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Kreissiegerehrung im Wettbewerb 2014 „Unser Dorf hat Zukunft“: Gregor Eibes (Landrat), Norbert Sproß (Ortsbürgermeister Veldenz), Roland Bender (Ortsbürgermeister Enkirch), Egon Adams (Ortsbürgermeister Horath), Marcus Heintel (Bürgermeister Verbandsgemeinde Traben-Trarbach), Georg Klein (Beigeordneter Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf)

Im Rahmen des Enkircher Winzer-Trachtenfestes fand die Kreissiegerehrung im Wettbewerb 2014 „Unser Dorf hat Zukunft“ statt. Auf dem festlich gestalteten Brunnenplatz vor der Tourist-Information Enkirch hatten sich neben Landrat Gregor Eibes, Bürgermeister Marcus Heintel (VG Traben-Trarbach), Beigeordneter Georg Klein (VG Thalfang am Erbeskopf), die Ortsbürgermeister sowie Beigeordnete und Vertreter der zu ehrenden Gemeinden, Mitglieder der Kreiskommission und Festgäste versammelt. Festlich umrahmt wurde die Siegerehrung durch die Winzerkapelle Enkirch.

„Der 1961 unter dem Motto Unser Dorf soll schöner werden ins Leben gerufene Verschönerungswettbewerb ist heute ein Wettbewerb um die besten Ideen für die nachhaltige Zukunft der Dörfer. Im Fokus stehen dabei das soziale und kulturelle Leben, die Stärkung und Mobilisierung des bürgerschaftlichen freiwilligen Engagements in unseren Dörfern sowie die Erarbeitung nachhaltiger Entwicklungskonzepte für die Zukunft. Die Zukunft unserer Dörfer ist von ihren Bürgerinnen und Bürgern und ihrem Zusammenhalt in der Gemeinschaft abhängig. Unsere Dörfer sind nur dann lebendig, wenn in ihnen Menschen leben, die sich für ihr Heimatdorf einsetzen und gemeinsam Ideen und Konzepte entwickeln, wie das Leben auf dem Land vielfältig und zukunftssicher gestaltet werden kann“, erläuterte Landrat Gregor Eibes die Inhalte und Zielsetzungen des Wettbewerbs. Eibes überreichte den Vertretern der Gemeinden die Siegerurkunden mit Geldprämien. Für die in der Sonderklasse gestartete Siegergemeinde Enkirch nahm Ortsbürgermeister Roland Bender die Auszeichnung entgegen. Die Gemeinde Veldenz, vertreten durch Ortsbürgermeister Norbert Sproß, hatte in der Sonderklasse Rang zwei belegt. In der Hauptklasse hatte als Einzelteilnehmer die Ortsgemeinde Horath am Dorfwettbewerb teilgenommen. Der Landrat überreichte Ortsbürgermeister Egon Adams die Urkunde für erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb.

Enkirch nutzt seit Jahren seine Entwicklungsmöglichkeiten unter Bewahrung des dörflichen Charakters und überzeugte die Kreiskommission durch ein stimmiges Konzept zum Erhalt alter ortsbildprägender, größtenteils denkmalgeschützter, Bausubstanz in Verbindung mit Wohnen, Leben und Arbeiten im Dorf. Besonders hervorzuheben sind der Erhalt von sehr guter Infrastruktur der Grundversorgung, der Ausbau der denkmalgeschützten alten Schule zu einem multifunktionalen Dorfgemeinschaftshaus und damit Stärkung der Entwicklung des Ortszentrums, der Enkircher Gässchen-Rundweg, die Aufrechterhaltung des Heimatmuseums mit Wechselausstellungen zum früheren Dorfleben, monatliche Treffen des Vereinsringes der mehr als 30 Vereine mit dem Ortsbürgermeister, Gruppierungen wie zum Beispiel die über 30 Jahre bestehende Rotte 10 & 11 mit ständig neuen Ideen: aktuell „Wanderweg der Weihnachtslieder“ in Kooperation mit SWR 4. Enkirch lebt sehr überzeugend die nachhaltige Leitlinie „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“: keine neuen Neubaugebiete. Das Alleinstellungsmerkmal „Historische Bausubstanz“ wird stetig herausgearbeitet und umgesetzt, zum Beispiel durch die Stiftung „Fachwerkdorf Enkirch“ oder die Initiative zum Erhalt dorftypischer Elemente (sichtbarer Lehmaufbau einer Fachwerkfassade als Anschauungsfläche, Erhalt Kopfsteinpflaster und Bachkatzenpflaster). Überregionale Wanderwege führen über die Gemarkung beziehungsweise durch den Ort und werden ehrenamtlich von einer Rentnergruppe betreut. Die Ortsgemeinde Enkirch hat im Dorfwettbewerb zwischenzeitlich auch im Gebietsentscheid Trier den ersten Platz belegt und sich somit für den Landesentscheid Rheinland-Pfalz qualifiziert. Die Landeskommission besucht Enkirch voraussichtlich Mitte September 2014. Landrat und Kreiskommission wünschen der Gemeinde für den Landesentscheid viel Erfolg.

Veldenz, die Marathonläuferin im Dorfwettbewerb, hat in diesem Jahr zum 26. Mal teilgenommen und konnte schon einige Erfolge feiern. Die Gemeinde errang 1993 und 1995 jeweils die Silberplakette im Bundesentscheid. Die Kreiskommission war beeindruckt, dass nach dem verheerenden Hagelunwetter im Jahr 2011 Gemeinde und Bürger gemeinsam mit großem Engagement innerhalb kurzer Zeit den Wiederaufbau mit Beseitigung vorheriger Bausünden umgesetzt haben. Die Entwicklungsprozesse werden seit Jahren kontinuierlich durch einen Dorfplaner betreut mit nachhaltigen Ergebnissen, die sich im vorbildlich sanierten Ortskern im privaten und öffentlichen Bereich sowie einer ortstypischen Durchgrünung des Dorfes mit Bäumen, Reben und Ranken widerspiegeln. Thalveldenz wurde durch den Ausbau der Ortsstraße als Wohnbereich aufgewertet. Bauhof, Feuerwehr, Jugendraum und Räume für das Volksmusikorchester wurden in einem Gebäudekomplex untergebracht. Veldenz hat ein reges Vereinsleben. Vereine, Gruppierungen und Private unterstützen die Gemeinde durch verschiedene Aktionen, zum Beispiel Wappenbaum, Pflanzung von Rosen und Lavendel, Pflege öffentlicher Bauerngarten, persönliche Patenschaften, ehrenamtliche Bewirtschaftung der Wanderwege.

Horath war im Wettbewerb als Einzelteilnehmerin in der Hauptklasse gestartet und hat sich der Kreiskommission hervorragend präsentiert. Die Gemeinde wird geprägt von verschiedenen Funktionen, Wohnen und Arbeitsplätze in Verbindung mit Freizeit und Erholung. Dem Prozess des demographischen Wandels konnte entgegengewirkt werden, in Horath ist ein leichter Bevölkerungsanstieg zu verzeichnen. Die durchgeführte Dorfmoderation hat einen Entwicklungsprozess mit nachhaltigen Ergebnissen und Initiativen zur Einbindung aller Altersgruppen in die Dorfentwicklung angestoßen. Die Kreiskommission war begeistert von der Präsentation des Dorfes durch die Vereine, Bürgerinnen und Bürger und die Gemeindevertreter. Die Ortsvereine und Gruppierungen in Horath tragen zum Erhalt der Dorftradition und Dorfgeschichte sowie zur Förderung der Dorfgemeinschaft und Kultur bei. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung des Dorfes, zum Beispiel Generationentreffen, ehrenamtliche Neueröffnung der Brunnenstube, Arbeitskreis Kelten und Römer, Benefizaktion für eine behinderte Mitbürgerin, regelmäßige Teilnahme an den 72-Stunden-Sozialprojekten des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, Privatinitiative Die Scheier, interkommunale Kooperationen mit Vereinen der Nachbargemeinden. „Horath hatte bereits zwischen 1964 und 1994 insgesamt sieben Mal am Wettbewerb teilgenommen und hat sich in diesem Jahr, nach zwanzigjähriger Pause, wieder der Kreiskommission vorgestellt. In der Hauptklasse konnten wir wegen der geringen Teilnehmerzahl leider keinen Sieger zur Teilnahme am Gebietsentscheid melden“, betonte der Landrat.