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Geschulte Verletzten-Darsteller sorgten dafür, dass Sanitäter, Rettungsassistenten und Notärzte unter realistischen Bedingungen gefordert waren.

Mit zwei Böllerschüssen startete am Samstag, den 20. September 2014 am Hauptbahnhof Wittlich die größte Katastrophenübung im Landkreis Bernkastel-Wittlich seit 25 Jahren. Rund 500 Einsatzkräfte von Feuerwehren, Deutsches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst, Rettungshundestaffel, Technischem Hilfswerk, Polizei und der Bahn AG probten an diesem Tag für den Ernstfall. Die Übung sollte insbesondere die  Zusammenarbeit der unterschiedlichen Einsatzkräfte austesten. In einem ersten Resümee zeigten sich die Verantwortlichen mit dem Übungsverlauf sehr zufrieden.

Zwei Jahre lang arbeitete eine Projektgruppe unter Leitung von Jörg Teusch am Drehbuch der Übung. Die Initiative zur Durchführung dieser Übung kam von Kreisfeuerwehrinspekteur Willi Herres. Das Szenario hatte es in sich: Ein mit circa 50 Personen besetzter Linienbus geriet beim Wenden hinter dem Bahnhof auf die Gleise und wurde dort von einem vorbeifahrenden Güterzug erfasst. Dabei kippte ein Güterzug um und wurde von einem ausfahrenden Nahverkehrszug gerammt. Die erstalarmierten Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Wittlich erkannten schnell die dramatische Lage und alarmierten weitere Einsatzkräfte nach. Aufgrund der Schadenslage übernahm schließlich die Führungsgruppe Technische Einsatzleitung des Landkreises unter Leitung des stellvertretenden Kreisfeuerwehrinspekteurs Thomas Edringer die Leitung. In der Bereitschaftspolizei Wittlich-Wengerohr wurde ein entsprechendes Einsatzzentrum eingerichtet und von dort aus alle Aktivitäten koordiniert.

Feuerwehrleute retteten Verletzte aus Bus und Zug und übergaben sie an Sanitäter, Rettungsassistenten und Notärzte. Polizisten sperrten den Unglücksort ab, nahmen vor Ort erste Ermittlungen zur Unfallursache auf und identifizierten Opfer. Experten des Technischen Hilfswerks sorgten für eine Bergung von Toten, die der Bus unter sich begraben hatte. Als ob dies nicht schon genug Herausforderungen für die Rettungskräfte gewesen wären hatten Teusch und Herres noch zahlreiche Wendungen in das Übungsdrehbuch geschrieben. Aus dem Güterzug lief Diesel aus, aufgrund der zahlreichen Anrufe brach das Mobilfunknetz zusammen, Vermisste mussten durch Rettungshunde aufgespürt werden, eine Lok fing Feuer. Abgerundet wurde das Szenario durch einen ausgemusterten Linienbus, der Feuerwehr und Technisches Hilfswerk vor kräftezehrende Herausforderungen stellte. Hier musste schweres Gerät eingesetzt werden, um an eingeklemmte Verletzte zu kommen. Zahlreiche geschulte Verletzten-Darsteller sorgten dafür, dass auch die Lebensretter vom Deutschen Roten Kreuz, Rettungshundestaffel und Malteser Hilfsdienst unter realistischen Bedingungen zum Einsatz kamen.

Im Gesamtbild zeigte sich, dass die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Einsatzkräfte im Landkreis sehr gut funktioniert und so gab es beim Abschluss der Übung auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei nur lobende Worte für die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer. Landrat Gregor Eibes, Kreisfeuerwehrinspekteur Willi Herres und Übungsleiter Jörg Teusch zeigten sich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Übung. Fachleute aus benachbarten Kreisen und der Stadt Trier haben die Übung ebenfalls beobachtet. Sie werden sich in den nächsten Wochen mit allen Beteiligten zusammensetzen um aufzuzeigen, wo sich Fehler in Details eingeschlichen haben und Verbesserungen in den Abläufen möglich sind.