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Zahlreiche Ärzte aus Kliniken und Praxen interessierten sich für den Weiterbildungsverbund im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Foto: Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich/Susan Menges

In den Bemühungen des Landkreises, die ärztliche Versorgung im Landkreis Bernkastel-Wittlich zu sichern, wurde nun mit der Auftaktveranstaltung zur Etablierung eines Weiterbildungsverbundes ein weiterer wichtiger Baustein angegangen. Ende November trafen sich Krankenhausträger, niedergelassene Ärzte und Kommunalpolitiker im Verbundkrankenhaus in Bernkastel-Kues, um Näheres zu diesem Thema zu erfahren. Eingeladen hatte Landrat Gregor Eibes zusammen mit der Koordinierungsstelle Weiterbildung Allgemeinmedizin der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz und der Bezirksärztekammer Trier.

Ein wesentliches Mittel, Fachärzte für den Landkreis zu gewinnen, ist die Weiterbildung zum Facharzt in der Region. Diese fünfjährige Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin muss zwingend in zwei Weiterbildungsabschnitte im stationären Bereich, also im Krankenhaus, als auch im ambulanten Bereich bei niedergelassenen Ärzten abgeleistet werden. Das bedeutet, dass sich Ärzte die Weiterbildung aufwendig selber organisieren müssen. Hier setzt das Konzept des Weiterbildungsverbundes an. Im Verbund schließen sich niedergelassene Ärzte und Ärztenetze sowie Kliniken auf regionaler Ebene zusammen und bieten die Weiterbildung als Komplettpaket an. Somit muss sich ein Arzt in Weiterbildung in der Regel nur einmal am Anfang seiner Weiterbildungszeit bewerben und durchläuft dann alle Einrichtungen ohne weitere Bewerbungsverfahren. Für den reibungslosen Ablauf sorgt das Netzwerk mit einem festen Ansprechpartner, der sich um alle Belange kümmert. Dadurch soll den angehenden Fachärzten ein unkomplizierter und lückenloser Weiterbildungsablauf ermöglicht werden. Mit Hilfe dieses Komplettpakets möchte man dem ärztlichen Nachwuchs eine Weiterbildung aus einem Guss anbieten und ihn gleichzeitig auch in der Region halten. Die Verbundpartner definieren Ausbildungsmöglichkeiten, Fachdisziplinen und Länge der einzelnen Ausbildungsabschnitte und stimmen sich untereinander ab. Auch Unterbrechungen im Weiterbildungsablauf zum Beispiel durch Erziehungszeiten oder Weiterbildung in Teilzeit können so im Verbund aufgefangen und abgestimmt werden.

Landrat Eibes begrüßte zur Auftaktveranstaltung im Verbundkrankenhaus in Bernkastel-Kues Vertreter von gleich drei Kliniken, die ihr Interesse bekundet haben, sich in einem solchen Verbund zu engagieren. Neben dem Verbundkrankenhaus Bernkastel/Wittlich mit den Klinikstandorten in Wittlich und Bernkastel-Kues waren dies auch Vertreter des Klinikums Mittelmosel aus Zell und des Median Reha-Zentrums aus Bernkastel-Kues. Dazu haben sich etwa zwanzig niedergelassene Ärzte aber auch Ärzte aus den Kliniken über die Möglichkeiten und Vorteile des Weiterbildungsverbundes informiert. Sandra Goldzinski, Leiterin der Koordinierungsstelle Weiterbildung Allgemeinmedizin bei der kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz informierte in Ihrem Vortrag über die notwendigen Schritte und Voraussetzungen bei der Gründung eines Weiterbildungsverbundes und zeigte die Vorteile für alle Beteiligten auf. Zudem konnte sie einen Überblick über die umfangreichen Fördermöglichkeiten geben. Birgit Sattler, Geschäftsführerin der Wormser Gesundheitsnetz eG (WoGe) stellte ihren bereits seit 2010 bestehenden Weiterbildungsverbund zwischen der WoGe und dem Klinikum Worms vor und warb sehr anschaulich für die Gründung eines solchen Verbundes. Birgit Heinz von der Bezirksärztekammer Trier erläuterte dann das Thema Weiterbildungsbefugnis. Ohne eine solche Befugnis dürfen niedergelassene Ärzte keine Weiterbildungsassistenten ausbilden. Zum Schluss verwies Dr. Burkhard Zwerenz, Hausarzt aus Prüm und erster Vorsitzender des Hausärzteverbandes Rheinland-Pfalz auf die dramatischen Versorgungsengpässe im Bereich der Allgemeinmedizin, auf die vor allem die ländlichen Regionen, nicht nur in Rheinland-Pfalz zusteuern. Er appellierte eindringlich an die Politik, hier schnellstens zu handeln. Alle Beteiligten dankten deshalb ausdrücklich der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich für ihre Initiative und ihr Engagement im Rahmen des Kreisentwicklungskonzepts, die ärztliche Versorgung in der Region zu sichern. Durch die anschaulichen Beispiele von Birgit Sattler und den Appell von Dr. Burkhard Zwerenz wurde deutlich, dass hierbei eine gemeinschaftliche Initiative und Anstrengung aller Beteiligten notwendig ist. Die Veranstaltung hat hierzu den Auftakt gesetzt. Die Bereitschaft der drei Krankenhäuser, miteinander zu arbeiten und auch das große Interesse in der Ärzteschaft hinterließ eine sehr positive Aufbruchsstimmung. Über die Gründung des Weiterbildungsverbundes wird nun mit den interessierten Partnern weiterverhandelt.

Weitere Informationen erhalten Interessierte bei der Stabstelle Kreisentwicklung der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, Susan Menges, Tel.: 06571 14-2399, E-Mail: susan.menges[at]bernkastel-wittlich.de oder Stephan von St. Vith, Tel.:  06571 14-2316, E-Mail: stephan.vonstvith[at]bernkastel-wittlich.de.