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Der Ebola-Ausbruch in Westafrika beherrscht derzeit die Nachrichtenlandschaft. In nahezu allen Medien wird über die grassierende Epidemie berichtet. Mit nachfolgenden Fragen und Antworten möchte der Fachbereich Gesundheit der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich zur Aufklärung beitragen.

 

Was ist Ebola?

Ebola ist eine schwerwiegende, ansteckende, oft tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch das Ebolavirus (EV) verursacht wird. Ebola gehört zu der Krankheitsgruppe, die man als viral hämorrhagische Fiebererkrankungen bezeichnet. Sie zeichnen sich durch unstillbare Blutungen in der späten Krankheitsphase aus.  

 

Wird nur der Mensch von Ebolaviren befallen?

Der natürliche Wirt, das Reservoir, ist bis heute nicht eindeutig gesichert. Wissenschaftler vermuten, dass sich Ebolaviren in Flughunden vermehren, ohne selbst daran zu erkranken. Die Flughunde wiederum stecken Menschenaffen und einige afrikanische Antilopenarten an.

 

In welchen Ländern kommt Ebola vor und wo findet der aktuelle Ausbruch statt?

Ebola ist eine vergleichsweise seltene Erkrankung, die bisher fast ausschließlich in Ländern Zentral- und Westafrikas und sehr vereinzelt durch Laborunfälle außerhalb dieser Region aufgetreten ist.  Der aktuelle Ausbruch (2014) betrifft bisher vier Länder in Westafrika: Guinea (Conakry), Sierra Leone, Liberia und seit kurzem Nigeria. Über den untenstehenden Link kann man die aktuellen Ausbruchsorte verfolgen: http://www.who.int

 

Wie wird Ebola übertragen?

Bei der Jagd und durch Zubereitung und Verzehr von Antilopen und Affen, insbesondere von nicht ausreichend gegartem Affenfleisch wird vermutlich eine Epidemie in Gang gesetzt. In der Folge wird dann das Virus von Mensch zu Mensch übertragen. Besonders gefährdet sind Menschen mit engem Kontakt zu Ebolapatienten, meist Familienangehörige, die Patienten pflegen und medizinisches Personal ohne ausreichende Schutzmaßnahmen. Die Übertragung erfolgt über direkten Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten eines Patienten wie Erbrochenes, Stuhl, Speichel, Schweiß, Urin oder über Gegenstände, die mit infektiösen Flüssigkeiten in Kontakt gekommen sind (wie z. B. Nadeln, Operationsbesteck, Bettwäsche). Der Leichnam eines Ebolapatienten ist ebenfalls noch infektiös. Über Laborunfälle in industrialisierten Staaten ist berichtet worden, sie sind aber sehr selten.

Kann Ebola durch die Luft übertragen werden?
Nein. Ebola kann nicht wie etwa die Grippe über die Luft übertragen werden.

Kann man sich über Lebensmittel oder Wasser in Deutschland mit Ebola infizieren?
Nein. Ebola wird in Deutschland nicht über Lebensmittel oder Wasser übertragen.

Kann man sich bei jemandem anstecken, der infiziert ist aber noch nicht erkrankt?
Nein. Infizierte ohne Symptome sind nicht ansteckend.

 

Wie lang ist die Inkubationszeit?

Typischerweise verstreichen 8 bis 10 Tage zwischen Ansteckung und dem Auftreten der ersten Symptome, mindestens 2 und maximal 21 Tage.

 

Wie hoch ist die Sterblichkeit?

Sie beträgt 30 bis 90 Prozent. Der aktuelle Ausbruchsstamm hat eine Sterblichkeit von ca. 50 bis 60 Prozent.

 

Welches sind die Symptome?

Die Frühsymptome ähneln einem grippalen Infekt: Fieber, Kopfschmerz, Muskel- und Gelenkschmerz, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Im Verlauf können weitere Symptomen hinzukommen, die jedoch nicht immer alle auftreten müssen: innere und äußere Blutungen (Hämorrhagien), die massiv sein können, Hautexanthem, Rötung der Bindehaut, Halsschmerzen, Brustschmerzen, Schluckbeschwerden und Atemnot.

 

Welche anderen Krankheiten kommen bei Reiserückkehrern aus Ländern mit Ebola?
Bei allen Reiserückkehrern aus diesen Ländern sollten Malaria und Denguefieber ausgeschlossen werden.

 

Wie wird Ebola festgestellt?

Die Diagnose ist aufwendig und erfolgt molekulargenetisch (PCR), auch mittels Antigen- und Antikörper-ELISA sowie die direkte Virusisolation. Diese Untersuchungen werden in Deutschland von nur drei Laboren unter höchsten Sicherheitsstandards durchgeführt.

 

Wie ist die Therapie?

Es gibt keine zugelassene spezifische Therapie, die Behandlung ist ausschließlich symptomatisch und zielt auf kreislaufstützende Maßnahmen und die Behandlung von Komplikationen. In Amerika werden derzeit neue Medikamente an Patienten erprobt.

 

Wie lang ist die Ansteckungsgefahr?

Einige Tage nach Abklingen der Symptome gelten Patienten als nicht mehr ansteckend, wobei die genaue Dauer unbekannt ist. Nach Desinfektionsmaßnahmen können Patienten zu ihren Familien zurückkehren. Übertragungen durch Sperma beim Geschlechtsverkehr sind möglich bis 7 Wochen nach Genesung.

 

Wie kann man Ansteckungen verhindern?

Selbstverständlich sollte direkter Kontakt zu einem Ebola-Patienten vermieden werden. Medizinisches Personal, das einen Patienten betreut, muss strenge Hygiene- und Isolationsvorschriften einhalten. Dazu gehört die Verwendung von Kittel, Handschuhen, Schutzbrille und Atemmaske.

 

Gibt es eine effektive Impfung gegen Ebola?

Ein zugelassener Impfstoff steht nicht zur Verfügung.

 

Wie groß ist eine Ansteckungsgefahr auf einer Reise nach Westafrika?

Sie ist nicht sehr groß. Das Risiko liegt deutlich unter gängigen Reiserisiken wie die eines Verkehrsunfalls. Das Auswärtige Amt hat aber dringende Reisewarnungen für Guinea, Liberia, Sierra Leone und Teile Nigerias ausgesprochen, die auch damit begründet werden, dass sich die Sicherheitslage infolge der Ebolaepidemie verschlechtert hat. Direkter Kontakt zu Patienten vor Ort und Tierkadavern sowie der Verzehr von „Bushmeat“ sind selbstverständlich zu vermeiden.

 

Was muss ein Patient tun, der Ebola bei sich vermutet?

Sehr wichtig ist es, die Ruhe zu bewahren. Die Wahrscheinlichkeit einer Ebolaerkrankung außerhalb Afrikas ist extrem niedrig. Telefonische Kontaktaufnahme mit einem Arzt mit genauer Beschreibung der Symptome, der Reiseorte und Reisedauer. Sollte ein Arzt den Verdacht bestätigen, sollte man vor Ort medizinische Hilfe in Anspruch nehmen und die Ansteckung anderer Personen vermeiden, z.B. keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.

 

Was muss ein Arzt bei einem Verdacht auf Ebola tun?

Auch hier gilt es angesichts der geringen Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung an Ebola außerhalb Afrikas, Ruhe zu bewahren. Die Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Gesundheitsamt ist erforderlich. Viele scheinbare Verdachtsfälle können bereits telefonisch entkräftet werden. Bei anhaltendem Verdacht bleibt der Patient, sofern medizinisch vertretbar,  vorerst vor Ort (z. B. zu Hause, Krankenhausstation in Isolation). Eine Einweisung in eine Rettungsstelle und Transporte sollten vorerst vermieden werden, um Ansteckungen zu verhindern.

 

Welche Risikogruppen gibt es?

Menschen, die direkten Kontakt mit Ebolapatienten hatten. Dies sind hauptsächlich Menschen, die beruflichen Kontakt mit Patienten und unzureichende Schutzmaßnahmen vorgenommen haben. Dies trifft auf nur sehr wenige Menschen in Europa zu.

 

Wichtige Informationen, die erhoben werden müssen:

- Name und Alter des Patienten

- Genauer Zeitraum des Aufenthaltes in einem Ebolagebiet (dies sind zur Zeit nur Guinea, Sierra Leone und Liberia und Nigeria) (Stand: 08.08.2014)

- Genaue Angabe der Reiseroute

- Lebensumstände (z.B. Tourismus/Hotel, berufliche Tätigkeit im Endemiegebiet, Besuch bei Verwandten in Risikogebieten)

- Genaue Angaben über Beschwerden/Symptome und deren Beginn und Schwere.  

- Angabe von Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahme (Malariaprophylaxe? Impfungen)

Gibt es in Deutschland zur Zeit an Ebola erkrankte Patienten?
Nein.

Was wird getan, um zu verhindern, dass an Ebola Erkrankte von Westafrika nach Europa reisen?
An den Flughäfen der von der Ebolaepidemie betroffenen Länder werden Passagiere auf Krankheitssymptome untersucht. Außerdem ist den internationalen Gesundheitsvorschriften zufolge der Flugzeugpilot verpflichtet, schwerkranke Patienten zu melden, so dass am Zielflughafen sofort Maßnahmen zur Isolierung des Erkrankten und zur Erfassung von Kontaktpersonen ergriffen werden können.

 

Weitere Informationen finden Sie auf folgenden Internetseiten:

 

 

Robert-Koch-Institut (RKI) http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/E/Ebola/Ebola_node.html

 

Weltgesundheitsorganisation (englischsprachig) http://www.who.int/csr/disease/ebola/en/

 

US-Bundesgesundheitsbehörde CDC – Centers for Disease Control and Prevention

http://www.cdc.gov/vhf/ebola/index.html?s_cid=cdc_homepage_feature_001

 

Quellen: WHO, CDC, C. Isner, Charité

 

Ansprechpartner im Landkreis Bernkastel-Wittlich:

Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich
Fachbereich Gesundheit
Herr Dr. med. Hans-Christoph Schlichting
Amtsarzt, Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen
Kurfürstenstr. 67, 54516 Wittlich
Telefon: 06571/14-2459 oder 06571/14-2434
E-Mail: Hans-Christoph.Schlichting[at]Bernkastel-Wittlich.de oder gesundheitsamt[at]Bernkastel-Wittlich.de