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Bei einer vom Fachbereich Gesundheit der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich und dem Verbundkrankenhaus Bernkastel-Wittlich organisierten Auftaktveranstaltung wurde im Dezember 2012 das MRE-Netzwerk Bernkastel-Wittlich gegründet. MRE steht für multiresistente Erreger, die in einem gemeinsamen Netzwerk der an der medizinischen und pflegerischen Versorgung beteiligten Einrichtungen bekämpft werden sollen. Multiresistente Erreger sind Bakterien, die unempfindlich gegenüber der Wirkweise der meisten Antibiotika sind. Weltweit steigt die Zahl der multiresistenten Erreger, zu denen neben den Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) auch andere multi-resistente Staphylococcus aureus, vancomycin-resistenter Enterococcus (VRE) und multiresistente gramnegative Stäbchen (3MRGN, 4MRGN) zählen.

In einem ersten Arbeitstreffen im Juni 2013 mit Ärzten, Hygienepersonal der Krankenhäuser, Pflegekräften aus ambulanter und stationärer Pflege und Mitarbeitern des Gesundheitsamtes im Wittlicher Kreishaus wurden konkrete Ziele und die Vorgehensweise im Netzwerk zur Erreichung der Ziele besprochen. Die Organisation und Koordination des MRE-Netzwerkes liegt nach den Vorgaben der Landesverordnung über die Hygiene und Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen beim Fachbereich Gesundheit der Kreisverwaltung.

In einem Impulsvortrag ging Dr. Joachim Diwo, Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen, vom Gesundheitsamt der Kreisverwaltung auf die Verbreitung multiresistenter Erreger in Deutschland und Europa sowie auf die rechtlichen und fachlichen Grundlagen für die Netzwerkarbeit ein. Als Ziele des gemeinsamen Netzwerkes wurden definiert:

  • Verhinderung der Entstehung und Verbreitung von MRE (Oberziel)
  • Verbesserung der Behandlung und Rehabilitation von MRE-besiedelten beziehungsweise -infizierten Patienten
  • Stigmatisierung von Menschen mit MRE entgegen wirken
  • Verbesserung der Umsetzung von MRE- Präventions- und MRE-Kontrollstrategien (Surveillance)
  • Optimierung der Informationswege (Überleitbögen, Früherkennung durch gezieltes Screening)
  • Austausch von Wissen und praktischem Know-how zum MRE-Management
  • Entwicklung einheitlicher Standards

Zur Erreichung dieser Ziele wurde ein Überleitbogen abgestimmt, mit dem der Informationsfluss zwischen den Beteiligten an der medizinischen und pflegerischen Versorgung bei Fällen von MRE verbessert werden soll. Um den Austausch und das Wissen über MRE, Präventions-und Behandlungsstrategien im Landkreis zu verbessern, sollen künftig regelmäßige Treffen zum interdisziplinären fachlichen Austausch durch das Netzwerk stattfinden. Hierdurch soll erreicht werden, dass alle Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen im Landkreis in der Frage des infektionshygienischen Managements bei MRE gemeinsam kooperieren um so der Weiterverbreitung der MRE entgegenzuwirken. „Durch die Kooperation aller Beteiligten an der Patientenversorgung soll das MRE-Netzwerk Bernakstel-Wittlich hier vor Ort einen Beitrag leisten, Patientinnen und Patienten vor Infektionen durch multiresistente Erreger zu schützen“, so Amtsarzt Dr. Günter Beyer, Fachbereichsleiter der Fachbereichs Gesundheit der Kreisverwaltung.

Auf den Internetseiten der Kreisverwaltung soll zudem eine Informationsplattform erstellt werden, auf der sich das medizinischen Fachpersonal, aber auch die Allgemeinheit mit allgemein verständlichen Informationen und Hinweisen über MRE informieren kann. Diese Informationsplattform soll auch über die Arbeit, die Ziele und die Teilnehmer am MRE-Netzwerk Bernkastel-Wittlich informieren. Die Netzwerkarbeit lebt von der Beteiligung und dem Austausch der Akteure im Netzwerk, daher sind alle Beteiligten an der Patientenversorgung aufgefordert, sich ins Netzwerk einzubringen und die Netzwerkarbeit durch aktive Mitarbeit zu gestalten. Die Ziele und Wege zur Zielerreichung im Kampf gegen multiresistente Erreger sind dynamisch und können im Laufe der Netzwerkarbeit auf Grund von Ideen der Netzwerkteilnehmer angepasst werden.