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Ambulante Pflegedienste

Ambulante Pflege – Was ist das?

Die meisten Menschen, die wegen Alters, Behinderung oder Krankheit Hilfe brauchen, leben in ihrer häuslichen Umgebung. Häusliche Pflege in der Familie ist keine leichte Aufgabe, die oft nur mit professioneller Unterstützung von außen gelingen kann. Die ambulanten Pflegedienste suchen den Pflegenden zu Hause auf, entlasten durch ihre Arbeit die Pflegeperson und tragen dazu bei, dass möglicherweise der Umzug in eine  stationäre Senioreneinrichtung hinausgezögert oder vermieden werden kann.

Die Pflegedienste bieten als pflegerische Leistungen Grund- und Behandlungspflege, sowie hauswirtschaftliche Versorgung an. Zu den Maßnahmen der Grundpflege gehören z.B. Unterstützung oder Übernahme der allgemeinen Körperpflege, z.B. Duschen und Baden, Lagern, Betten, Hilfe beim Toilettengang, Krankenbeobachtung, Mobilisation, Hilfe bei der Nahrungsaufnahme u.ä.

Die Behandlungspflege umfasst die medizinische Pflege, wie Verbände anlegen, Injektionen verabreichen, (z.B. Insulin, Heparin) Medikamentengaben und -überwachung, Stomaversorgung, Katheter anlegen u.ä. Die Behandlungspflege erfolgt durch  Verordnung des behandelnden Arztes.

Die Aufgabenbereiche der hauswirtschaftliche Versorgung umfassen u.a. Sicherung der Mahlzeiten, Hilfe bei der Nahrungszubereitung, Einkauf, Sauberhalten der Wohnung, Heizen der Wohnung, Wäscheversorgung etc.
Von den Pflegediensten werden verschiedene Unterstützungsmaßnahmen angeboten. Dazu zählen die zusätzlichen Betreuungsleistungen, (Seite 54) die über die Pflegekasse bis zu 460 Euro jährlich abrechenbar sind. Außerdem gibt es weitere Möglichkeiten zur Entlastung wie

  • Spezielle Pflegekurse für Angehörige von dementiell erkrankten Menschen (über die Pflegekasse)
  • Ehrenamtliche Betreuungsgruppen zur Entlastung der Angehörigen
  • Demenzcafé und ähnliche offene Treffs
  • Modellprojekt „Demenz – zu Hause leben“

Zu den weiteren Aufgaben gehören die Vermittlung zu Mobilen Sozialen Diensten, wie zu Hausnotruf-Systemen oder zum Mahlzeitendienst (Seite 28). Die Pflege wird von Pflegefachkräften und Pflegehilfskräften erbracht, die unter der Aufsicht einer verantwortlichen Pflegedienstleitung stehen.

Ambulante Pflege – Wann ist sie sinnvoll?

Die ambulante Pflege ist sinnvoll:

  • sofern eine Pflegebedürftigkeit vorliegt und die zu Pflegenden zu Hause bleiben möchten,
  • solange die Pflegebedürftigen noch in der Lage sind, im eigenen Haushalt zu leben, oder
  • solange die Pflegebedürftigen mit Angehörigen zusammenleben, die die Pflege und Betreuung gemeinsam mit dem ambulanten Pflegedienst sicherstellen,
  • um die pflegende Person zu entlasten,
  • um die Aufnahme in ein Pflegeheim zu vermeiden oder hinauszuzögern,
  • um der pflegenden Person praktische und beratende Hilfen zu bieten,
  • um zusammen mit der Pflegeperson die Lebensqualität zu verbessern,
  • in Ergänzung mit Tagespflege oder Kurzzeitpflege.

Ambulante Pflege – Wie wird sie finanziert?

Die entstehenden Kosten setzen sich aus den erbrachten Pflegeleistungen zusammen, die zuvor mit dem ambulanten Pflegedienst vereinbart wurden. Diese Leistungen der pflegerischen Versorgung sind je nach Einzelfall privat zu bezahlen oder werden bei bestehender Pflegestufe von den Pflegekassen bis zur bewilligten Höchstgrenze der Sachleistung übernommen. Die nach Abzug der Sachleistung verbleibenden Kosten sind vom Pflegebedürftigen selbst zu zahlen. Sind Pflegebedürftige nicht in der Lage, für die verbleibenden Kosten aufzukommen, können sie unter bestimmten Voraussetzungen Hilfe zur Pflege vom Sozialhilfeträger erhalten.

Ist die bewilligte Höchstgrenze der Sachleistung nicht erreicht, wird das Pflegegeld anteilig ausgezahlt. (Kombinationsleistungen)

Die Kosten der genehmigten Behandlungspflegen übernimmt die Krankenkasse. Dabei werden durch die Krankenkasse Eigenanteile des Patienten im üblichen Umfang erhoben.

Nähere Auskünfte zu den Leistungen der einzelnen ambulanten Pflegedienste im Landkreis Bernkastel-Wittlich sowie zur Preisgestaltung erhalten Sie bei den jeweiligen ambulanten Pflegediensten, den Beratungs- und Koordinierungsstellen (BEKO) und den Pflegekassen

Ambulante Pflege – Für welchen Pflegedienst entscheide ich mich?

Um den für Sie passenden Pflegedienst zu finden, bieten folgende Kriterien eine Entscheidungshilfe:

  • Bietet der Pflegedienst vor Vertragsabschluss ein ausführliches und kostenloses Informationsgespräch bei Ihnen zu Hause an?
  • Ist der Pflegedienst auch für die medizinische Behandlungspflege zugelassen?
  • Hat sich der Pflegedienst auf die Pflege bestimmter Personengruppen spezialisiert (z.B. Kinder, Demenzkranke, Sterbebegleitung)?
  • Werden Sie ausreichend und verständlich über die Finanzierung und die Kosten, die Sie selbst tragen müssen, informiert?
  • Kann der Pflegedienst zusätzliche Leistungen anbieten bzw. vermitteln?
  • Berät Sie der Pflegedienst über Leistungen der Kostenträger wie z.B. Pflegekasse, Krankenkasse, Sozialamt?
  • Wird das Personal regelmäßig geschult?
  • Gibt es eine verantwortliche Kontaktperson für Wünsche und Beschwerden?
  • Können Sie von einem festen Pflegeteam betreut werden?
  • Finden Ihre individuellen Bedürfnisse Berücksichtigung?
  • Werden Angehörige in die Pflege einbezogen?
  • Führt der Pflegedienst Kurse oder Schulungen auch für pflegende Angehörige durch oder vermittelt sie?
  • Hat der Pflegedienst ein Pflegeleitbild und wird Ihnen dieses ausgehändigt?
  • Kann der Pflegedienst die nötige Pflege auch rund um die Uhr leisten?
  • Wie sichert der Pflegedienst seine Bereitschaft an Sonn- und Feiertagen und nachts?
  • Übernimmt der Pflegedienst kurzfristige Entlassungs- und Urlaubsvertretungen?
  • Wird Ihr Wohnungsschlüssel so verwahrt, dass nur dazu befugte Personen Zugang haben?
  • Bietet Ihnen der Pflegedienst einen schriftlichen Vertrag an?

Ambulante Pflege – Welche  ergänzenden Angebote gibt es?

Wichtige, die Pflege ergänzende Dienste sind die so genannten „Mobilen Sozialen Dienste“. Das sind Hilfen, durch deren Einsatz ein selbstbestimmtes Leben zu Hause oft erst möglich wird. Dazu gehören:

  • Mahlzeitendienste – Auslieferung von warmen oder tiefgekühlten Menüs nach Hause (Essen auf Rädern, Fahrbarer Mittagstisch)
  • Hausnotruf – Alarmsystem für meist allein stehende Personen, um  in Notfällen schnell Hilfe herbeizurufen
  • Besuchs-, Betreuungs- und Begleitdienste – Überwiegend ehrenamtliche tätige Helfer/innen, die alte, kranke oder hilfsbedürftige Menschen aufsuchen und ihnen Gesellschaft leisten zur Aufrechterhaltung des Kontaktes zur Umwelt und auch zur Entlastung der pflegenden Angehörigen
  • Fahrdienste – Beförderung von Personen mit starker Gehbehinderung oder Rollstuhlfahrer

Ambulante Pflege – Welche Pflegedienste gibt es im Landkreis Bernkastel-Wittlich?

Die ambulanten Pflegedienste im Landkreis Bernkastel-Wittlich, die einen Versorgungsvertrag mit den Pflegekassen haben, finden Sie hier.