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Waltraud Junk-Vaudlet
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Bauen im Außenbereich

Bauvorhaben im Außenbereich stellen nach § 9 ff Landesnaturschutzgesetz (LNatSchG) Eingriffe in Natur und Landschaft dar. Nach § 10 Landesnaturschutzgesetz  ist der Verursacher eines Eingriffs zu verpflichten, vermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu unterlassen und unvermeidbare Beeinträchtigungen durch Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege auszugleichen oder Ersatz zu leisten. Aus diesem Vermeidungs- und Kompensationsgebot ergeben sich Anforderungen an eine möglichst umweltschonende und landschaftsverträgliche Gestaltung von Bauvorhaben. Diese kann zum Beispiel durch folgende Maßnahmen erreicht werden:

  • Wahl eines nicht oder nur bedingt einsehbaren Standortes für Gebäude,
  • regionaltypische und der Geländetopografie angepasste Bauweise (keine Geländeanschüttung),
  • Verwendung natürlicher Baumaterialien (z.B. Holz),
  • Erhalt vorhandener Gehölzbestände,
  • Reduzierung der Bodenversiegelung auf das unbedingt erforderliche Maß und Verwendung wasserdurchlässiger Befestigungsmaterialien für Hof- und Zufahrtsflächen,
  • Versickerung von Niederschlagswasser,
  • Einbindung der Baukörper durch Pflanzung von heimischen und standortgerechten Obst-  oder Laubgehölzen.

Grundsätzlich unterliegen alle Bauvorhaben den baurechtlichen Vorschriften und bedürfen im Regelfall einer Baugenehmigung. Im Baurecht sind jedoch einzelne Vorhaben von der Baugenehmigungspflicht freigestellt. Diese bedürfen, wenn sie im Außenbereich ausgeführt werden, einer Genehmigung nach dem Landesnaturschutzgesetz. Als Außenbereich gelten alle Flächen, die nicht innerhalb der bebauten Ortslage oder im Geltungsbereich eines Bebauungsplanes liegen. Zu den naturschutzrechtlich genehmigungsbedürftigen Vorhaben im Außenbereich zählen insbesondere:  

  • Gebäude bis zu 100 Quadratmeter Grundfläche und 5 Meter Firsthöhe, die einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dienen und nur zur Unterbringung von Sachen oder zum vorübergehenden Schutz von Tieren bestimmt sind. Soweit es sich um einfache, landschaftsangepasste und mindestens einseitig offene Weidetierunterstände handelt, die in Holzbauweise und ohne Bodenplatte errichtet werden, sind diese auch nach dem Naturschutzrecht genehmigungsfrei. Voraussetzung ist aber, dass sie im Rahmen einer landwirtschaftlichen Nutzung errichtet werden, also nicht nur der Hobbytierhaltung dienen.
  • Sonstige Gebäude bis zu einer Größe von 10 Kubikmeter umbautem Raum, zum Beispiel Gartengerätehütten. Diese sind aber nur genehmigungsfähig, wenn sie in einem Gebiet errichtet werden, das auch als Kleingartengebiet im Flächennutzungsplan ausgewiesen ist.
  • Landwirtschaftliche Fahrsilos
  • Masten und Antennen bis 10 m Höhe
  • Lager- und Abstellplätze der Land- und Forstwirtschaft und sonstige Lagerplätze bis 300 m² Fläche
  • Flüssiggasbehälter bis 3 t Fassungsvermögen und sonstige Gasbehälter bis 5 m³ Inhalt.
  • Aufschüttungen und Abgrabungen ab 2 m Höhe oder Tiefe oder mit einer Grundfläche von mehr als 300 m² sowie alle Abgrabungen oder Aufschüttungen von ständig oder zeitweise Wasser führenden Senken sowie von Ufer- und Feuchtflächen.

Der Antrag auf naturschutzrechtliche Genehmigung kann formlos gestellt werden, Sie können aber auch das hinterlegte Antragsformular verwenden. Fügen Sie dem Antrag bitte folgende Unterlagen bei:

Den Antrag mit den ergänzenden Unterlagen schicken Sie bitte an die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, Fachbereich Umwelt, Kurfürstenstraße 16, 54516 Wittlich.

Sofern Sie Zweifel haben, welches Genehmigungsverfahren für Ihr Vorhaben erforderlich ist, fragen Sie bitte bei uns nach. Wenn für Ihr Vorhaben eine Baugenehmigung erforderlich ist, wird die untere Naturschutzbehörde im Baugenehmigungsverfahren beteiligt und prüft, welche Auswirkungen das Bauvorhaben auf das Landschaftsbild, den Boden, die Pflanzen- und Tierwelt hat.

Zur naturschutzfachlichen Prüfung fügen Sie Ihrem Bauantrag bitte das ausgefüllte Formblatte „Ergänzende Angaben zur naturschutzfachlichen Beurteilung“ mit Bestands- und Freiflächengestaltungsplan.

Hinweis

Mit sorgfältigen Angaben ersparen Sie der Naturschutzbehörde in vielen Fällen eine Ortsbesichtigung, die ansonsten mit zusätzlichen Kosten für Sie verbunden ist. Im Einzelfall kann es erforderlich sein, dass Sie ein Fachbüro mit der Erstellung eines Fachbeitrages Naturschutz beauftragen müssen. Dies werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung mit Ihnen besprechen.