Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

V.l.n.r.: Stephan Rother, Dr. Catarina Katzer, Alexander Licht (MdL). Foto: Mike-D. Winter/Kreisverwaltung

Zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten die Kinderschutz-Netzwerkkonferenz. Foto: Mike-D. Winter/Kreisverwaltung

Wie das Internet die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen verändert, vermittelte Catarina Katzer, Leiterin des Instituts für Cyberpsychologie und Medienethik (Köln) und ausgewiesene Expertin im Thema digitale Medien und deren sozialpsychologischen Wirkungen im Rahmen der Kinderschutz-Netzwerkkonferenz des Landkreises Bernkastel-Wittlich am 06.09.2017.

Es ist gefühlt vielen klar – junge Menschen nutzen täglich die Möglichkeiten von Smartphones und sozialen Medien. „Jugendliche wachsen heute anders auf.“ lautet das Fazit von Frau Dr. Katzer.

Laut der JIM-Studie 2016 sind 95% der 12-19jährigen in Deutschland mit einem internetfähigen Smartphone ausgestattet. Damit steigt die Möglichkeit dauernd online zu sein.

Studien haben gezeigt, dass sich junge Menschen wie mit ihrem Smartphone verwachsen fühlen und es zu Stress bis hin zu Entzugserscheinungen kommt, wenn der mobile Internetzugang nicht verfügbar ist.

„Das Aufwachsen von Jugendlichen hat sich durch die digitalisierte Welt radikal verändert“, sagt Catarina Katzer und verweist auf die Selbstdarstellungen in den sozialen Medien. „Über soziale Netzwerke präsentieren sich Heranwachsende so, wie sie sich am liebsten sehen“, führt Catarina Katzer aus und hinterfragt die steigende „Selfie-Manie“.

Auch die digitale Selbstvermessung, das sogenannte Tracking, nimmt vor allem bei jungen Menschen zu und versorgt die Anbieter von sog. Fitness-Apps mit riesigen Datenmengen aus persönlichen Bereichen.

Die Meinungsbildung verändert sich ebenfalls. So beziehen 90% der Jugendlichen ihre Meinung aus dem Netz. Die direkte Kommunikation mit Freunden landet damit hinter Suchmaschinen und sozialen Netzwerken auf Platz 3 in der Meinungsbildung.

Als Herausforderung für den Kinder- und Jugendschutz gilt es, zu einem digitalen Bewusstsein und digitalen Kritikfähigkeit zu gelangen. Damit sind alle Kräfte gefordert, um die technischen Innovationen auch sozialpsychologisch zu verstehen und den Umgang mit neuen Medien zu erlernen.

In seinem Grußwort wies der Erste Kreisbeigeordnete Alexander Licht (MdL) auf die Maßnahmen in der 10jährigen Kinderschutz-Netzwerkarbeit hin. So gehöre auch Familienbildung zu einem gelingenden Kinderschutz.

Kinderschutz-Netzwerkkoordinator Stephan Rother stellte neue Angebote der Familienbildung vor und informierte mit Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Christa Lotz über die medizinische Elternsprechstunde für Familien mit Neugeborenen im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Der Fachvortrag von Dr. Katzer wurde in Kooperation mit der LZG (Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e. V.) aus Mitteln des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie gefördert.


Hintergrund:

Dr. Catarina Katzer gehört international zu den führenden Experten auf dem Gebiet „Cyberpsychologie: Handeln, Fühlen und Denken im digitalen Zeitalter“. Zu ihrer Spezialdisziplin gehört außerdem der gesamte Bereich unseres negativen digitalen Sozialverhaltens. So hat sie erste Studien zu der Thematik „Cyberbullying und sexuelle Viktimisierung in den interaktiven Medien“ im deutschsprachigen Raum durchgeführt und publiziert (2005). Frau Dr. Katzer ist Sozialpsychologin und leitet das Institut für Cyberpsychologie & Medienethik, Köln. Volkswirtin, Soziologin und Sozialpsychologin.  www.cyberbullying-germany.de

Kinderschutz-Netzwerk im Landkreis Bernkastel-Wittlich

Seit 2007 besteht die Initiative „Guter Start ins Kinderleben – Erziehungskompetenz stärken!“. In Runden Tischen wurden Maßnahmen und Verfahrenswege für den gelingenden Kinderschutz erarbeitet. Zum Netzwerk Kinderschutz gehören alle Berufsgruppen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Das Landeskinderschutzgesetz sieht jährliche Netzwerkkonferenzen vor, um die Zusammenarbeit im Netzwerk zu fördern sowie die Kinderschutzarbeit jährlich zu resümieren.

Ansprechpartner für die Bereiche „Kinderschutz“, „Jugendschutz“ und „Familienbildung“ in der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich:

Stephan Rother,
Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich,
Fachbereich 12 - Jugend und Familie,
Kurfürstenstraße 16, 54516 Wittlich.
Tel.: (065 71) 14 - 2220
Fax: (065 71) 14 - 42220
E-Mail: Stephan.Rother[at]Bernkastel-Wittlich.de

Weiterführende Informationen:
http://www.bernkastel-wittlich.de/kreisverwaltung/fachbereiche/jugend-und-familie/kinderschutz/