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Über 100 Teilnehmer erschienen zur Zukunftskonferenz „Zu Hause alt werden“, zu der Landrätin Beate Läsch-Weber (Mitte) eingeladen hatte

Auf Einladung von Landrätin Beate Läsch-Weber fand in den Räumen der Berufsbildenden Schule in Wittlich eine ganztägige Zukunftskonferenz zum Projekt „Zu Hause alt werden“  des Landkreises Bernkastel-Wittlich statt.

Mit der vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen mit einem Zuschuss geförderten Zukunftskonferenz beteiligt sich der Landkreis als eine von 10 Modellkommunen an der modellhaften Erprobung der Pflegestrukturplanung in Rheinland-Pfalz.

„Der Landkreis Bernkastel-Wittlich will entsprechend dem Auftrag des Kreistages vom 15.12.2008 mit dem Projekt „Zu Hause alt werden“ den Paradigmenwechsel von der leistungsorientierten zur wirkungsorientierten Hilfe unterstützen“, so Landrätin Beate Läsch-Weber in ihrer Begrüßung der über 100 erschienen Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Der Einladung gefolgt waren u. a. Mitglieder des Beirates für Menschen mit Behinderungen, des Beirates für Seniorinnen und Senioren und der Projektgruppe Integration des Landkreises Bernkastel-Wittlich, des Ausschusses für soziale Angelegenheiten und Gesundheit und der Regionalen Pflegekonferenz. Auch Mitarbeitende der Arbeitsgemeinschaft Ehrenamt, Freiwilliges Engagement und Selbsthilfe des Netzwerks LandkreisAktiv sowie  Koordinatoren, SeniorTrainer und Sicherheitsberater befanden sich unter den Anwesenden. Die  Anbieter ambulanter und stationärer Leistungen, die ehrenamtlich in der Altenhilfe, in der Pflege und in der Behindertenhilfe Tätigen, die Vertreter der Ärzteschaft, der Beratungs- und Koordinierungsstellen, des medizinischen Dienstes der Krankenkassen, der Wohlfahrtsverbände, der Kirchen und der Gesundheitswirtschaft waren vertreten, ebenso kommunale Mandatsträgerinnen und Mandatsträger. Landrätin Beate Läsch-Weber betonte, dass zu Hause alt zu werden der mehrheitliche Wunsch der Deutschen sei. Der Aufgabe, hierfür die Voraussetzungen zu schaffen bzw. zu verbessern, wolle man sich im Kreis Bernkastel-Wittlich stellen.

Claudia Hennes vom externen Beratungsbüro „transfer - Unternehmen für soziale Innovation“, das den Zuschlag für die Durchführung des Projektes erhalten hat, stellte die Eckpunkte der Pflegestrukturplanung im Landkreis vor. Diese besteht aus den Säulen eines Datenreports, der Zukunftskonferenz sowie weiteren Workshops und eines wirkungsorientierten Ideenwettbewerbs. Die Projekte, die am wirkungsvollsten ein „Zu Hause alt werden“ ermöglichen, wird der Landkreis finanziell unterstützen. Neben den Grundsätzen zur Pflegestrukturplanung nach dem Landesgesetz  zur Sicherstellung und Weiterentwicklung der pflegerischen Angebotsstruktur  aus dem Jahre 2005 stellte Hennes die bisher erhobenen Daten zur medizinisch-pflegerischen Versorgung, zur Grundversorgung sowie die Standorte der ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen vor. Nach den Angaben des Statistischen Landesamts zur Pflegestatistik des Jahres 2007 nutzten aus Mitteln der Pflegeversicherung 655 Menschen im Kreis ambulante Leistungen, 829 Menschen befanden sich in stationären Einrichtungen und 1.660 Menschen erhielten Pflegegeld und Kombileistungen. Eingehend auf die Bevölkerungsentwicklung stellte sie dar, dass bis zum Jahre 2050 lt. Statistischem Landesamt eine Zunahme des Anteils der 80-Jährigen und älteren Bürgerinnen und Bürgern an der Gesamtbevölkerung im Kreis von 5,6% auf 14,4%  zu erwarten sei. Mit der Zukunftskonferenz sollte zum Einen eine Bestandsaufnahme („Was hilft schon jetzt“, „Was fehlt“) erstellt und eine erste Wirkungszielentwicklung eingeleitet werden. Hierzu arbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in regional zugeschnittenen Arbeitsgruppen am Nachmittag nach thematischen Schwerpunkten in kleinen Arbeitkreisen.

In der abschließenden Präsentation der Ergebnisse stellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Fülle an Ideen und Zielen vor, die ein „zu Hause alt werden“ in den eigenen vier Wänden unterstützen. Themen wie z. B. selbstbestimmtes Leben, Nachbarschaftshilfen, Mobilität, Koordinierungsstellen vor Ort und barrierefreies Wohnen wurden häufig genannt. Modelle wie die „Dorfläden“ -  sowohl Baustein der Grundversorgung als auch gemeindlicher Treffpunkt - haben hohe Priorität. Das Fördern des Miteinanders der Generationen, beispielsweise durch Strukturen wie Mehrgenerationenhäuser, wird ebenfalls nachhaltig gewünscht. Derzeit werden alle Ergebnisse dokumentiert und fließen in die weiteren Planungen des Ideenwettbewerbs „Zu Hause alt werden“ ein.