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Dr. Heribert Feck
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Fuchsbandwurm

Entwicklung:

Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) lebt bei seinem natürlichen Endwirt, dem Fuchs, im Darm. In den Bandwurmgliedern entwickeln sich Eier, die mit dem Fuchskot ins Freie gelangen. Durch Kontakte mit Fuchskot nehmen in Wald und Feld heimische Kleinnager die Eier auf. In ihrem Körper entwickeln sich als Jugendstadien des Bandwurms vor allem in der Leber kleine Blasen (Finnen).

Die Tiere erkranken zumeist schwer und werden so leicht eine Beute des als Mäusefängers sehr geschickten Fuchses. Die in den Fuchsdarm gelangten Finnen wachsen zu Bandwürmern heran und beginnen alsbald, Eier zu produzieren.

Auch in anderen Säugetieren und im Menschen können Bandwurmeier sich, sofern sie in den Magen-Darmkanal gelangen, zu Finnen entwickeln. Die Fähigkeit der Finnen Tochterblasen zu bilden, kann dazu führen, dass das befallene Organ, zumeist die Leber, schließlich von Finnenblasen durchsetzt ist. Die Funktionsfähigkeit des Organs wird infolge der weitgehenden Verdrängung von Organgewebe nachhaltig beeinträchtigt.

Krankheitssymptome treten jedoch erst auf, wenn die Erkrankung schon relativ weit fortgeschritten ist.

Bandwurmeier:

  • sehr widerstandsfähig gegenüber äußeren Einflüssen
  • im Sommer mindestens 3 Monate infektionsfähig
  • unter günstigen Bedingungen bis zu 2,5 Jahren infektionsfähig
  • die Widerstandsfähigkeit gegen Kälte ist außerordentlich hoch (240 Tage bei -18°C)

Übertragung:

  • Aufnahme bei dem Verzehr roher, in Bodennähe geernteter Waldbeeren
  • beim Abbalgen von Füchsen, die Bandwurmträger sind (Eier können im Fell des Fuchses haften)

Vorsichtsmaßnahmen:

  • sichere Abtötung der Eier wird nur durch eine Erhitzung der Beeren auf über 60 - 70°C erreicht (z.B. durch  Zubereitung von Marmelade)
  • das Abwaschen der Früchte kann möglicherweise vorhandene Eier beseitigen, ist aber keine absolut sichere Maßnahme
  • Tiefgefrieren schadet den Eiern erst nach längerer Zeit
  • regelmäßige Bandwurmbehandlung von Hunden und Katzen, da auch diese Tiere hin und wieder Träger des Fuchsbandwurmes sein können (Fressen von Finnen tragenden Mäusen)

Behandlung des Menschen:

  • schwierig, da die Diagnose oft sehr spät gestellt wird
  • nicht immer erfolgreich
  • Eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm gilt immer als lebensgefährlich!