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Rechtsmedizinerin Dr. Verena Héroux. Foto: Kreisverwaltung

„Offen sein für alle Denkrichtungen“, ist für Dr. Verena Héroux eine wichtige Haltung, wenn es um die Einschätzung einer möglichen Kindesmisshandlung geht. Während ihres Vortrags „Kindesmisshandlung erkennen – Beiträge aus der Rechtsmedizin“, zeigte die Medizinerin, wie verschiedene Untersuchungen einer Verletzung bei Kindern auch Hinweise für eine mögliche Misshandlung liefern können. Doch auch umgekehrt ist es möglich, dass sich Verdachtsmomente für eine mögliche Kindesmisshandlung durch andere Hinweise schnell entkräften lassen. Daher ist eine sehr genaue Diagnostik und Dokumentation bei der Untersuchung von Kinderschutz-Verdachtsfällen erforderlich und die Offenheit für alle Richtungen möglicher Ursachen von Verletzungen nötig.

Mit der Fortbildungsveranstaltung für die Medizin sowie für weitere Akteure im Netzwerk Kinderschutz wurde die Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen weiter gefördert. Blaue Flecke bei Kindern entstehen schnell beim Spielen und Toben oder bei einem Unfall im Alltagsgeschehen. Doch manchmal sind schlimmere Umstände die Ursache für eine Verletzung. Ob eine Verletzung eines Kindes wirklich aus einem Unfall erklärbar ist oder im schlimmsten Falle sogar auf eine Misshandlung hinweist, ist nicht immer leicht einzuschätzen. In einigen Fällen passen Schilderungen über einen Unfallhergang nicht zu dem, was in einer medizinischen Untersuchung bei Kindern festgestellt wird. Ein falscher Verdacht wäre hier aber schwerwiegend für alle Beteiligten. Daher zeigte die Rechtsmedizinerin Dr. med. Verena Héroux den 60 Teilnehmern, worauf es bei medizinischen Untersuchungen ankommt, wie zu dokumentieren ist und in welchen Fällen die Rechtsmedizin die Behörden und Fachkräfte im Kinderschutz unterstützen kann.