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Helmut Ulmen
Tel.: 06571/14-2262
Fax: 06571/14-42262
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Leader - Die Europäische Initiative für den ländlichen Raum

Herausforderungen für ländliche Regionen

Der ländliche Raum in der europäischen Gemeinschaft ist vielfältig. Doch die Probleme, denen sich ländliche Regionen gegenüber sehen, sind ähnlich: Es mangelt an beruflichen Perspektiven, was vor allem junge Menschen veranlasst, ihre Region zu verlassen. Es kommt zu einer Überalterung der Bevölkerung und durch den sukzessiven Abbau der Infrastruktur auch zu einer Verschlechterung der Lebensqualität.

Auch globale Entwicklungen erfordern Antworten:

Liberalisierung des Handels, rasche Verbreitung und Anwendung neuer Technologien, Wandel des Agrarsektors und zunehmende Berücksichtigung von Umweltbelangen. Wollen sich die ländlichen Regionen diesen Herausforderungen stellen, brauchen sie eine auf die Besonderheiten ihrer Region zugeschnittene Strategie.

LEADER - Neue Wege in die Zukunft

Seit 1991 erprobt die EU mit der Gemeinschaftsinitiative LEADER einen gebietsbezogenen Entwicklungsansatz. LEADER steht für "Liaison entre actions de développement de l´économie rurale (Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft). In der bereits vierten Förderperiode 2007 - 2013 ist Leader Bestandteil des Rheinland-Pfälzischen Programms „Agrarwirtschaft, Umweltmaßnahmen, Landentwicklung“ (PAUL).

Mit dem EU-Programm Leader werden umfassende, innovative und partnerschaftliche Ansätze zur Stärkung und selbstbestimmten Entwicklung ländlicher Regionen gefördert. Zentrale Elemente sind sektorübergreifende Ansätze, Nachhaltigkeit und eine aktive Bürgergesellschaft. Leader steht unter dem Motto "Bürger gestalten ihre Heimat".

Hier können alle Beteiligten nicht nur mitplanen, sondern auch aktiv die Umsetzung gestalten. Dabei entstehen Netzwerke zum gegenseitigen Nutzen - innerhalb der Leader-Gebiete, aber auch national und transnational zwischen den Gruppen. Der umfassende bayerische Leader-Ansatz ermöglicht auch die Förderung von Projekten, die andere Förderprogramme nicht bedienen können, die aber oft für eine optimale Nutzung der Stärken einer Region besonders wichtig sind.

Für die LEADER-Förderperiode 2007-2013 werden in Rheinland-Pfalz von der Europäischen Union 21,55 Mio. Euro bereitgestellt.

Die grundlegenden Ansätze von LEADER

  • Jede Region hat ihre Spezifika, die es als Chance für ein eigenständiges Profil und eine stärkere Identifikation der Bevölkerung mit ihrer Region zu entdecken und zu entwickeln gilt - Territorialer Ansatz.
  • Das Aufgreifen solcher Chancen setzt eine breite Bürgerbeteiligung mit demokratischen Spielregeln voraus. Neue Organisationsstrukturen und Eigeninitiative sind gefragt - Bottom-up-Ansatz.
  • Private und öffentliche Akteure entwickeln gemeinsam eine Strategie, wie der Entwicklungsrückstand ihrer Region abgebaut, Marktnischen gefunden und privates Kapital mobilisiert werden kann - Regionales Entwicklungskonzept.
  • Durch engere Beziehungen zwischen den Regionen und sektorübergreifende Zusammenarbeit werden die Diversifizierung der lokalen Wirtschaft und der gesellschaftliche Austausch gefördert - Integrierter Ansatz.
  • Durch die Vernetzung der Akteure und internationale Kooperationen können die beteiligten Gruppen europaweit voneinander lernen.

LEADER-Regionen sind Gebiete, die kulturgeschichtlich, naturräumlich, wirtschaftlich oder auch verwaltungstechnisch eine Einheit bilden. Die Bevölkerungsgrenze liegt bei 150.000 Einwohnern und maximal 195 Einwohnern pro Quadratkilometer.

Lokale Aktionsgruppen als Schnittstellen

Regionalentwicklung im Sinne von LEADER ist eine Querschnittsaufgabe. Deren Organisation und Begleitung nehmen Lokale Aktionsgruppen (LAGs) wahr. Das sind Zusammenschlüsse privater und öffentlicher Akteure der Region, die sich meist als Verein oder auch als privatrechtliche Gesellschaft organisieren. Wesentlich ist, dass die LAG eine für die Region repräsentative Mischung lokaler Akteure zusammenführt. Auf der Entscheidungsebene, z.B. im Vorstand, müssen lokale Wirtschafts- und Sozialpartner mindestens zur Hälfte vertreten sein.

Die LAGs unterstützen und steuern den Entwicklungsprozess, sind Anlaufstelle für Projektideen und Projektanträge und bringen die verschiedenen Akteure in der Region zusammen. Sie können aber auch selbst Projekte initiieren und umsetzen.

Konzentration auf Leitthemen

Die Entwicklungskonzepte der LAGs konzentrieren sich auf ein bis zwei Themenfelder, die für ihre Region charakteristisch und verbindend sind. Von der Europäischen Kommission wurden vier Schwerpunktthemen vorgeschlagen:

  • Einsatz neuen Know-hows und neuer Technologien, um die Wettbewerbsfähigkeit regionaler Erzeugnisse und Dienstleistungen zu verbessern
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität
  • Aufwertung lokaler Erzeugnisse, Erleichterung des Marktzugangs vor allem für Kleinbetriebe
  • Nachhaltige Nutzung des natürlichen und kulturellen Potentials

Diese Themen können in den Programmen der einzelnen Bundesländer noch erweitert werden. In erster Linie geht es um die Förderung von Entwicklungsstrategien und neuen Projektansätzen, von sozialen und materiellen Innovationen; weniger um Investitionsmaßnahmen.

Partnerschaften und Austausch

LEADER setzt auf Erfahrungsaustausch und Kooperation. Für die Vernetzung der LEADER-Akteure in Deutschland ist seit Mitte 1997 die Deutsche Vernetzungsstelle „LEADER“ (DVS), heute unter der Bezeichnung „Netzwerk Ländliche Räume“ aktiv.

Vorrangiges Ziel des Netzwerkes ist es, auf regionaler Ebene angewandte neue Entwicklungsansätze und erfolgreiche Projektideen überregional bekannt zu machen. Kontakte - auch über LEADER hinaus - werden geschaffen und durch Know-how-Transfer die fachliche und organisatorische Arbeit der LAGs unterstützt. Hierzu bietet die DVS Seminare, Workshops und Schulungen sowie Beratungen an und informiert über eine eigene Website, die Zeitschrift LEADERforum und weitere Publikationen (www.netzwerk-laendlicher-raum.de).

Durch die Mitarbeit am Netzwerk können die LAGs...

  • Informationen über Projekte, Dienstleistungen und Angebote anderer Gruppen erhalten,
  • über den persönlichen Kontakt Kooperationen bilden,
  • die regionale Handlungskompetenz steigern,
  • Fehler beim Organisationsaufbau, der Projektentwicklung und -abwicklung vermeiden und dadurch Zeit sparen,
  • neue Tätigkeitsfelder und Entwicklungsschwerpunkte aufbauen.

Zusammen mit den nationalen Vernetzungsstellen der EU-Mitgliedstaaten und der Europäischen Beobachtungsstelle in Brüssel ist die DVS Teil des europäischen Netzes für ländliche Entwicklung. Die Europäische Beobachtungsstelle bindet die LAGs auch europaweit in gemeinsame Aktivitäten mit anderen ländlichen Regionen ein. Impulse und Innovationen können so von der europäischen Ebene in die Region transferiert werden.