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Denkmalschutz und Denkmalpflege – Warum?

Denkmalschutz und –pflege sind keine Erfindungen unserer Zeit, aber sie sind heute dringlicher geworden. Im Denkmalschutz- und -pflegegesetz ist daher in § 1 Folgendes festgelegt: „Aufgabe des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege ist es, die Kulturdenkmäler zu erhalten und zu pflegen, insbesondere deren Zustand zu überwachen, Gefahren von ihnen abzuwenden und sie zu bergen.“

Die Zerstörungen durch den 2. Weltkrieg und die wirtschaftliche und soziale Umstrukturierung danach haben auch in unserem Landkreis deutliche Spuren hinterlassen. Unter dem Einfluss städtischer Architektur und mit dem Wunsch nach Modernität wurde in den letzten Jahrzehnten viel erhaltenswertes Kulturgut zerstört. Der Drang vieler Bauwilliger, ihren Häusern ein städtisches, modernes Aussehen zu geben und auch durch die Unkenntnis Renovierungswilliger über denkmalpflegerisch fachgerechte Ausführung führt dazu, dass so manches Denkmal verschandelt oder gar ganz zerstört wurde. Manches Dorf verlor sein charakteristisches Gesicht.

Mit dem wachsenden Unbehagen an der Monotonie und Hässlichkeit in Stadt und Dorf begann sich das Bewusstsein der Bürger zu wandeln: Als Eigentümer ist man wieder stolz auf den ererbten Besitz und pflegt ihn. Man besinnt sich wieder auf die vertrauten und unverwechselbaren Formen von Bürger-, Bauern- und Winzerhäusern sowie historische Industriebauten einer Landschaft. Die Rettung der alt vertrauten Formen will nicht nur die „Lebensqualitäten“ bewahren bzw. wiedererlangen, sondern auch das Geschichtsbewusstsein fördern und die Erzeugnisse einer Kultur mit deren handwerklichen Fertigkeiten und Gestaltungswillen würdigen und für die Nachwelt erhalten. Denkmäler liefern Belege über die Entwicklung unserer Region. Sie bestimmen ihren Charakter mit und tragen zur Unverwechselbarkeit bei. Sie leisten Orientierungshilfe. Sie wecken bei den Bürgerinnen und Bürgern Erinnerungen und Vertrautheit. Sie sind Identifikationspunkte der jeweiligen Ortsstruktur.

Unterschutzstellung - Wie geht das?

Nach dem Denkmalschutz- und -pflegegesetz ist die untere Denkmalschutzbehörde (hier: Kreisverwaltung) von Amts wegen oder auf Antrag der Denkmalfachbehörde (Landesamt für Denkmalpflege in Mainz) verpflichtet, ein Objekt unter Denkmalschutz zu stellen. Diese Unterschutzstellung kann auch auf Anregung des Eigentümers erfolgen. Die Unterschutzstellung eines Einzeldenkmals bzw. Bauwerks wird durch einen Verwaltungsakt verfügt. Es ergeht ein schriftlicher Bescheid an den Eigentümer, der, wie auch die Gemeinde, vorher ein Anhörungsschreiben erhält und sich zur geplanten Unterschutzstellung äußern kann. In der Regel erfolgt schon vorher ein persönliches Gespräch mit dem Eigentümer, wobei ihm die Unterschutzstellungsabsicht verdeutlicht und näher erklärt wird.

Die Unterschutzstellung von Denkmalzonen erfolgt durch Rechtsverordnung, die in der Regel vor Inkrafttreten bei der Gemeinde-, Verbandsgemeinde bzw. Stadtverwaltung vier Wochen ausgelegt wird und dort von den Betroffenen eingesehen werden kann.   Die untere Denkmalschutzbehörde führt für ihren Bereich ein Denkmalbuch. Alle geschützten Kulturdenkmäler werden in dieses Denkmalbuch eingetragen. Diese Eintragung wird gelöscht, wenn die Unterschutzstellung aufgehoben wird. Jeder kann dieses Denkmalbuch einsehen.

Unter Denkmalschutz - Was bedeutet das für den Eigentümer?

Jeder Eigentümer ist zur Erhaltung und Pflege seines Kulturdenkmals laut Denkmalschutz- und -pflegegesetz (§ 2) verpflichtet, auch wenn dieses noch nicht unter Schutz gestellt ist. Daher bringt eine Unterschutzstellung für den Eigentümer keine wesentlichen Neuerungen.

Veränderungen, An- oder Umbauten geschützter Gebäude sind durchaus möglich, wenn diese mit Rücksicht auf die historische Bausubstanz erfolgen. Stärker als in einem einfach nur „alten Haus“ gibt das Kulturdenkmal einer Wieder-, Neu- oder Umnutzung bestimmte Grenzen vor, die zu respektieren sind. Wichtigste Voraussetzung für den Umgang mit jedem alten Haus ist der Respekt vor der Einheit des Gewordenen. Dieser Respekt ist insbesondere für den Umgang mit dem Kulturdenkmal zu fordern. Das Kulturdenkmal ist keine freie Verfügungsmasse soundso vieler Kubikmeter umbauten Raumes, sondern eine als denkmalwürdig ausgewiesene, daher zu erhaltende Substanz und Erscheinung. Dieses bedeutet nicht die berühmte „Käseglocke“, die – wie der Volksmund behauptet – mit dem Denkmalschutz über alte Häuser gestülpt wird. Aber: Alle Veränderungswünsche sind im Rahmen der gesetzlichen Grundlagen in jedem Einzelfall und meist vor Ort zu prüfen, zu genehmigen oder zu versagen.

Gegen eine ergangene Entscheidung der Unteren Denkmalschutzbehörde der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich können Rechtsmittel eingelegt werden.   Aber bedenken Sie, auch bei einem Neubau hätten Sie viele Vorschriften und Regelungen zu beachten. Was hat nun der Eigentümer außer diesen Pflichten noch von der Unterschutzstellung werden Sie sich jetzt fragen. Aber bringt ein fachgerecht renoviertes Haus Ihnen nicht auch Vorteile? Ganz abgesehen von dem Wohlbehagen, in einem unverwechselbaren Haus zu wohnen, steigt auch der Wert Ihres Hauses sowohl in ideeller als auch in materieller Hinsicht. Und ist es nicht auch ein gutes Gefühl, sich gegenüber den unpersönlichen und konformen Wohnstätten durch ein lebendiges und individuelles Zuhause wohltuend abzusetzen?   Ein altes Haus in seiner gewachsenen Umgebung, fachgerecht unterhalten oder in Stand gesetzt, strahlt Atmosphäre aus und hilft entscheidend mit, das Typische eines Ortsbildes zu erhalten bzw. wieder ablesbar zu machen.   Erhalten sie die Tradition und Originalität Ihres Hauses und damit Ihres Dorfes. Bewahren Sie es davor, in die Monotonie und Trostlosigkeit herabzusteigen. Ihr stilgerecht renoviertes Haus demonstriert schon äußerlich die wiedergewonnene Lebensqualität, die sowohl beispielhaft auf andere Denkmaleigentümer wirkt als auch den Urlauber anspricht. Somit leisten Sie nicht nur für sich selbst und die dörfliche Gemeinschaft einen hohen kulturellen Beitrag, sondern Sie fördern damit auch den Fremdenverkehr in Ihrem Ort.