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Dr. Heribert Feck
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Geflügel

(Stand Dezember 2016)

I. Geflügelarten

Tierseuchenrechtlich zählen folgende Vogelarten zum Geflügel:
Hühner, Enten, Gänse, Truthühner, Laufvögel, Perlhühner, Rebhühner, Fasane und Wachteln

II. Vorschriften

Beim Halten von Geflügel sind neben einer Reihe weiterer Vorschriften (z. B. Tierschutzrecht, Lebensmittelrecht etc.) folgende tierseuchenrechtliche Vorschriften zu beachten:

  • Gesetz zur Vorbeugung vor und Bekämpfung von Tierseuchen
    (Tiergesundheitsgesetz - TierGesG)
  • Verordnung zum Schutz gegen die Verschleppung von Tierseuchen im Viehverkehr
    (Viehverkehrsverordnung - ViehVerkV)
  • Verordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest
    (Geflügelpest-Verordnung)
  • Verordnung über besondere Schutzmaßregeln in kleinen Geflügelhaltungen
  • Verordnung zum Schutz gegen bestimmte Salmonelleninfektionen beim Haushuhn und bei Puten
    (Geflügel-Salmonellen-Verordnung - GeflSalmoV)
  • Verordnung über anzeigepflichtige Tierseuchen

III. Anzeige der Geflügelhaltung

Das Halten von Geflügel ist unabhängig von der Zahl der Tiere und dem Zweck der Haltung spätestens bei Beginn der Tätigkeit der zuständigen Behörde (hier: Kreisverwaltung) unter Angabe des Namens, der Anschrift und, bezogen auf die jeweilige Tierart, der Anzahl der im Jahresdurchschnitt gehaltenen Tiere, ihrer Nutzungsart und ihres Standortes anzuzeigen. Darüber hinaus ist anzugeben, ob die Tiere in Ställen oder im Freien gehalten werden. Wesentliche Änderungen sind unverzüglich anzuzeigen.

IV. Registerführung

In einem Register sind folgende Angaben zu dokumentieren:
a) Zugang von Geflügel: Name und Anschrift des Transportunternehmens und des bisherigen Halters, Datum des Zugangs und Geflügelart
b) Abgang von Geflügel: Name und Anschrift des Transportunternehmens und des künftigen Tierhalters, Datum des Abgangs und Geflügelart
c) Anzahl der verendeten Tiere je Werktag
d) werden mehr als 10 Stück Geflügel gehalten: Gesamtzahl der gelegten Eier je Werktag

Aufbewahrungspflicht für die Register:
3 Jahre, wobei die 3-Jahresfrist mit Ablauf des 31. Dezember desjenigen Jahres, in dem die letzte Eintragung vorgenommen worden ist, beginnt.

V. Füttern und Tränken

Bei nicht ausschließlicher Stallhaltung gilt:
a) Fütterung nur an Stellen, die für Wildvögel nicht zugänglich sind,
b) Tränkung nicht mit Oberflächenwasser, zu dem Wildvögel Zugang haben,
c) für Wildvögel unzugängliche Lagerung von Futter, Einstreu und sonstigen Gegenständen, mit denen Geflügel in Berührung kommen kann.

VI. Früherkennung der Geflügelpest

Eine tierärztliche Untersuchung auf das hochpathogene und niedrigpathogene aviäre Influenzavirus ist zu veranlassen, wenn:
a) innerhalb von 24 Stunden 3 und mehr Tiere in Beständen mit bis zu 100 Tieren oder
mehr als 2 Prozent in Beständen mit mehr als 100 Tieren verendet sind,
b) es zu einer erheblichen Veränderung der Legeleistung kommt,
c) es zu einer erheblichen Veränderung der Gewichtszunahme kommt.

In reinen Enten- und Gänsenbeständen ist eine tierärztliche Untersuchung auf das hochpathogene und niedrigpathogene aviäre Influenzavirus zu veranlassen, wenn:
a) die Verlustrate um mehr als das dreifache über der üblichen Sterberate liegt,
b) die Legeleistung mehr als 5 Prozent abgenommen hat,
c) die durchschnittliche Gewichtszunahme um mehr als 5 Prozent abgenommen hat.

VII. Schutzkleidung

Der Besitzer hat sicherzustellen, dass jede Person, die gewerbsmäßig bei der Ein- oder Ausstallung von Geflügel tätig ist, vor Beginn der Tätigkeit gereinigte Schutzkleidung oder Einwegkleidung anlegt und diese während der Ein- oder Ausstallung trägt. Die Schutz-kleidung ist unverzüglich nach Gebrauch vom Besitzer zu reinigen und zu desinfizieren; Einwegkleidung hat er unverzüglich nach Gebrauch unschädlich zu beseitigen.

VIII. Einhaltung weiterer seuchenhygienischer Maßnahmen

  1. Ein- und Ausgänge von Ställen oder sonstigen Standorten des Geflügels sind gegen unbefugten Zutritt oder unbefugtes Befahren zu sichern.
  2. Ställe oder sonstige Standorte des Geflügels dürfen von betriebsfremden Personen nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegkleidung betreten werden. Nach Verlassen des Stalls oder sonstigen Standorts des Geflügels haben diese Personen die Schutz- und Einwegkleidung unverzüglich abzulegen.
  3. Der Halter hat die Schutzkleidung nach Gebrauch unverzüglich zu reinigen und zu desinfizieren und die Einwegkleidung nach Gebrauch unverzüglich unschädlich zu beseitigen.
  4. Es ist eine betriebsbereite Einrichtung zum Waschen der Hände sowie eine Einrichtung zur Desinfektion der Schuhe vorzuhalten.
  5. Zusätzlich gilt für Haltungen mit mehr als 1000 Stück Geflügel:
    a) Nach jeder Ein- und Ausstallung sind die Gerätschaften und der Verladeplatz unverzüglich zu reinigen und zu desinfizieren. Nach der Ausstallung sind die freigewordenen Ställe einschließlich die Einrichtungen und Gegenstände zu reinigen und zu desinfizieren.
    b) Betriebseigene Fahrzeuge sind unmittelbar nach jedem Geflügeltransport zu reinigen und zu desinfizieren.
    c) Werden Fahrzeuge, Maschinen und sonstige Gerätschaften von mehreren Betrieben gemeinsam benutzt, sind diese vor jeder Abgabe zu reinigen und zu desinfizieren.
    d) Räume und Behälter zur Aufbewahrung verendeten Geflügels ist bei Bedarf, mindestens jedoch einmal im Monat, zu reinigen und zu desinfizieren.
    e) Es ist eine ordnungsgemäße Schadnagerbekämpfung durchzuführen und diese zu dokumentieren.

IX. Impfungen gegen die Newcastle-Krankheit (atypische Geflügelpest)

Hühner und Truthühner müssen regelmäßig gegen den Erreger der Newcastle-Krankheit geimpft werden. Bereits beim Kauf von Hühnern oder Truthühnern ist darauf zu achten, dass die Tiere gegen diese Krankheit geimpft sind.

X. Regelmäßige Untersuchungen auf Salmonellen

In Legehennenbetrieben ab einer Größe von 350 Hühnern sind regelmäßig Untersuchungen auf bestimmte Salmonellen durchzuführen. Während der Legephase müssen alle 15 Wochen geeignete Proben (Sammelkotproben) entnommen werden. Ähnliche Vorgaben gelten auch jeweils ab einer definierten Bestandsgröße auch für Hühnerzuchtbetriebe, Hühneraufzuchtbetriebe, Hähnchenmastbetriebe, Hühnerbrütereien und für Putenbetriebe.

XI. Anzeige von Tierseuchen
Jeder Halter, Besitzer oder sonstige Personen, die Umgang mit Geflügel haben, müssen bereits bei Vorliegen von Verdachtsmerkmalen, die auf eine der nachfolgend genannten Tierseuchen beim Geflügel deuten, diese unverzüglich bei der zuständigen Behörde anzeigen. Hierzu gehören zur Zeit die Geflügelpest, die Infektion mit dem West-Nil-Virus, die Newcastle-Krankheit und die niedrigpathogene aviäre Influenza.