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Der Kleine Beutenkäfer, ein ursprünglich in Afrika südlich der Sahara beheimateter Käfer, wurde in Europa erstmals im September 2014 in Süditalien, Region Kalabrien, nachgewiesen. Sehr wahrscheinlich durch Bienenwanderung verschleppt wurde er kurz danach in Sizilien festgestellt. Für die afrikanischen Bienen ist der Kleine Beutenkäfer ein harmloser Schädling, da sie sich auf diesen Schädling im Laufe ihrer Evolution eingestellt und wirksame Abwehrmechanismen entwickelt haben. Das Abwehrverhalten der europäischen Bienen reicht dagegen nicht aus, sich erfolgreich gegen diesen Schädling zu wehren.

Der nur etwa 5 mm lange und 3 mm breite schwarze Käfer legt seine Eier in den Bienenwohnungen ab. Aus diesen schlüpfen nach zwei bis vier Tagen die Larven. Sowohl die ausgewachsenen Käfer als auch die Käferlarven ernähren sich von allem organischen Material im Bienenstock. In ersten Linie bevorzugen sie Bieneneier und Bienenlarven, nehmen aber auch Pollen, Honig und Wabenwachs auf. Nach circa 10 bis 30 Tagen sind die dann etwa 10 mm langen, madenähnlichen, mit drei Beinpaaren in Kopfnähe versehenen Larven ausgewachsen und verlassen als Wanderlarven den Bienenstock, um sich in der näheren Umgebung in den Boden einzugraben und dort das Puppenstadium bis zum fertigen Käfer zu durchlaufen. Der ausgewachsene Käfer kann gut fliegen und Strecken bis zu 15 km zurücklegen. Er wird von den Bienen nicht als Feind erkannt. Dies geht sogar so weit, dass er in Wintertrauben überwintern kann und von Bienen gefüttert wird.

Die in Italien umgehend ergriffenen Bekämpfungsmaßnahmen haben nicht zu einer Ausrottung des Käfers geführt. Sowohl im zurückliegenden als auch in diesem Jahr wurden Neuausbrüche festgestellt. Die Erfahrungen von Nordamerika, wo der Käfer erstmals 1996 aufgetreten ist und sich bis nach Kanada ausgebreitet hat, zeigen, dass es sehr unwahrscheinlich ist, die einmal eingewanderten Käfer wieder auszurotten. Deshalb kommt der erhöhten Aufmerksamkeit durch die Imker besondere Bedeutung zu.

Eine Verbreitung über größere Entfernungen ist über den Versand sehr leicht möglich, da sich der Käfer in sehr kleinen Ritzen verstecken kann. Besonders der Versand von Paketbienen beziehungsweise. von Kunstschwärmen stellt eine Gefahrenquelle dar. Aber auch die Sendungen von Königinnen in Versandkäfigen oder von gebrauchten Materialien für die Bienenzucht sollten besonders genau überprüft werden. Die Imker sollten sich bei Zukauf von Bienen und Bienenzuchtmaterialien über die Bezugsquellen versichern und grundsätzlich nur mit vertrauenswürdigen Betrieben zusammenarbeiten. Besonders achtsam sollte man beim Kauf über den Internethandel sein, nicht in jedem Fall sind die Herkünfte beziehungsweise die Vertriebswege eindeutig erkennbar. Ein vermeintlich sehr günstiger Einkauf von unklaren oder unbekannten Bezugsquellen kann sich schnell als Fehlkauf mit katastrophalen Folgen entpuppen.

Sehr empfehlenswert ist die vom Friedrich-Löffler-Institut des Bundes herausgegebene Broschüre „Der Kleine Beutenkäfer Aethina tumida“. Diese mit vielen eindrucksvollen Bildern versehene Broschüre kann unter der Internetadresse www.fli.bund.de über die Menüpunkte „Publikationen“ und „Informationen zu Tierseuchen und Tierkrankheiten“ heruntergeladen werden.

Wegen der außerordentlichen Bedeutung für die heimischen Bienen ist ein Befall mit dem Kleinen Beutenkäfer auch im Verdachtsfall nach dem Tiergesundheitsgesetz bei der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich anzeigepflichtig. Weitere Fragen können an den Fachbereich Veterinärdienst der Kreisverwaltung Tel.: 06571/ 14 2353, E-Mail: veterinaeramt@bernkastel-wittlich.de gerichtet werden.