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Vom Gesetzgeber wird seit 2015 flächendeckend eine getrennte Erfassung von Bioabfällen beschlossen. Da die Einführung einer Biotonne für die Bürger mit zusätzlichen Kosten, erhöhtem Platzbedarf für eine zusätzliche Tonne und teils erheblichen Hygieneproblemen wie Madenbefall oder Geruchsbelästigung verbunden wäre und die ökologischen Ziele einer Getrennterfassung in der Region Trier im Rahmen des Abfallwirtschaftskonzeptes weitestgehend erfüllt werden, hat sich der Zweckverband Abfall in der Region Trier (A.R.T.) mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord auf einen Kompromiss geeinigt, die getrennte Sammlung von Bioabfällen mit einem Bringsystem umzusetzen. Den Bürgerinnen und Bürgern des Verbandsgebietes wird in Zukunft die Möglichkeit geboten, ihre Bio-abfälle ohne zusätzliche Kosten in einer Biotüte an den Grüngut-Sammelstellen im Verbandsgebiet abzugeben. Der A.R.T. wird in Kürze ausführlich über das Bringsystem für Bioabfälle informieren.

Zum Thema „Zukünftige Biomasseverwertung in der Region Trier“ veranstaltete der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) am 29. September 2017 einen Workshop in Trier. Am Workshop nahmen namhafte Vertreter der Abfallwirtschaft teil. Unter Leitung von Prof. Dr. Pretz, Institut für Aufbereitung und Recycling, RWTH Aachen und in Anwesenheit der Landräte Eibes, Schartz und Thiel startete die Veranstaltung hochkarätig.

Verbandsdirektor Dr. Max Monzel stellte in seiner Einführung die für den Verband wesentliche Bedeutung der energetischen und stofflichen Nutzung von regional verfügbarer Biomasse heraus. Auch Dr. Kleemann, Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD-Nord), betonte die Notwendigkeit einer hochwertigen Bioabfallverwertung in seinem Grußwort.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden die circa 50 Gäste (Wissenschaftler, Anlagenbetreiber, Energieversorger, Behördenvertreter und Ingenieurbüros) auf zwei Arbeitsgruppen aufgeteilt. Diese arbeiteten an verschiedenen Thementischen intensiv an definierten Fragen rund um die zukünftige Biomasseverwertung in der Großregion. Die erste Gruppe wurde dabei von Markus Hertel (bifa Umweltinstitut, Augsburg) geleitet und befasste sich mit dem Thema „Zentrale Verwertung von Klärschlamm, Biomasse aus getrocknetem Siedlungsabfall und komplementären Stoffströmen im EVZ Mertesdorf“.

Unter Leitung von Prof. Dr. Emmerling, Bodenkunde, Universität Trier beschäftigte sich die zweite Gruppe mit dem Thema „Ökoeffiziente Verwertungsmöglichkeiten von Biogut aus Haushalten und Grüngut unter Berücksichtigung der Gebietsstruktur im Verbandsgebiet des A.R.T.“

Ziel der Workshops war es, möglichst viele Ideen und Anregungen zu sammeln, mit deren Umsetzung eine nachhaltige Verbesserung der Ökobilanz des Zweckverbandes A.R.T. angestrebt werden könnte. Dabei lag der Fokus vor allem auf der Nutzung von Synergieeffekten im EVZ Mertesdorf (zentrale Verschaltung von Anlagentechnik zur Behandlung von biogenen Abfallfraktionen). Zusätzlich wurde eine Kaskadennutzung von Stoffströmen wie zum Beispiel Klärschlamm, krautigem Grüngut, Biogut aus dem Bringsystem, Altholz, Siebüberlauf, Tannenbäumen und Wurzelstöcken intensiv diskutiert.

Die angeregten Diskussionen aus den verschiedensten Blickwickeln der Teilnehmer haben einmal mehr gezeigt, dass „Biomasse“ und deren Verwertungsmöglichkeiten einen wichtigen Baustein zur Steigerung der Ökoeffizienz darstellen. Über die weiteren Entwicklungen wird der A.R.T. dauerhaft informieren.