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Lokale Aktionsgruppe Mosel

WeinKulturLand - So heißt die Strategie, mit der die "Leader-Aktions-Gruppe (LAG) Mosel" einen weiteren Anstoß zur Erhaltung ihrer einmaligen Weinkulturlandschaft und zur Anpassung des Tourismus an die Anforderungen der modernen Zeit zu geben will.

Die Lokale Aktionsgruppe Mosel vor ihrer Sitzung im Weinkulturellen Zentrum in Bernkastel-Kues.

Die Lokale Aktionsgruppe Mosel vor ihrer Sitzung im Weinkulturellen Zentrum in Bernkastel-Kues.

Unter Vorsitz von Landrätin Beate Läsch-Weber haben sich die Moselgemeinden zwischen Kenn und Winningen und die Ruwertalgemeinden zur LAG Mosel zusammengeschlossen, um gemeinsam Lösungen zur Zukunftsfähigkeit der Region zu entwickeln. Nach einjähriger Zusammenarbeit in vielen Arbeitsgruppen ist ein unter breiter Beteiligung der Bevölkerung das aktuelle Konzept der LAG Mosel entstanden. Es wurde als Bewerbung im Jahr 2007 beim Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau in Mainz eingereicht und von der Jury ausgewählt. Die aktuelle Förderperiode beinhaltet einen Zeitraum 2007-2013, in dem bis zu 1,7 Mio. Euro EU-Fördergelder für die regionale Entwicklung an der Mosel verwendet werden dürfen. 

Entwicklungsziele

Das für das Leader Programm der EU von der LAG Mosel beschlossene „lokale integrierte, ländliche Entwicklungskonzept“ (LILE) der Moselgemeinden umfasst fünf zentrale gebietsspezifische Ziele. Diese orientieren sich an den bereits in der vergangenen Förderperiode verfolgten Zielen und wurden an die aktuellen Handlungserfordernisse angepasst.

Entwicklungsziel 1: Hier wächst der beste Riesling, fliegen Schmetterlinge – Weinkulturlandschaft im Einklang mit NATURA 2000-Gebieten entwickeln

Die Entwicklung der Weinkulturlandschaft ist ein wesentliches Anliegen des LILE Mosel: aus ökologischen Gründen, zur Erhaltung des Weinbaus als gewachsene Wirtschaftsstruktur und weil der Tourismus an der Mosel als zentrales Element seine typische und alleinstellende Kulturlandschaft benötigt.

Entwicklungsziel 2: Hier will ich hin - nachhaltige Tourismusentwicklung fördern

Der Tourismus stellt einen der bedeutendsten Wirtschaftszweige der Mosel dar, den es nachhaltig zu fördern und an die Zukunftsherausforderungen anzupassen gilt. Erklärtes Ziel ist es weiterhin, die Verbindungen zwischen Tourismus und Weinbau stärker auszubauen.

Entwicklungsziel 3: Hier will ich arbeiten – regionale Wertschöpfung erhöhen und neue Arbeitsplätze schaffen

Ein weiteres Entwicklungsziel der LAG Mosel ist die Erhöhung der regionalen Wertschöpfung und damit der Erhalt vorhandener Arbeitsplätze und die Schaffung zusätzlicher Einkommensmöglichkeiten in der Mosel-Region. Besonderer Schwerpunkt liegt hier auf der Verbesserung der Einkommensstruktur in den Bereichen Weinbau und Landwirtschaft.

Entwicklungsziel 4: Hier fühle ich mich wohl – regionale Identität stärken, Authentizität erfahren

Für alle Bereiche des LILE ist es von entscheidender Bedeutung, dass sich die Menschen der Mosel auf ihre historisch gewachsenen Fundamente besinnen und ihre kulturelle Identität pflegen. Die Stärkung der regionalen Identität nach innen und außen ist daher erklärtes Ziel der LAG Mosel.

Entwicklungsziel 5: Hier will ich leben – zukunftsfähige Dorf- und Gesellschafts-strukturen gestalten

Ein weiteres Entwicklungsziel der LAG Mosel ist die Gestaltung zukunftsfähiger Dorf- und Gesellschaftsstrukturen, der insbesondere im Hinblick auf den demografischen Wandel in der Region Mosel eine entscheidende Bedeutung zukommt.

Entwicklungsstrategie

Wie die Erfahrungen des bisherigen Entwicklungsprozesses zeigen, hat sich die strategische Ausrichtung der LAG Mosel als richtig und tragfähig erwiesen. Die begonnenen Handlungsansätze sollen damit grundsätzlich fortgeführt, jedoch noch stärker unter einem Dach zusammengeführt werden. Auch die Bereiche regionale Kultur, insbesondere der Aspekt regionale Baukultur sowie Maßnahmen zum Erhalt der Weinkulturlandschaft werden weiter gestärkt. Hinzu kommt: aufgrund des sich abzeichnenden demographischen Wandels, gewinnt in dieser Förderperiode die Gestaltung zukunftsfähiger Dorf- und Gesellschaftsstrukturen an Bedeutung. Zentraler Bestandteil der Strategie ist auch die Mitarbeit und Unterstützung im November 2006 gegründeten Regionalinitiative Mosel.

Die Strategie der Mosel wird mit dem Motto Mosel - WeinKulturLand ErLeben beschrieben. Dies bedeutet im Einzelnen:

Wir nutzen alle Kräfte. Die in der Region vorhandenen vielfältigen natürlichen und kulturhistorischen Potenziale werden gezielt im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung in Wert gesetzt.

Wir wachsen. Vorhandene Stärken sind auszubauen, neue Stärken aus den regionalen, gebietsspezifischen Potenzialen zu entwickeln und noch vorhandene Schwächen zu mildern.

Wir sind gemeinsam stärker. Entscheidend für den Erfolg der Arbeit der LAG Mosel ist die Zusammenarbeit der regionalen Akteure und der touristischen Leistungsträger. Besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der Vernetzung von Weinbau, Landwirtschaft, Kultur, Tourismus und Gastronomie. Die einzelnen Angebotsbausteine sind - entsprechend den Bedürfnissen der unterschiedlichsten Zielgruppen - immer wieder neu zusammen zu setzen. Die Vernetzung der Akteure ist nicht auf die Moselregion beschränkt – im Gegenteil – die überregionale und transnationale Zusammenarbeit ist gezielt auszubauen. Im Sinne eines integrierten Handelns zielt die LAG Mosel auch auf die Bereitstellung und die Abstimmung der notwendigen Infrastruktur und des Know-hows ab.

Wir setzen auf Qualität. Eine Strategie zur Förderung einer nachhaltigen Tourismusentwicklung ist die gezielte Verbesserung der Qualität von Leistung, Angebot und Service. Die touristische Leistungsfähigkeit der Moselregion ist regelmäßig zu überprüfen, an das internationale Niveau anzupassen und an den Wünschen der Zielgruppen auszurichten. Der Qualitätsgedanke bestimmt auch die Entwicklung und Umsetzung von Qualitätskriterien im Rahmen der Dachmarke Mosel WeinKulturLand.

Wir kennen Erwartungen und erfüllen Gästewünsche. Eine weitere Strategie zur Förderung eines nachhaltigen Tourismus ist die Schaffung zusätzlicher, an den Bedürfnissen der unterschiedlichen Zielgruppen ausgerichteter touristischer Angebote in Form eines Baukastensystems. Der Aspekt der Zielgruppenorientierung begrenzt sich jedoch nicht auf den Tourismussektor, sondern spielt beispielsweise im Bereich der Entwicklung zukunftsfähiger Dorf- und Gesellschaftsstrukturen ebenfalls eine bedeutende Rolle. Hier ist die Veränderung in der Altersstruktur der Bevölkerung bei der Entwicklung von Maßnahmen besonders zu berücksichtigen. Zielgruppenorientierung meint auch die stärkere Berücksichtigung der Interessen von Frauen und Jugendlichen. Auch wenn in der vergangenen Förderperiode die Interessen von Frauen und teilweise von Jugendlichen bereits berücksichtigt wurden, gewinnt dieser Aspekt in dieser Förderperiode noch einmal an Bedeutung.

Wir hören zu und reden miteinander. Entsprechend dem Ansatz der Regionalinitiative Mosel kommt der gezielten Kommunikation der WeinKulturLandschaft nach innen und außen eine hervorgehobene Bedeutung zu.

Die Strategie der LAG Mosel weist aufgrund der breiten Einbindung unterschiedlichster Akteurinnen und Akteure, der Weiterentwicklung des Akademiegedankens (vgl. hierzu Handlungsfeld Akademie der Mosel) und dem Ausbau des Qualitätsgedankens für die Region Mosel Pilotcharakter auf. Sie ist zudem in hohem Maße nachhaltig, da sie auf den regionalen Potenzialen der Region, insbesondere ihrer gewachsenen Kulturlandschaft, aufbaut. Im Mittelpunkt der Strategie steht die Achse 3 der ELER-Verordnung (Seite 24) „Lebensqualität im ländlichen Raum und Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft“.