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Ab November werden in dem leer stehenden Gebäude des ehemaligen Hela-Baumarkts in Wittlich Flüchtlinge untergebracht. Dies hat das rheinland-pfälzische Integrationsministerium bekannt gegeben. Bis zu 1500 Asylsuchende sollen dort unterkommen. Betrieben werden soll die Erstaufnahmestelle des Landes vom Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes Bernkastel-Wittlich. Der hatte vergangene Woche gemeinsam mit der Koordinierungsstelle für Flüchtlingshilfe der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich daher rund 60 ehrenamtliche Helfer zu einer ersten Informationsveranstaltung nach Wittlich eingeladen.

Unter der Moderation von Koordinatorin Silke Meyer (siehe Seite 5) erhielten die ehrenamtlichen Helfer einen Einblick in die anstehenden Aufgaben.

Geschäftsstellenleiter Heinz-Werner Steffen erläuterte, dass die neue Nutzung der Unterkunft zunächst für zwei Jahre angelegt ist. Die Belegung des Ex-Baumarkts soll schrittweise erfolgen. In den vergangenen Wochen waren die leerstehenden Räume mehrfach von Experten begangen worden, um verschiedene Aspekte wie beispielsweise Brandschutz und Hygiene abzuklären. Mit einem Architekten laufen Planungen, den großen Raum zu strukturieren. So sollen neben separaten Bereichen für Familien, alleinreisende Frauen und Männer auch eine Kleiderkammer, eine Arztstube und eine Spielecke entstehen.

Rund zwanzig Personen werden hauptamtlich in der Einrichtung als Sozialpädagogen, Arzthelfer, Erzieher oder Hausmeister tätig werden. Darüber hinaus werden aber eine große Anzahl ehrenamtlicher Helfer benötigt. „Das Ehrenamt wird besonders in den ersten Wochen unverzichtbar sein, aber auch über den gesamten Zeitraum eine wichtige Rolle spielen“, betonte Steffen.

Meik Matthias, DRK-Mitarbeiter der Aufnahmestelle Hermeskeil gab Einblicke in die Abläufe der Hunsrücker Einrichtung und beantwortete anhand konkreter Beispiele deren Struktur. „Wichtigstes Ziel ist es“, erklärte Matthias, „den Menschen ein Dach über dem Kopf zu bieten und für Essen und Trinken zu sorgen.“ Darüber hinaus sei viel Verständnis für die Asylsuchenden nötig, da die kaum vorhandene Privatsphäre für jeden eine Ausnahmesituation sei. Hierfür seien klare Regeln nötig, waren sich die Teilnehmer der Informationsveranstaltung einig. So soll ein Alkohol- und Rauchverbot  in der Einrichtung gelten und für eine ruhige Atmosphäre gesorgt werden.

Vertreter der muslimischen Gemeinden Wittlich boten an, den ehrenamtlich Tätigen Hintergrundfragen zu beantworten um so mögliche Stolpersteine im kulturellen Miteinander von vorneherein aus dem Weg zu räumen.

Weitere ehrenamtliche Helfer sind gerne gesehen, erklärte Steffen. Die Arbeit in der Aufnahmeeinrichtung erfordert ein kontinuierliches Engagement, damit ein verlässlicher Dienstplan erstellt werden kann. Mitmachen kann jeder ab 18 Jahren. Darüber hinaus hat das DRK eine eigene Kleiderkammern im Fürstenhof in Wittlich eingerichtet. Diese ist dienstags von 10 bis 12 Uhr und mittwochs von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Die Abholung von Kleidern ist aufgrund der hohen Arbeitsbelastung durch die Flüchtlingsarbeit derzeit leider nicht möglich. Benötigt werden Winterkleidung für Kinder und Erwachsene, hier überwiegend kleine und mittlere Größen sowie Schuhe.

Weitere Informationen unter Tel.: 06571/697710 oder 697730 sowie E-Mail: kleiderkammer[at]kv-bks-wil.drk.de.