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Zurzeit erlebt der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) einen deutlich gestiegenen Zustrom an gewerblichen Abfällen. Das war bereits einmal vor rund 10 Jahren der Fall, als für unbehandelte Abfälle aus Haushalten und Gewerbe das Deponieverbot griff. Kurz vorher wurde der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.), der zu diesem Zeitpunkt mit Abstand die günstigsten Entsorgungsgebühren in der Region angeboten hatte, mit Abfällen „überschwemmt“. „Es hat den Anschein, dass sich dieses Szenario zum Teil mit denselben Protagonisten wiederholt“, erklärt Max Monzel, Verbandsdirektor des A.R.T. Statt Deponieverbot sind nun unter anderem Abfallimporte aus Großbritannien und Italien die Ursache für die Misere. Dadurch seien die Kapazitäten der Müllverbrennungsanlagen (MVA) komplett ausgelastet. In der Folge sind kaum noch MVA zu finden, die Abfälle annehmen, die Verbrennungspreise sind in die Höhe geschnellt und die Suche der Abfallerzeuger nach billigeren Entsorgungswegen ist entfacht.

Aus diesem Grund werden im Entsorgungs- und Verwertungszentrum (EVZ) Mertesdorf von Tag zu Tag mehr Abfälle aus dem gewerblichen Bereich angeliefert. Insbesondere Altholz überschwemmt den bundesdeutschen Abfallmarkt und sorgt auch beim A.R.T. für knapper werdende Lagerkapazitäten. „Trotzdem werden wir unserer Verpflichtung nachkommen und weiterhin ordnungsgemäß angelieferte gewerbliche Abfälle annehmen“, versichert Monzel.

Allerdings führe die derzeitige Situation dazu, dass das angelieferte Material im EVZ Mertesdorf gründlich kontrolliert werde. „Wir haben festgestellt, dass auf den LKW und den Containern wieder vermehrt die teuren Abfallarten dem deklarierten, günstigeren Abfall untergemischt werden“, erläutert Monzel. Die Abfälle müssen nicht nur richtig deklariert, sondern auch den richtigen Gebühren zugeordnet werden. Für bestimmte gewerbliche Abfallarten müssen entsprechend der Gebührensatzung sogar Tagespreise gezahlt werden. „Das wollten einige Anlieferer durch die „Vermischungsmethode“ umgehen, denn die Tagespreise sind in der jetzigen Situation entsprechend hoch“, erklärt der A.R.T.-Chef.

Neben der verstärkten Kontrolle sucht der A.R.T. intensiv nach Verwertungs- und Entsorgungswegen für die zusätzlichen Abfallströme. Voraussetzung für kostengünstige Verwertungswege ist allerdings eine sortenreine Trennung der Abfälle. Der A.R.T. appelliert daher an die Anlieferer, bereits im Vorfeld eine saubere Trennung vorzunehmen, um den Kostenaufwand für eine nachträgliche Trennung so gering wie möglich zu halten.