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Während Vereine, Verbände und Organisationen oft über differenzierte, festgeschriebene Systeme von Ehrungen, Pokalen, Trophäen, Preisen und Urkunden verfügen, aufgrund derer sie ihren Mitgliedern Anerkennung zukommen lassen, findet das im Verborgenen erbrachte freiwillige und ehrenamtliche Engagement nicht immer die ihm gebührende Unterstützung und Anerkennung.

 

Anlässlich des Tages des Ehrenamtes standen im Landkreis Bernkastel-Wittlich am Freitag, dem 2. Dezember, daher Menschen im Mittelpunkt, die sonst selten im Rampenlicht erscheinen. Landrätin Beate Läsch-Weber ehrte Elisabeth Fries aus Greimerath, Rosa Maria Seidermann aus Platten, Herbert Donell aus Monzelfeld und die Oberdorfgemeinschaft „Rotte 10 & 11“ aus Enkirch als „Stille Stars 2005“. Aus insgesamt 34 Vorschlägen hatte die Jury, zu der Ilse Limper, Michaele Schneider, Norbert Christian, Abt Bruno Fromme und Landrätin Beate Läsch-Weber gehören, auszuwählen.

 

Vor dem eigentlichen Festakt in der Begegnungsstätte Akademie Kues besuchte Landrätin Beate Läsch-Weber gemeinsam mit Michaele Schneider, der Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft LandkreisAktiv, Rosa Maria Seidermann im St. Elisabeth Krankenhaus in Wittlich. Aufgrund einer Operation konnte der „Stille Star“ aus Platten nicht an der Preisverleihung in Bernkastel-Kues teilnehmen.

 

„Sie machen kein Aufheben um ihr Tun, sie wirken im Stillen, sie tun es einfach, das Gute. Und wenn sie doch einmal im Rampenlicht stehen, dann kann man fast den Eindruck gewinnen, dass sie es gar nicht genießen, in den Mittelpunkt gerückt zu werden“, beschrieb Landrätin Beate Läsch-Weber den typischen stillen Star. „In unserer Gesellschaft kommen oft nur die Lauten und die sich selbst in den Vordergrund rücken vor. Wir wollen ganz bewusst einen anderen Akzent setzen. Wir wollen die Menschen hervorheben, die sich selbst nie hervorgehoben hätten. Die „Stillen Stars“ sind eben besondere Stars, besonders wertvolle Edelsteine“, begründete die Kreis-Chefin die dritte Auflage des Ehrenamtspreises.

 

Den Vergleich der Ehrenamtlichen mit Edelsteinen hatte zuvor Michaele Schneider, die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft LandkreisAktiv, in ihrer Ansprache gemacht und dabei festgestellt, dass der Landkreis Bernkastel-Wittlich zumindest in dieser Hinsicht eigentlich „steinreich“ sei.

 

Neben den Ehrungen hob Franz-Joseph Euteneuer vom Begegnungsforum Haus Franziskus in Trier in einem humorvollen tiefsinnigen Beitrag die große Bedeutung des Ehrenamts hervor, das oftmals belächelt und als „nonprofit“-Aktion in seiner Wertschätzung leide. Für den festlichen musikalischen Rahmen der Feierstunde sorgten Flötistin Margret Koch und Pianist Gerhard Schmahl vom Musizierkreis der Akademie Kues.

 

Die Stillen Stars 2005

Elisabeth Fries, Greimerath:

Ohne sie stünden in Greimerath viele Räder still. Sie kümmert sich um die Pflege des Heiligenhäuschens und den Blumenschmuck in der Kirche, hilft Nachbarn, die in Not geraten sind, gründete die Greimerather Frauengemeinschaft und organisiert mit ihr karitative Aktionen zu Gunsten der Krebshilfe und der Stefan-Morsch-Stiftung. Sie stellte ein Kartoffelfest zur Finanzierung des Kirchendaches auf die Beine, übernimmt Einkaufsfahrdienste für ältere Mitbürgerinnen und ist unermüdlich in der Pfarrgemeinde aktiv. Elisabeth Fries ist immer zur Stelle, wenn sie gebraucht wird. Sie ist die „gute Seele“ ihres Heimatdorfes.

 

Rosa Maria Seidermann, Platten:

Ehrenamtliches Engagement für ihre Mitmenschen zieht sich wie ein roter Faden durch die Biografie von Rosa Maria Seidermann. Mehr als drei Jahrzehnte, von 1973 bis März 2005, war sie Vorsitzende der Frauengemeinschaft Platten, der heute mehr als 80 Mitglieder angehören.

In dieser Funktion organisierte sie monatlich einen Seniorennachmittag, der auf großen Anklang bei der älteren Plattener Bevölkerung stieß. Sehr beliebt waren auch die von ihr organisierten Ausflugsfahrten für Seniorinnen und Senioren. Auch der von der Frauengemeinschaft Platten alljährlich durchgeführte Weihnachtsbasar, dessen Erlös die Frauengemeinschaft zum Beispiel der örtlichen Jugendgruppe, dem örtlichen Kindergarten oder der Pfarrgemeinde Platten zur Verfügung stellte, trug ihre Handschrift. Sie engagierte sich ebenfalls mehr als 30 Jahre bei den Haussammlungen zu Gunsten der Caritas. Die Mitgestaltung des Weiberdonnerstags, die tatkräftige Mithilfe beim Pfarrfest und die Mitgestaltung des jährlichen Seniorennachmittags der Ortsgemeinde, gehören ebenfalls zu ihrem vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeitsfeld. Darüber hinaus besucht sie seit einem Jahrzehnt einmal im Monat erkrankte Plattener Bürgerinnen und Bürger im Krankenhaus in Wittlich.

 

Herbert Donell, Monzelfeld:

Mitmenschlichkeit, Hilfsbereitschaft und soziales Verantwortungsbewusstsein sind für Herbert Donell keine wohlklingenden Worte. Er ist alle drei Eigenschaften in Person. Seit Jahrzehnten unterstützt er alte, kranke und behinderte Menschen in seiner Heimatgemeinde Monzelfeld. Schon während seiner Berufstätigkeit half er vor und nach seiner Arbeit einem kranken Nachbarn. Seine eigenen Interessen stellt er dabei hinten an. Obwohl er vor einigen Jahren selbst erkrankte, unterstützt er unermüdlich Monzelfelder Familien in der Pflege ihrer kranken Angehörigen.

 

Oberdorfgemeinschaft „Rotte 10 & 11“, Enkirch

Seit 1979 bereichert die Oberdorfgemeinschaft mit ihrem freiwilligen Engagement das Dorfgeschehen von Enkirch, insbesondere des Oberdorfes von Enkirch. Sehr lang ist die Liste der von ihr realisierten, das Oberdorf von Enkirch bereichernden und verschönernden Aktivitäten. So waren und sind die ehrenamtlichen Enkircher verantwortlich für die regelmäßige Organisation ihres beliebten Oberdorffestes, die Pflege des Oberdorf-Kinderspielplatzes, den Erhalt und die Restaurierung historischer Gebäude, zum Beispiel des Duckes (ehemaliges Enkircher Gefängnis) und des Hauses Krempel, das jährliche Aufstellen und Schmücken eines riesigen, wunderbar geschmückten Weihnachtsbaumes, die Neugestaltung des Ortseingangs, den Bau des Aussichtspunktes „Rottenblick“ und die Renovierung der Schutzhütte Hower Berg.