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Im fünften Jahr des Netzwerks Kinderschutz der Initiative „Guter Start ins Kinderleben – Erziehungskompetenz stärken!“ fand am 21. März die vierte Kinderschutz-Netzwerkkonferenz des Landkreises Bernkastel-Wittlich im Jugendheim St. Bernhard in Wittlich statt. Insgesamt 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgten die Beiträge zur Netzwerkarbeit.

Landrat Gregor Eibes unterstrich die Bedeutung einer professionell koordinierten Netzwerkarbeit, wie sie intensiv durch die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich betrieben wird. In seiner Begrüßung betonte der Landrat die Bedeutung der Familienbildung, wenn es um Erfolge in der langfristigen Bewältigung von sozialen Problemen geht, deren Ursache in fehlender Erziehungskompetenz liegt. Das Vorhandensein von Erziehungskompetenz sei dabei nicht mehr selbstverständlich, da sich Familienstrukturen und die Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt haben. „Wenn wir über „Erziehungskompetenz“ reden, müssen wir ganz bewusst über die Frühen Hilfen, niedrigschwelligen Hilfen reden. Wir müssen versuchen an die Eltern heranzukommen, ihnen zu einem ganz frühen Zeitpunkt Erziehungskompetenz mit auf den Weg zu geben“, sagte Landrat Eibes.

Einen Überblick über die Angebote und Maßnahmen im Kinderschutz stellte Netzwerkkoordinator und  Dipl.-Pädagoge Stephan Rother für die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich vor. Seit Sommer 2011 gibt die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich die Broschüre „Familie Aktiv“ halbjährlich neu heraus. Auf einen Blick können Familien das für sie passende Familienbildungsangebot im Landkreis Bernkastel-Wittlich finden. Der Erfolg der Broschüre zeigt sich auch in der hohen Bedeutung für die Bildungsanbieter. So erschienen in der Zweitauflage 60 Prozent mehr Angebote als in der Startausgabe.

Im Jahr 2011 erarbeitete der „Runde Tisch Kinderschutz“ Maßnahmen und einen Verfahrensweg zum Schutz von Kindern im Schulalter. Mit einer Fachveranstaltung „Schule und Jugendhilfe“ wurden am 16. November 2011 weitere Informationen zum Schutz von Kindern in Schulen ausgetauscht. Die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich gibt seit Ende 2011 eine Arbeitshilfe „Kinderschutz in Schulen“ heraus. Die Arbeitshilfe und weitere Materialien zum Kinderschutz, hat die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich auf ihrer Internetseite unter  www.bernkastel-wittlich.de („Kreisverwaltung“/„Fachbereich Jugend und Familie“) bereitgestellt.

Um das Netzwerk noch schneller informieren zu können, bietet die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich einen Zugang über „Facebook“ an (www.facebook.com/netzwerkkinderschutz).

Frau Dr. Kallfelz und Herr Dr. Locher informierten die Netzwerk-Mitglieder über die Aktivitäten im Verbundkrankenhaus Bernkastel/Wittlich. So gibt es seit einem Jahr die Kinderschutzgruppe „Känguruh“, die im Verdachtsfall den möglichen Missbrauch von Kindern klären will und weitere Schritte zur Unterstützung der Betroffenen einleitet.

Auf der Geburtsstation werden Mütter unterstützt, wenn Hilfen zum gesunden Aufwachsen von Kindern benötigt werden. Hier arbeitet die Geburtsstation mit dem Jugendamt im Rahmen des rheinland-pfälzischen Förderprogramms „Guter Start“ zusammen.

Mit einem Vortrag „Familien besser erreichen“ schilderten Dr. Katherine Bird und Wolfgang Hübner ihre Erkenntnisse aus einer Familienstudie. Wie vor allem benachteiligte Familien im ländlichen Raum erreicht werden können, wurde anschließend diskutiert. Armutserfahrungen münden oft in mangelndes Selbstvertrauen der Betroffenen, worunter dann vor allem Kinder in benachteiligten Familien leiden. Hier können positivverstärkende und niedrigschwellige Angebote mit neuen Methoden den Familien wieder eine neue Perspektive geben.

Ansprechpartner für das Kinderschutz-Netzwerk ist Stephan Rother, Telefon: 06571/14-2220, E-Mail: Stephan.Rother@Bernkastel-Wittlich.de, www.bernkastel-wittlich.de, www.facebook.com/netzwerkkinderschutz.

Hintergrund:

Das Netzwerk Kinderschutz der Initiative „Guter Start ins Kinderleben – Erziehungskompetenz stärken!“ im Landkreis Bernkastel-Wittlich arbeitet seit 2007 zusammen.

Ein Blick auf die umgesetzten Maßnahmen zeigt, dass einige Instrumente und Hilfen im Netzwerk genutzt werden können: Es gibt ein umfassendes Beratungsangebot von Jugendamt und Beratungsstellen. Die Beratungsstellen begleiten auf Anfrage die Kindertagesstätten, wenn es um Einschätzungs-Unsicherheiten bei drohender Kindeswohlgefährdung geht. Für Kindertagesstätten und Schulen wurden je eigene Arbeitshilfen „Kinderschutz“ entwickelt. Verfahrenswege zum sicheren Handeln sind besprochen.

Polizei und Krankenhäuser können im Landkreis Bernkastel-Wittlich eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter des Jugendamtes auch nach der regulären Dienstzeit telefonisch erreichen, wenn es die Situation bedrohter Kinder und Jugendlicher erfordert.

Eltern können sich seit 2009 mit Informationen versorgt wissen, wenn sie ihren Nachwuchs erwarten. Zeitnah zur Entwicklung des Kindes können die Sorgeberechtigten Erziehungs- und Entwicklungs-Tipps kostenfrei beziehen. Halbjährlich bringt die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich die Familienbildungbroschüre „Familie Aktiv“ heraus.

Fortbildungen, Workshops und die jährliche Netzwerkkonferenz flankieren die Arbeit des „Runden Tisches Kinderschutz“.