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Lena Löffler (Famulantin), Stephan von St. Vith (Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich), Marco Felten (Westenergie), Landrat Gregor Eibes, Alessandro Faria (Famulant), Bürgermeister Andreas Hackethal, Mathis Gerhold (Famulant). Foto: Westenergie

Am 30. Juni begrüßte Bürgermeister Andreas Hackethal zusammen mit seinem Büroleiter und Leiter der Zentralabteilung, Daniel Schäfer und Stephan von St. Vith von der Kreisentwicklung der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich drei Medizinstudierende in der Gemeinde Morbach. Zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung im Landkreis bietet die Kreisverwaltung Gruppenfamulaturen für Medizinstudierende an.

Die Famulatur ist ein Praktikum, in dem Medizinstudenten praktische Erfahrungen im Krankenhaus oder in einer Praxis erlangen können. Nach einer erfolgreichen ersten Gruppenfamulatur im letzten Jahr an der Mosel führt der Landkreis in diesem Jahr eine Gruppenfamulatur in Morbach im Hunsrück durch. Oft leisten die Medizinstudierenden die Famulatur auch aus Kostengründen gerne entweder heimatnah oder am Studienort ab, um sich weitere Kosten für Unterkunft und Mobilität zu sparen.

Um die Famulanten in die Landarztpraxen im ländlichen Raum zu locken, hat der Landkreis die Gruppenfamulatur in Morbach organisiert und kommt für die größten Kostentreiber auf, nämlich Unterkunft und Mobilität. Den drei Studierenden wurden Praktikumsplätze in Arztpraxen in Morbach und Büchenbeuren vermittelt. Eine Famulatur in der Gruppe ist für die Studierenden in einer fremden Umgebung schöner, da man mit gleichgesinnten Kommilitonen und bestenfalls Freunden gemeinsam unterwegs und untergebracht ist und am Wochenende gemeinsam etwas unternehmen kann. Damit die angehenden Mediziner auch die Region kennenlernen können, stand ihnen für die vier Wochen der Famulaturzeit ein E-Auto und drei E-Bikes im Rahmen eines Sponsorings der Westenergie zur Verfügung, untergebracht waren sie in einer Ferienwohnung in Rapperath. Marco Felten, Kommunalmanager bei Westenergie in der Region Trier: „Als Partner der Kommunen unterstützen wir den Landkreis nicht nur bei wichtigen Infrastrukturthemen wie bei der Stromversorgung, der Straßenbeleuchtung und dem Ausbau von schnellem Internet. Auch bei zentralen Initiativen wie hier zur Bekämpfung des Arztkräftemangels leisten wir im Rahmen der Möglichkeiten von Westenergie gerne einen Beitrag.“

Bürgermeister Andreas Hackethal empfing die Studierenden im Rathaus in Morbach und erläuterte ihnen das vielfältige Engagement der Gemeinde Morbach zur Sicherung der medizinischen Versorgung. Hierfür steht vor allem das gerade im Bau befindliche Ärztehaus, dessen Baustelle man bei einem kurzen Rundgang besichtigte. Bürgermeister Hackethal betonte: „Man muss auf die veränderten Wünsche der angehenden Mediziner eingehen. Der Großteil der jungen Ärzte möchte nicht mehr alleine eine Einzelpraxis führen, sondern der vorwiegend weibliche Nachwuchs möchte am liebsten mit flexiblen Zeitanteilen in Anstellung und in Gemeinschaft mit anderen Ärzten arbeiten. Diesem Umstand begegne man im geplanten Ärztehaus Morbach durch flexible Praxisgestaltung mit Erweiterungsmöglichkeiten, einer Belegpraxis und einer modernen Einrichtung inkl. Appartements für Mediziner in Ausbildung.“

Die drei Famulanten Lena Löffler, Mathis Gerhold und Alessandro Faria von der Universität Frankfurt zeigten sich beeindruckt vom Engagement des Landkreises und der Gemeinde in Sachen ärztlicher Versorgung. Beim gemeinsamen Abschlussessen mit den betreuenden Ärzten und Landrat Gregor Eibes berichteten die Famulanten nur positive Erlebnisse der zurückliegenden vier Wochen auf dem Land. Alle waren positiv überrascht von dem abwechslungsreichen, medizinischen Alltag in den drei Hausarztpraxen inklusive Hausbesuchen in der Region. Bisher stand im Studium meist nur graue Theorie auf dem Lehrplan, nun konnte man dieses theoretische Wissen in die Praxis umsetzen und anwenden. Auch die betreuenden Ärzte, Folker Musial, Hugo Bader (beides Allgemeinmediziner aus Morbach) und Dr. Peter Münster (Ärzteteam Büchenbeuren) waren von den Praktikanten und ihrem Engagement begeistert und lobten das Projekt des Landkreises.

Landrat Gregor Eibes war angetan von der Offenheit, dem Interesse und der Neugierde der drei Nachwuchsmediziner: „Wenn wir es durch ein solches Projekt schaffen, angehenden Medizinern den sowohl anstrengenden wie auch erfüllenden Beruf des Landarztes näher zu bringen, dann ist dies schon ein Erfolg. Denn ansonsten hätten die drei ihre Famulatur vermutlich am Studienort in Frankfurt/Main verbracht und niemals den schönen Hunsrück kennengelernt, geschweige denn unsere tollen Hausärzte. Es ist wichtig, diese Perspektive zu vermitteln und sich als attraktive Region zum Leben und Arbeiten zu positionieren. Die ärztliche Versorgung ist mit einer der wichtigsten Standortfaktoren für den Landkreis und seine Gemeinden, daher müssen wir hier etwas unternehmen, wohlwissend, dass wir als Landkreis beziehungsweise Kommunen keine direkte Zuständigkeit für die ärztliche Versorgung haben.“