im Landkreis befassen, so der regionalen Pflegekonferenz, dem Beirat für Psychiatrie, der Besuchskommission nach dem PsychKG für die psychiatrische Abteilung im Verbundkrankenhaus Bernkastel-Wittlich und dem Steuerungskreis der regionalen Teilhabeplanung Eingliederungshilfe. Darüber hinaus nimmt er regelmäßig an Gesprächen auf Landesebene teil, zu denen der Landesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen einlädt. In den jährlich 3- bis 4-mal stattfindenden Sitzungen des Beirats werden die vielfältigen Themen vom Beirat beraten sowie Lösungsvorschläge erarbeitet und an die verantwortlichen Stellen weitergegeben.

Es ist dem Beirat für Menschen mit Behinderungen ein großes Anliegen, wenn im Landkreis Bernkastel-Wittlich auf allen örtlichen Ebenen und von allen Verantwortlichen die Bedürfnisse und Interessen von Menschen mit Behinderungen bei baulichen und sonstigen Aktivitäten einbezogen werden. Damit kann diesen Menschen ein inklusives Leben in ihrem gewohnten Umfeld und eine Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft in ihrer Gemeinde auf lange Zeit ermöglicht werden. Dafür wird sich der Beirat auch weiterhin einsetzen.