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Foto einer Hornisse

Sieht gefährlicher aus als sie ist: die Hornisse. Foto: photocase.de@tomski

So mancher gerät in Panik, wenn er den gelb-schwarz gestreiften Vertretern dieser Insektengruppe begegnet oder gar an seinem Haus oder in seinem Garten eines ihrer kunstvoll gefertigten Nester entdeckt. Doch Angst und Panik sind bei vernünftigem Umgang unbegründet. Grundsätzlich gilt: Hornissen und Wespen bleiben friedlich, wenn sie in Ruhe gelassen werden. Besondere Vorsicht ist nur bei Wespengift-Allergie und sehr kleinen Kindern geboten.

Die Nestgründung der hier heimischen, staatenbildenen Wespen, von denen die Hornisse die größte Art ist, erfolgt im Mai durch eine einzelne Königin. Allerdings bemerken wir die Nester oft erst im Hochsommer, wenn der Wespen- oder Hornissenstaat seine größte Volksstärke erreicht hat und viele Tiere regelmäßig am Nest ein- und ausfliegen. Dies ist auch der Zeitpunkt, an dem sich viele Menschen durch die auf der Suche nach Nahrung nervös umherschwirrenden Tiere beeinträchtigt oder gar bedroht fühlen.

Doch das Leben des Wespenstaates geht im Herbst schon zu Ende. Ab Oktober sterben alle Tiere des Staates ab. Nur die Königin überwintert in Erdhöhlen und bildet im kommenden Frühjahr ein neues Volk. Das alte Nest kann dann problemlos entfernt werden.

Wenn man ein paar Vorsichtsmaßnahmen beachtet und etwas Rücksicht nimmt, ist ein friedliches Zusammenleben von Wespe und Mensch durchaus möglich:

Keine Speisen ohne Abdeckung draußen stehen lassen (Düfte locken an),

im Freien Getränkebecher immer abdecken und mit Strohhalm trinken (Kinder besonders), im Sommer nicht ohne Schuhe über Wiesen laufen, Wespen durch entfernte Nahrungsquelle von Terrasse ablenken.

Verhaltensregeln in der Nähe eines Wespen- oder Hornissennestes (bis circa vier Meter Umkreis):

Heftige, ruckartige Bewegungen vermeiden,

plötzliche stärkere Erschütterungen des Nistplatzes vermeiden,

Motorgeräte, wie z.B. Rasenmäher nicht direkt vor dem Nest betreiben,

Hauptflugbahn nicht für längere Zeit verstellen,

Anstochern der Niststätte vermeiden,

Kleinkinder durch niedrige Absperrungen vom Nestbereich fernhalten.

Sollte die Beseitigung eines Nestes unumgänglich werden, ist folgendes zu beachten: Hornissen sind in Deutschland selten geworden und in ihrem Bestand bedroht. Sie wurden daher unter besonderen Schutz gestellt. Es ist verboten, Hornissen nachzustellen, sie zu fangen, sie zu verletzen, zu töten oder ihre Nester der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Beseitigung eines Hornissennestes ausnahmsweise zugelassen werden. Zuständige Behörde für die Zulassung einer solchen Ausnahme ist die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD Nord), Obere Naturschutzbehörde, Stresemannstraße 3 – 5, 56068 Koblenz. Ansprechpartner bei der SGD Nord ist Herr Michael Ehlting, Tel.: 0261/120-2102. Sofern die SGD der Beseitigung zustimmt, sind die Tiere an einen geeigneten Ort umzusiedeln. Nur in absoluten Ausnahmefällen wird die Tötung der Hornissen erlaubt.

Die Umsiedlung ist von hierzu geschulten Fachkräften durchzuführen. Anbieter finden Betroffene in den Gelben Seiten des Telefonbuchs für den Bereich Trier unter der Rubrik „Schädlingsbekämpfung“, im Internet unter www.teleauskunft.de.

Wespen unterliegen im Gegensatz zu Hornissen nur den allgemeinen Schutzbestimmungen. Die Beseitigung eines Wespennestes in bedrohlicher Lage, z.B. in der Nähe von Wohn- und Schlafräumen, bei denen der Einflugbereich dauernd gekreuzt werden muss und zu Aggressionen bei den Wespen führt, ist ohne Genehmigung möglich.

Auch hier sollte vorab die Möglichkeit einer Umsiedlung geprüft und die erforderlichen Maßnahmen von den bereits erwähnten geschulten Fachkräften durchgeführt werden. In manchen Gemeinden helfen auch Imker oder die Feuerwehr. Die Kosten der Umsiedlung oder Beseitigung der Nester sind vom Auftraggeber zu zahlen.

Bei Fragen und Anregungen können Betroffene sich gerne auch direkt an die Kreisverwaltung wenden. Ansprechpartnerinnen sind Christel Becker, Tel.: 06571/14431, E-Mail: Christel.Becker[at]Bernkastel-Wittlich.de und Heike  Ulrich, Tel.: 06571/14420, E-Mail: Heike.Ulrich[at]Bernkastel-Wittlich.de