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Ursel Heinze veranschaulichte wie gemeinsames Spielen und Lernen gelebt werden kann.

Wie können Kinder mit und ohne Behinderung ganz selbstverständlich an Bildung und Gemeinschaft in der Kindertagesstätte teilhaben? Diese Frage stellten sich 46 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Fachtages zur Inklusion in Kindertagesstätten, zu dem die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich eingeladen hatte.

Auch nach ersten Erfahrungen in den vergangenen Jahren stellt die Inklusion Kindertagesstätten in der praktischen Umsetzung vor viele Fragen und Herausforderungen. Dabei gehört die Inklusion seit Inkrafttreten einer UN-Behindertenrechtskonvention zu den wichtigsten bildungspolitischen Zielen in Deutschland, erklärt sie doch das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht behinderten Kindern zum Standard. Jede Kindertagesstätte kann behinderte/beeinträchtigte Kinder betreuen und eine Aufnahme muss nicht zwingend in einer integrativen Kindertagesstätte erfolgen. 

Wie das gemeinsame Spielen und Lernen in Kindertagesstätten für alle gewinnbringend gelebt werden kann, veranschaulichte die hierfür aus Frankfurt am Main angereiste Expertin Ursel Heinze. Die 46 Teilnehmenden konnten unter der professionellen Begleitung der Diplompädagogin den Tag nutzen, um sich eingehend mit der Umsetzung der Inklusion auseinanderzusetzen und pädagogische Haltungen zu hinterfragen. Schwerpunkte wurden vertieft und Fachwissen erweitert. Ein Erfahrungsaustausch im Sinne eines voneinander Lernens war ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Tages.

Heinze stellte sowohl die rechtlichen als auch die pädagogischen Grundlagen der Inklusion anschaulich dar. Das Entwickeln einer eigenen professionellen Haltung, eine biographische Selbstreflexion und eine vorurteilsbewusste Erziehung standen hierbei im Mittelunkt. Es gehe nicht mehr darum, so die Expertin, ob Inklusion stattfinden solle, sondern allein um die Frage, wie Inklusion umgesetzt werden könne. In Arbeitsgruppen gab es die Möglichkeit, sich mit ausgewählten Fragen unter den verschiedensten Aspekten auseinanderzusetzen.

„Eine Kindertagesstätte, die gut ist für Kinder ohne Behinderung, ist ebenso gut für Kinder mit Behinderung“ lautete das Fazit des Fachtages.