Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Bundesweit und auch im Landkreis Bernkastel-Wittlich wird ein Anstieg der Erkrankungszahlen mit Krätze beobachtet. Krätze ist nicht gefährlich, aber für Patienten sehr unangenehm.

Wie wird Krätze übertragen?

Krätzmilben verbreiten sich von Mensch zu Mensch vor allem bei länger andauerndem Hautkontakt (länger als fünf bis zehn Minuten), zum Beispiel beim gemeinsamen Spielen, bei der Körperpflege, beim Kuscheln, Schlafen in einem Bett oder beim Geschlechtsverkehr. Kurzes Händeschütteln oder eine kurze Umarmung führen in der Regel nicht zu einer Übertragung. Bei der hoch ansteckenden Form der Krätze mit starker Krustenbildung, der sogenannten Borkenkrätze, ist die Anzahl der Milben auf der Haut sehr hoch, sodass hier auch ein kurzer Hautkontakt zur Ansteckung führen kann. Die Übertragung von befallenen Haustieren oder Gegenständen ist eher selten.

Welche Krankheitszeichen haben Erkrankte?

Brennen der Haut und Juckreiz, der bei Bettwärme besonders stark ausgeprägt ist, sind häufig erste Anzeichen der Krätze. Befallen sind vor allem Zwischenräume von Fingern und Fußzehen, Handgelenke, Knöchel, Achseln, Ellenbogen, Brustwarzen und Genitalien. Insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern können auch der behaarte Kopf, das Gesicht sowie Hand- und Fußflächen betroffen sein. Typisch sind feine, dunkle und unregelmäßige Milbengänge in der Haut, die aber schwer mit bloßem Auge zu erkennen sind. Die Haut reagiert nach einiger Zeit mit stecknadelgroßen Bläschen, geröteten erhabenen Knötchen oder Pusteln. Zusätzlich können sich durch Kratzen verletzte Hautstellen eitrig entzünden. Bei längerem Befall kann sich als Reaktion auf die Ausscheidungen der Milbe ein großflächiger allergischer Hautausschlag entwickeln. Vor allem bei Menschen mit einer Abwehrschwäche kann es zu der hoch ansteckenden Form der Krätze, der Borkenkrätze, kommen. Dabei findet sich auf der Haut eine hohe Anzahl von Milben und sehr starke Krusten. Bei einer ersten Ansteckung treten die Beschwerden nach zwei bis fünf Wochen, bei einer Wiederansteckung bereits nach ein bis vier Tagen auf.

Wer ist besonders gefährdet?

Die Krätze kommt weltweit vor und betrifft Menschen jeden Alters. Kinder, pflegebedürftige Senioren und abwehrgeschwächte Menschen sind in Mitteleuropa häufiger betroffen. Erkrankungen häufen sich typischerweise in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Pflegeheimen. Hier sind insbesondere auch Betreuungs- und Pflegepersonal ansteckungsgefährdet.

Was muss ich bei einer Erkrankung beachten?

Bei Krankheitszeichen oder Verdacht auf Krätze, sollten Sie umgehend Ihren Arzt aufsuchen. Für die Behandlung der Krätze stehen wirksame Medikamente zur Verfügung. Um andere vor einer Ansteckung zu schützen, sollten Erkrankte vorübergehend den Kontakt zu anderen Menschen einschränken und insbesondere den direkten Hautkontakt meiden. Der Juckreiz kann nach Behandlung noch für ein bis zwei Wochen anhalten. Wechseln Sie Kleidung, Unterwäsche sowie Handtücher und Bettwäsche von Erkrankten einmal täglich und waschen Sie diese bei mindestens 60° C. Gegenstände mit längerem Körperkontakt wie Schuhe oder Plüschtiere, die nicht gewaschen oder gereinigt werden können, sollten für mindestens drei Tage bei über 21°C in verschlossenen Plastiksäcken trocken gelagert werden. Polstermöbel können mit dem Staubsauger gereinigt werden oder für mindestens zwei Tage lang nicht benutzt werden. Bei Krätze gelten die Regelungen des Infektionsschutzgesetzes. Personen, die an Krätze erkrankt sind oder bei denen der Verdacht auf Krätze besteht, dürfen Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten vorübergehend nicht besuchen oder dort tätig sein. Betroffene müssen die Gemeinschaftseinrichtung über die Erkrankung und auch über den Verdacht auf eine Erkrankung informieren. Der behandelnde Arzt legt fest, wann Betroffene die Gemeinschaftseinrichtung wieder besuchen oder dort tätig sein dürfen.

Wie kann ich mich schützen?

Enge Kontaktpersonen, das heißt Personen, die engen oder längeren Hautkontakt mit einer erkrankten Person hatten, sollten für etwa fünf bis sechs Wochen intensive Hautkontakte mit anderen vermeiden. Bei Krankheitszeichen sollte umgehend eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden. Falls sich Körperkontakte mit Erkrankten nicht vermeiden lassen, zum Beispiel bei der Körperpflege von Kindern oder Pflegebedürftigen, sollten Sie langärmlige Kleidung und Einmalhandschuhe tragen.

Wo kann ich mich informieren?

Weitere Beratung und Information erhalten Sie beim Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, Tel.: 06571/14-2434, E-Mail: Gesundheitsamt[at]Bernkastel-Wittlich.de oder bei Ihrem behandelnden Arzt.