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Pflegestützpunkte bieten Hilfe und Unterstützung für Menschen mit Pflegebedarf und ihre Angehörigen

 

Wenn ältere Menschen nicht mehr alleine zurecht kommen, benötigen sie und ihre Angehörigen schnelle und umfassende Hilfe. Auskunft, Beratung, individuelles Fallmanagement und möglichst großer Service stehen im Mittelpunkt des Konzeptes der Pflegestützpunkte. Im Landkreis Bernkastel-Wittlich gibt es vier dieser Pflegestützpunkte. Sie wurden nun in einer Feierstunde in Wittlich erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

„Immer mehr ältere Menschen werden wegen der demografischen Entwicklung in den nächsten Jahren auf Betreuung und Pflege angewiesen sein“, betonte der Kreisbeigeordnete Fritz Kohl die Notwendigkeit des Hilfsangebots. Um die Beratung von Menschen mit Pflegebedarf und ihrer Angehörigen zu verbessern und die vorhandenen Hilfen noch besser zu koordinieren, habe der Gesetzgeber durch das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz eine Weiterentwicklung der bestehenden Beratungs- und Koordinierungsstellen beschlossen und mit den Pflegestützpunkten ein neues Instrument geschaffen, erklärte Kohl.

Auf der Suche zum Beispiel nach einem Pflegedienst, einem Pflegeheim, einer Tagesbetreuung, einem Anbieter für Essen auf Rädern oder Angebote der Altenhilfe finden Pflegebedürftige und ihre Angehörigen in den Pflegestützpunkten Unterstützung und Hilfestellung – so wie in den bisherigen Beratungs- und Koordinierungsstellen. Beim Aufbau der Pflegestützpunkte ist auf diese vorhandene Beratungsstruktur zurückgegriffen worden.

Aufgaben der Pflegestützpunkte sind: Umfassende und unanhängige Auskunft und Beratung der Pflegeversicherten und der in ihrem Interesse handelnden Personen. Zusätzlich kann in komplexen Fällen die Pflegeberatung auch ein Fallmanagement beinhalten. Das bedeutet: Im Pflegestützpunkt erarbeiten die Pflegeberater auf Wunsch des Ratsuchenden einen auf seine jeweilige persönliche Situation bezogenen Versorgungsplan.

Wie eine solches Fallmanagement aussehen kann, erläuterten Experten bei der Präsentation der Pflegestützpunkte an konkreten, aber anonymisierten Fällen. Dabei wurde deutlich, dass von den Beraterinnen und Beratern nicht nur umfassendes Wissen, sondern auch Einfühlungsvermögen und Beharrlichkeit abverlangt werden. So vermitteln und koordinieren sie gesundheitsfördernde, vorbeugende, heilende, wiederherstellende oder sonstige medizinische sowie pflegerische und soziale Hilfs- und Unterstützungsangebote. Damit können beispielsweise die Inanspruchnahme von Angeboten der offenen Altenhilfe, niedrigschwellige Betreuungsangebote und regelmäßige Termine zur ärztlichen Behandlung von vornherein aufeinander abgestimmt werden. Bei den Pflegeberatern können Anträge auf Pflegeleistungen oder Krankenkassenleistungen gestellt werden.

Die Mitarbeiter in den Pflegestützpunkten arbeiten vertrauensvoll  mit den Diensten und Einrichtungen, den Anbietern komplementärer Hilfen und allen sonstigen an der Pflege Beteiligten zusammen. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt besteht in der Förderung der Selbsthilfe, der Erhaltung und Stärkung der Familien- und Nachbarschaftshilfe sowie des bürgerschaftlichen Engagements. Die Mitarbeiter/-innen in den Pflegestützpunkten verfügen über eine zusätzliche Qualifikation als „Pflegeberater/-in“.