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Im Rahmen einer Feierstunde eröffneten das Jugendamt des Landkreises Bernkastel-Wittlich, die Agentur für Arbeit Trier, sowie das Jobcenter Bernkastel-Wittlich die Jugendberufsagentur Bernkastel-Wittlich. Bereits im April hatten die Kooperationspartner die zugrundeliegende Vereinbarung unterschrieben, die als wichtige Ziele die berufliche, soziale und gesellschaftliche Integration aller Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Landkreis sowie die effektive Umsetzung einer intensiven und an der individuellen Problemlage ausgerichteten Betreuung und Förderung hilfebedürftiger Jugendlicher und junger Erwachsener sowie deren Familien aus dem Landkreis definiert. Ihre Aufgaben sieht die Jugendberufsagentur neben der Förderung der beruflichen und sozialen Integration in der Schaffung eines Ausgleichs sozialer Benachteiligungen und in der Überwindung individueller Beeinträchtigungen. Den Kooperationspartnern geht es darum, die Zusammenarbeit im Sinne der jungen Menschen zu verbessern, ohne die jeweiligen Zuständigkeiten zu verändern.

„Die Jugendberufsagentur bündelt die Kräfte und die Kompetenzen der drei Kooperationspartner. Sie bietet Jugendlichen Beratung und Begleitung beim Start in den Beruf und dass aus einem Guss und unter Vermeidung von Doppelzuständigkeiten“, betont Landrat Gregor Eibes und führt weiter aus: „Jeder junge Mensch verfügt über Talente. Sie gilt es zu fördern. Der Jugendberufsagentur ist es wichtig, Jugendlichen, denen der Wechsel vom Schulleben ins Arbeitsleben schwerfällt, Starthilfe zu leisten und ihnen damit bessere berufliche und auch private Perspektiven zu eröffnen.“

Seit Inkrafttreten des SGB II sind drei Akteure für die Betreuung Jugendlicher unter 25 Jahren zuständig: die Agentur für Arbeit, die gemeinsamen Einrichtungen (Jobcenter) sowie die Träger der Jugendhilfe (Jugendämter). Jeder einzelne Träger zeichnet sich in der Praxis durch ein differenziertes Hilfe- und Dienstleistungsangebot aus.

Die Koordinierung und Verzahnung dieser Angebote ist eine große Herausforderung. Fehlende Abstimmung unter den Trägern der Angebote führt häufig zu Brüchen im Integrationsprozess bzw. zu mangelnder Transparenz bei besonders förderungsbedürftigen Jugendlichen und deren gesetzlichen Vertretern.

Auch wenn am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt insgesamt eine positive Entwicklung zu verzeichnen ist, haben immer noch zahlreiche Jugendliche Probleme bei ihrer beruflichen und sozialen Integration. Viele arbeitslose Menschen unter 25 Jahren im Rechtskreis des SGB II verfügen über keinen Schulabschluss bzw. keinen Berufsabschluss. Kinder und Jugendliche aus Haushalten im SGB II-Bezug sind in ihrem Lebensstandard ebenso eingeschränkt wie in ihrer sozialen und kulturellen Teilhabe.

Die Geschäftsführerin des Jobcenters Bernkastel-Wittlich, Christel Werner, ist davon überzeugt, dass die gute Gestaltung der Übergänge junger Menschen von der Schule in den Beruf hilft, dass Jugendliche nicht „verloren gehen“. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit der Partner finde und schaffe außerdem schneller und bedarfsgerechter Lösungen bei auftretenden Problemen, so Werner.

„Im Landkreis Bernkastel-Wittlich liegt die Jugendarbeitslosigkeit zwar nur bei 4,5 Prozent, da aber darunter über 50 Prozent keinen beruflichen Abschluss haben, ist der Ansatz der Jugendberufsagentur klar umrissen“, ergänzt Heribert Wilhelmi, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Trier und in dieser Funktion zugleich Vorsitzender der Trägerversammlung für das Jobcenter Bernkastel-Wittlich, die Aussage, dass kein Jugendlicher dem Arbeitsmarkt verloren gehen dürfe. Darüber hinaus sieht er gerade durch die gute Arbeit des Arbeitskreises „Schule und Wirtschaft“ im Landkreis beste Voraussetzungen, die Schulen zügig in die Kooperation der Jugendberufsagentur mit einzubeziehen.

Eröffnet wurde die Jugendberufsagentur durch Heidrun Schulz, Leiterin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland  der Bundesagentur für Arbeit. Schulz betonte, dass es sich weder Wirtschaft noch Gesellschaft leisten können, wenn junge Menschen auf das Abstellgleis geraten. „Für junge Erwachsene ohne formale Berufsausbildung ist das Risiko arbeitslos zu werden um einiges höher, als für diejenigen, die ein Ausbildungszertifikat in Händen halten. Zugleich ist ihre Chance dauerhaft eine Arbeit zu finden, die ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien sichert, deutlich geringer. Das eng verzahnte Zusammenwirken der Institutionen in der Jugendberufsagentur ermöglicht es uns, den jungen Leuten echte Perspektiven zu eröffnen. Davon profitieren Unternehmen, Gesellschaft sowie die Menschen selbst unmittelbar.“