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Nach Wegfall der Anzeigepflicht für die Psittakose (Papageienkrankheit) ist nun auch die Psittakose-Verordnung außer Kraft getreten. Dies bringt für Züchter und Händler von Papageien und Sittichen spürbare Erleichterungen mit sich. Zum einen müssen Papageien und Sittiche nicht mehr mit Fußringen gekennzeichnet werden und zum anderen entfallen die umfangreichen Dokumentationspflichten, die beim Halten dieser Tiere zu beachten waren. Ausnahme: Kennzeichnungs- und buchführungspflichtig sind weiterhin diejenigen Papageien und Sittiche, die in der Anlage 6 der Bundesartenschutzverordnung aufgeführt sind.

Die im Tierseuchengesetz verankerte Vorschrift, dass die Zucht und der Handel mit Papageienartigen erlaubnispflichtig sind, gilt bis auf weiteres. Jedoch wird diese Vorschrift mit der nächsten Änderung des Tierseuchengesetzes wegfallen. Davon unberührt bleibt aber die Genehmigungspflicht nach dem Tierschutzgesetz für das gewerbsmäßige Halten und Züchten von Wirbeltiere, zu denen die Papageien und Sittiche gehören. Inwieweit eine Haltung unter diese Vorschrift fällt, sollte mit den zuständigen Veterinärbehörden geklärt werden.

Die Herausnahme der Psittakose aus der staatlichen Tierseuchenbekämpfung bedeutet nicht, dass diese Krankheit an Bedeutung verloren hat. Nach wie vor kommt sie bei den papageienartigen Vögeln vor. Die Ursache ist eine Infektion mit dem Erreger Chlamydia psittaci. Die Krankheitserscheinungen sind anfangs sehr unspezifisch, wie Fressunlust, Absondern und schnupfenartige Symptome, verschlimmern sich sehr rasch und führen in der Regel zum Tod der Tiere. Aber auch bei plötzlichen Todesfällen ohne vorherige Krankheitserscheinungen sollte immer an die Möglichkeit einer vorliegenden Psittakose gedacht werden. Der Erreger besitzt ein großes Wirtsspektrum und kann alle Vogelarten, einige Säugetierarten und den Mensch befallen.

Da alle großen und kleinen papageienartigen Vögel (Psittaciden) besonders empfänglich sind, gelten diese als Hauptüberträger der Krankheit auf den Mensch. Der Erreger wird von den infizierten Vögeln mit dem Nasensekret und dem Kot ausgeschieden, haftet oft am Gefieder und wird beim Herumfliegen mit dem Gefieder und sonst aufgewirbeltem Staub überall hin verstreut und kann über die Einatmung auf den Mensch übertragen werden. Aber auch durch sehr engen Kontakt („Küsschengeben“) ist eine Übertragung leicht möglich. Die Infektion kann beim Mensch zu schwerwiegenden Krankheitsprozessen führen. Grippeähnliche Symptome mit hohem Fieber bis hin zu Lungenentzündungen und zentralnervösen Erscheinungen können das klinische Bild bestimmen. Bei richtiger Diagnose können allerdings gut wirksame Medikamente verabreicht werden. Hierzu ist es hilfreich, den behandelnden Arzt über die häusliche Vogelhaltung zu informieren.