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Der Kreistag des Landkreises Bernkastel-Wittlich hat den Anpassungen der Gebühren des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) zum 1. Januar 2021 zugestimmt.

„Die Kosten der Entsorgung von Restabfall haben sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt.“ erklärt die A.R.T. Sprecherin Kirsten Kielholtz. „Gleichzeitig sinken die Einnahmen aus der Vermarktung von Altpapier und anderen Wertstoffen seit einiger Zeit stetig und befinden sich aktuell auf einem absoluten Tiefpunkt. Bei Papier und Eisen legt der Zweckverband mittlerweile zu“. Bankguthaben bringen bereits seit mehreren Jahren kaum noch Zinserträge ein. Besonders deutlich wirkt sich die seit Jahren anhaltende Niedrigzinspolitik bei den langfristigen Rückstellungen für die Sanierung und Nachsorge von Altdeponien aus. Hier müssen über 30 bis 40 Jahre Kostensteigerungen berücksichtigt werden, die sich in den kommenden Jahren nicht mehr durch Zinserträge gegenfinanzieren lassen.

„Ohne unseren Einspareffekt aus der Nachsortieranlage, die wir 2020 mit einem Investitionsvolumen von 20 Mio. € in Betrieb nehmen konnten, wäre unser Gebührenbedarf noch viel höher“ erläutert der technische Leiter des A.R.T., Sebastian Lorig. Die Nachsortieranlage ermöglicht das Heraussortieren von Wertstoffen, die bisher nach der Trocknung in einer Verbrennungsanlage gelandet wären. So wird der A.R.T. die Beseitigung von Hausmüll möglichst wirtschaftlich und gleichzeitig ökologisch anspruchsvoll gestalten.

Die Jahresgrundgebühr für den 80 Liter-Abfallbehälter (bis 4 Personen) steigt von 124,67 €auf 131,66 €. Die Jahresgrundgebühr für den 120 Liter-Abfallbehälter (5 bis 6 Personen) steigt von 171,58 € auf 180,55 €. Die Jahresgrundgebühr für den 240 Liter-Abfallbehälter (ab 12 Personen) steigt von 290,06 € auf 306,88 €.

„Selbstverständlich sind wir als öffentlich-rechtlicher Entsorger unverändert bestrebt, unsere Leistungen möglichst günstig anzubieten. Wir nutzen modernste Technik um den Anteil der Abfälle, die verwertet werden können, möglichst hoch zu halten. So können Wertstoffe gerettet und Kosten für die Entsorgung eingespart werden.“ erklärt Kielholtz. „Da wir als Zweckverband keine Gewinnabsicht verfolgen, sondern im Sinne des Kommunalabgabenrechts kostendeckend arbeiten, ist eine entsprechende Kalkulation auch die Basis der künftigen Abfallgebühren.“

Im Kreistag Bernkastel-Wittlich wurde über Parteigrenzen hinweg auch ein klares Votum für die Biotüte als bestehendes Sammelsystem für Bioabfälle abgegeben. Ausbaupotenzial sehen die Gremiummitglieder hierbei in der Anzahl der Behälterstandorte zur Entsorgung der Biotüte. Auch die Möglichkeiten zur Entsorgung für andere Abfälle und Wertstoffe sollen im Landkreis durch den Bau von Wertstoffhöfen weiter verbessert werden.

Der mit der Aufstellung von Biogutcontainern eingeschlagene Weg sei richtig gewesen. Dabei herrscht weitgehend Einigkeit unter den Kreistagsmitgliedern. Durchaus selbstkritisch räumte man dabei aber auch ein, dass die Anzahl der Standorte für Biogutcontainer noch gesteigert werden könne. In diesem Zusammenhang verwies A.R.T. Verbandsdirektor Dr. Monzel auf die Möglichkeit der Gemeinden, bei der Ausweisung neuer Baugebiete gleich über die Einrichtung sogenannter Unterflursysteme nachzudenken. Hierbei würden die Altglascontainer im Boden versenkt und oben sei lediglich noch die Einwurfsäule sichtbar. Geeignet wäre das System dann auch für Bioabfall. Das würde nicht nur barrierefreie Zugänge ermöglichen, sondern auch optisch eine Aufwertung des Umfeldes darstellen.

An die Adresse des A.R.T. gerichtet baten Mitglieder des Kreistages auch um eine Verbesserung des Angebotes an Wertstoffhöfen. Vertreter des A.R.T. bestätigten, dass dazu bereits ein Grundstück im Industriegebiet von Wittlich gekauft wurde. Derzeit läuft das Planungsverfahren für den Bau eines Wertstoffhofs auf diesem Gelände. Auch mit der Gemeinde Morbach steht der A.R.T. in Verhandlungen bezüglich eines Standortes für einen weiteren Wertstoffhof.

Diese Wertstoffhöfe ermöglichen künftig die kostenfreie Anlieferung einer Vielzahl von Abfällen vom Altpapier über Problemabfälle bis hin zu Elektroaltgeräten. Weitere Abfälle wie beispielsweise Sperr- und Bauabfälle können auf den Wertstoffhöfen gegen Gebühr angeliefert werden. Nach wie vor ist die Anlieferung im Entsorgungs- und Verwertungszentrum in Sehlem möglich.

Vom Kreistag wurde zudem der Wunsch nach günstigen Entsorgungsmöglichkeiten für unbelastete Böden geäußert. Hierzu stellte Verbandsdirektor Monzel mit Blick auf das Abfallrecht klar, dass man solche Böden derzeit noch für geringe Gebühren als Rekultivierungsschicht für die Deponiesanierung annehmen könne. Allerdings seien die Kapazitäten dazu am Standort Mertesdorf bereits erschöpft. „Die Ausweisung neuen Deponieraums unterliegt hohen Anforderungen. Zudem sind wir hinsichtlich der Kosten an das Gebührenrecht gebunden.“ erläutert Monzel. Für Vorschläge zur Errichtung neuer Erdaushubdeponien sei man aber grundsätzlich offen.