Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
Gerd Bayer und Peter Kickartz präsentierten gemeinsam mit Landrätin Beate Läsch-Weber ihr Buch über die Bildhauer Josef und Bernward Kickartz.

Gerd Bayer (l.) und Peter Kickartz (r.) präsentierten im Alten Sitzungssaal der Kreisverwaltung gemeinsam mit Landrätin Beate Läsch-Weber (m.) ihr Buch über die Bildhauer Josef und Bernward Kickartz.

Mit einer reich illustrierten Dokumentation erinnern die Autoren Gerd Bayer und Peter Kickartz an das Werk der bedeutenden Bildhauer Josef und Bernward Kickartz aus Wittlich. Beide führten rund 35 Jahre, seit 1925 bis 1960, eine überregional angesehene Bildhauerwerkstatt in der Kreisstadt Wittlich.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kultur im Kreishaus” wurde das Buch „Die Bildhauer Josef und Bernward Kickartz - Leben für die Kunst” nun erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Zahlreiche Kulturinteressierte erlebten im Alten Sitzungssaal einen interessanten Diavortrag über die Biografie und das beeindruckende Schaffen der beiden Bildhauer.

Josef Kickartz wurde am 23. Juli 1885 in Hommersum/Kleve geboren. Nach dem Abitur entschied er sich für ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf. Seine erste Anstellung als Bildhauer hatte er in Sigmaringen. Daran schloss sich eine Beschäftigung in der bekannten Bildhauerfirma Mettler in Morbach an. 1925 machte Josef Kickartz sich mit seinen Werkstätten für christliche Kunst in Wittlich selbständig.

Viele Werke von Josef Kickartz sind in der Öffentlichkeit bekannt, ohne dass sie mit seinem Namen in Verbindung gebracht werden. So verdankt ihm die Klosterkirche in Springiersbach unter anderem die Propheten Elias und Elisäus und die Skapuliermadonna des Hochaltars. Ein Judas Thaddäus, ein Antonius von Padua, eine Weihnachtskrippe und die Figur des heiligen Josef mit Jesuskind entstanden für St. Markus in Wittlich und für die Pfarrkirche St. Brixius in Bernkastel-Kues die Statue der heiligen Anna. Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus den beachtlichen bildhauerischen Arbeiten von Josef Kickartz. Josef Kickartz beherrschte dabei die Formensprache aller Epochen und machte sich bis zu seinem Todesjahr 1949 neben seinen sakralen Kunstwerken auch einen Namen mit seinen Plastiken, Figurengruppen und mit Möbelkunst.

Sein Sohn Bernward Kickartz, Geburtsjahrgang 1922, trat nach der mittleren Reife eine Lehre im väterlichen Betrieb an. Nach dem 2. Weltkrieg arbeitete er in der Werkstatt seines Vaters künstlerisch weiter, die er auch nach dessen Tod weiterführte. In seiner künstlerischen Arbeit setzte Bernward Kickartz zunächst die Tradition der väterlichen Werkstatt fort. Er entwickelte sich später mit seinem großflächigeren, mehr reduzierten Stil, zum „modernen Bildhauer” weiter. Die Kommunionbank in Erden, die Ehrentafel für die Opfer der beiden Weltkriege in Kinderbeuern und die Statue des heiligen Josef für die Pfarrkirche in Platten sind nur einige der beeindruckenden Werke, die er bis zur Aufgabe seiner Bildhauerwerkstatt im Jahre 1960 schuf. Er starb 1966.

Bei seiner „Spurensuche” hat Peter Kickartz in 25 Orten des Landkreises und in 116 Ortschaften deutschlandweit sowie in Belgien, Frankreich und Luxemburg mehr als 500 Bildhauerarbeiten seines Großvaters und seines Vaters entdeckt und ein Werksverzeichnis erstellt. Als erfahrener Heimatforscher und Buchautor unterstütze Gerd Bayer ihn bei dieser Spurensuche und brachte die Spuren in Buchform.

Die im Eigenverlag herausgegebene Publikation mit zahlreichen Farbfotos kostet 8,90 Euro und wurde unterstützt vom Kulturförderprogramm des Kreises, der Stiftung Stadt Wittlich und der Förderung der Heimatpflege und -forschung der Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf. Informationen: Gerd Bayer, Telefon 06532/4839.