Stationäre Pflege
Stationäre Pflege wird durch Senioreneinrichtungen erbracht und bietet umfassende Betreuung und Versorgung, insbesondere für chronisch kranke und pflegebedürftiger Menschen.
Wann ist sie sinnvoll?
Es gibt Situationen, in denen stationäre Pflege sinnvoll oder sogar notwendig ist. Stationäre Pflege kann sinnvoll sein,
- wenn die Pflege in der eigenen Wohnung auch unter Inanspruchnahme professioneller Hilfe nicht sichergestellt werden kann (weil z.B. pflegende Angehörige selbst krank werden und die Pflege nicht mehr durchführen können),
- wenn rund um die Uhr Beaufsichtigung und Betreuung (z. B. bei fortgeschrittener Demenz) erforderlich ist,
- wenn der Betroffene zu vereinsamen und/oder zu verwahrlosen droht.
Welche Leistungen kann ich erwarten?
Senioreneinrichtungen bieten umfassende Betreuung und Versorgung rund um die Uhr. Dazu zählen selbstverständlich die Grund- und Behandlungspflege sowie die gesamte hauswirtschaftliche Versorgung. Darüber hinaus werden je nach Einrichtung auch diverse Betreuungsangebote vorgehalten, wie z. B. Beschäftigungsangebote, ehrenamtliche Besuchsdienste, Ergotherapie, Gedächtnistraining, gemeinsame Aktivitäten (z. B. Ausflüge), gerontopsychiatrische Wohngruppen, Gesprächskreise (auch für Angehörige), Gottesdienste/ Bibelstunden, Nachtcafé, Senioren- und Krankengymnastik, Seniorentanz, tagesstrukturierende Gruppenangebote. Das in Tagessätzen festgelegte Entgelt für die stationäre Pflege ist unterteilt in Pflegekosten, Ausbildungsvergütung, Unterkunfts- und Verpflegungskosten sowie Investitionskosten, ggf. zzgl. Einzelzimmerzuschlage von in der Regel 1,02 Euro täglich.
Welche Kosten entstehen?
Berechnet man die monatlichen Kosten des Heimaufenthaltes und berücksichtigt die Zahlung des Pflegegeldes (ab Pflegestufe I), bleibt noch ein Restbetrag übrig. Dieser wird den Pflegebedürftigen / ihren Angehörigen in Rechnung gestellt. Sollten die Kosten die Vermögenslage der Pflegebedürftigen übersteigen, so übernimmt, nach Prüfung der wirtschaftlichen Voraussetzungen, der Landkreis als Träger der Sozialhilfe diese Restkosten. Setzen Sie sich bitte deshalb vor Beginn des Heimaufenthaltes mit dem Fachbereich Hilfe zur Pflege, Eingliederungshilfe, Gemeindenahe Psychiatrie der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich in Verbindung.
Gibt es Entscheidungshilfen für die Auswahl?
Folgende Fragen können Ihnen bei der Auswahl eines Senioren- bzw. Pflegeheimes hilfreich sein. Stellen Sie vor dem Besuch in der Einrichtung die Punkte zusammen, die für Sie besonders wichtig sind. Anhand dieser Checkliste können Sie dann auch verschiedene Einrichtungen vergleichen.
- Gibt es – zur Mitgestaltung des Lebens in der Pflegeeinrichtung – einen Heimbeirat / einen Heimfürsprecher?
- Wird beim Einzug eine Kaution oder ein Darlehen verlangt?
- Werden neben dem Pflegesatz noch Neben- bzw. Zusatzkosten erhoben? Liegen darüber entsprechende Preislisten aus?
- Sind die gesamten anfallenden Kosten aufgeschlüsselt und verständlich dargestellt?
- Erhalten die Bewohner/innen auf Wunsch einen Hausschlüssel?
- Gibt es Gästezimmer für Angehörige?
- Werden Einzelzimmer angeboten?
- Kann eigenes Mobiliar mitgebracht werden?
- Wie ist die übliche Zimmergröße und Bettenzahl je Zimmer?
- Wie viele Betreuer/innen / Mitarbeiter/innen versorgen wie viele Bewohner/innen?
- Gibt es ein Pflegeleitbild im Hause?
- Haben die Bewohner/innen freie Arztwahl?
- Gibt es einen Speiseplan mit Menüauswahl, Diät, Schonkost?
- Wie sind die Essenszeiten?
- Gibt es im Haus Gemeinschaftsräume, die auch für private Zwecke genutzt werden?
- Werden im Haus therapeutische Dienstleistungen, wie z. B. Krankengymnastik oder Logopädie angeboten?
- Ist die Pflegeeinrichtung „behindertenfreundlich“ gebaut und eingerichtet? Gibt es in ausreichendem Umfang Griffe und Geländer, rutschfeste Böden? Bei mehrgeschossigen Bauten: Sind Fahrstühle vorhanden?
- Gibt es eine Wechselsprech- oder Telefonanlage zur Kommunikation im Haus?
- Haben Bewohner einen eigenen Telefonanschluss?
- Gibt es Einkaufsmöglichkeiten im Haus?
- Gibt es in der näheren Umgebung Geschäfte, Gaststätten, Cafés?
- Ist die Pflegeeinrichtung gut ans Verkehrsnetz angebunden?
- Gibt es in erreichbarer Nähe Kino, Theater, Veranstaltungsorte? Post, Kirche, Ärzte?
- Beinhaltet das Leben in der Pflegeeinrichtung ein gutes Unterhaltungs- und Freizeitprogramm? Beispiele: Ausflüge, Koch-, Mal-, kulturelle Veranstaltungen, Spiel und Sport?
- Gibt es eine gut ausgestattete Bibliothek?
- Dürfen Bewohner/innen morgens so lange schlafen, wie sie wollen, bzw. abends zu Bett gehen, wann sie möchten?
- Sind Haustiere erlaubt?
- Ist ein Probewohnen möglich?
In Senioreneinrichtungen haben sich folgende Gruppenangebote bewährt:
- Regelmäßige einfache Aktivitätsangebote in der Gruppe (z. B. Wäsche falten, Kartoffeln schälen, Hausarbeiten, Tageszeitung lesen, spazieren gehen, gemeinsam einkaufen),
- Angebote für spezielle „Hobby-Aktivitäten“,
- Jahreszeitliche Gestaltung der Räume, möglichst gemeinsam gefertigt, regionale Bräuche oder Feste geben zeitliche Orientierung,
- Schaffen eines familiär wirkenden Rahmens durch gleich bleibende Bewohnergruppe und Betreuungsperson,
- Ein „Nacht-Café“ (Kontaktraum für alle Bewohner/innen, die länger aufbleiben wollen, beim Klönen, Fernsehen, Spielen ... zusammen mit einem Mitarbeiter/einer Mitarbeiterin).
Die Einbeziehung der Angehörigen schafft Vertrauen
Gute Angehörigenarbeit berücksichtigt auch spezielle Wünsche und Bedürfnisse von Angehörigen und ist für Kritik offen. Wenn Mitarbeiter/innen und Angehörige Verständnis füreinander haben, kann Misstrauen, Ärger und Missverständnissen vorgebeugt werden. Hierzu können beitragen:
- Informationsbroschüre über die Einrichtung
- Guter Informationsfluss zwischen Mitarbeitern und Angehörigen
- Angehörige können, wenn sie es wünschen, in die Pflege einbezogen werden (z. B. beim Essen reichen, Haare waschen),
- Informationsabende oder Erfahrungsaustausch in einer Angehörigengruppe,
- Regelmäßig durchgeführte Fragebogenaktionen zur Kundenzufriedenheit (Angehörige).
Die Biografie des Bewohners/der Bewohnerin ist der Schlüssel zum Verständnis
Viele alte Menschen können nicht mehr aktiv ausdrücken, was sie mögen und was sie stört. Sie leiden darunter, dass ihr Erinnerungsvermögen nach und nach abnimmt oder vereinsamen innerlich, weil ihre Lebensgeschichte nicht mehr gefragt ist. Hier setzt die Biografiearbeit an, die mit verschiedenen Methoden Zugänge zur Vergangenheit bietet. Verhaltensweisen, die auf den ersten Blick bizarr oder störend sind, können mit Hilfe biografischer Informationen entschlüsselt oder beseitigt werden. Biografiearbeit weckt und erhält das Interesse an der Persönlichkeit des alten Menschen. Fotos, Möbel, Dekorationsgegenstände und Gespräche über „früher“ helfen mit, dass die Erinnerung und das Bewusststein der Lebensleistung so lange wie möglich erhalten bleiben.
Welche Senioreneinrichtungen gibt es im Landkreis Bernkastel-Wittlich?
Die Senioreneinrichtungen im Landkreis Bernkastel-Wittlich, die einen Versorgungsvertrag mit den Pflegekassen haben, finden Sie hier.
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