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Bereits zum siebenundvierzigsten Mal wird in diesem Jahr der Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels bundesweit durchgeführt. Doch bevor die Leseratten auf Bundesebene gegeneinander antreten können, müssen sie sich erst einmal auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene bewähren. Fünfzehn Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen aus dem ganzen Landkreis trafen sich deshalb in der Wittlicher Bücherei, um die Kreissieger zu küren. Eingeteilt waren die Teilnehmer in zwei Gruppen, so dass die Kreissieger der Haupt- und Regionalen Schulen sowie der Gymnasien und Realschulen ermittelt werden konnten.

Die Entscheidung fiel in diesem Jahr auf Aicha Guidoume von der Hauptschule Bernkastel-Kues mit einer beeindruckenden Textstelle aus dem Jugendbuch „Hexenkind“ von Celia Rees, einer Geschichte aus den düsteren Zeiten der Hexenverfolgung. Kreissiegerin der zweiten Gruppe wurde schließlich Regine Stölben vom Gymnasium in Traben-Trarbach, die mit ihrem sicheren Vortrag aus der lustigen Alltagsgeschichte „Zickenalarm“ von Nina Schindler die Jury überzeugen konnte. Als Preise erhielten die Siegerinnen zwei Buchgutscheine vom Börsenverein des Buchhandels und dem Landkreis Bernkastel-Wittlich und alle Teilnehmer bekamen zwei Taschenbücher. Die beiden Siegerinnen dürfen nun am Bezirksentscheid teilnehmen und haben die Chance, danach den Landesentscheid und eventuell sogar den Bundesentscheid in Frankfurt am Main zu erreichen.

Der Siegerehrung vorausgegangen war ein spannender Wettbewerb, bei dem alle Teilnehmer ihr Können unter Beweis stellten. Zahlreichen Freunde, Verwandten und Lehrer waren zur Unterstützung mitgekommen und wurden nicht enttäuscht. Ein hervorragender Beitrag folgte dem nächsten und die Qualität der Vorträge war durchgehend hoch, auch wenn bei einigen Teilnehmern die Aufregung spürbar war. Doch die ließ nach einigen Sätzen der von den Kindern selbst ausgesuchten Texte meistens nach. Die Titelbreite der Bücher war wieder sehr vielfältig. Favorit war in diesem Jahr der amerikanische Autor R. L. Stine, der vor allem durch seine „Gänsehaut“-Serie bekannt wurde und Gruselromane für Kinder und Jugendliche schreibt. Er war mit gleich drei Titeln vertreten. Doch auch prämierte Bücher wie „Despereaux“ von Kate DiCamillo und Klassiker wie „Die Schatzinsel“ von R. L. Stevenson sowie „Das doppelte Lottchen“ von Erich Kästner standen hoch im Kurs. Lustig-schaurig ging es auch in dem Pflichttext zu, der ebenfalls souverän gemeistert wurde. Anke Freudenreich von der Kreisergänzungsbücherei, die den Wettbewerb organisierte, wählte diesmal das Buch „Miesel und der Kakerlakenzauber“ von Ian Ogilvy. Es handelt sich um die fantastische Geschichte eines kleinen Waisenjungen, der ein trübseliges Leben bei seinem schrecklichen Vormund, dem schwarzen Hexer Basil Trampelbone, fristen muss.

Zwei Minuten lang musste jedes Kind eine ihm völlig unbekannte Textstelle vortragen und nach kürzester Zeit fanden sich alle in dieser schwierigen Aufgabe zurecht. Gerade das Lesen eines fremden Textes gab der Jury wertvolle Anhaltspunkte für die Bewertung. Um diese Rolle wurde die Jury, die sich wie immer aus Fachleuten für Literatur zusammensetzte, nicht beneidet. Es fiel immer wieder schwer aus zahlreichen guten Beiträgen den allerbesten herauszufiltern. So erging es auch in diesem Jahr der Schriftstellerin Christel Werner, dem Diplom-Bibliothekar Carl Münzel, Michael Scheid von der Buchhandlung Rieping, Monika Kewes vom Trierischen Volksfreund, Meike Reuter vom Wochenspiegel, Brigitte Simon von der Regionalen Schule Salmtal, Horst Preissler vom Peter-Wust-Gymnasium Wittlich und dem Vorjahressieger Florian Junk.

Während der Pause, in der die Jury sich zur Beratung zurückzog, wurden die Teilnehmer und Zuhörer durch das bunte Zauberprogramm des Magiers Hamid unterhalten. Es gelang ihm wieder einmal, jung und alt mit seinen verblüffenden Tricks zu begeistern.