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Ganz im Zeichen des Vorlesens stand der 20. März in der Stadtbücherei Wittlich und der Kreisergänzungsbücherei Bernkastel-Wittlich. Unter dem Titel "Bilderbücher 2005 entdecken" fand am Nachmittag zunächst eine Fortbildung für Erzieherinnen statt, bei der Dipl.-Bibliothekarin Annette Münzel von der Stadtbücherei neu erworbene Bilderbücher vorstellte. Sie berichtete zuerst über die verschiedenen Trends, die im letzten Jahr auf dem Bilderbuchmarkt zu erkennen waren. So konnte sie vermehrt Neuerscheinungen für die Jüngsten, englischsprachige Bilderbücher und Bücher mit für Jungen relevante Themen feststellen. Dies entspricht auch den Schwerpunkten der Leseförderung, wie sie derzeit betrieben wird. Anschließend stellte sie zahlreiche Bilderbücher, die durch besondere Themen, Illustrationen oder Texte aus der großen Anzahl der Neuerscheinungen hervorstechen, inhaltlich vor. Auch zum Schwerpunktthema „Sterben und Tod im Bilderbuch“ konnte sie zahlreiche interessante Anregungen vermitteln. Doch auch die Erzieherinnen kamen zu Wort und hatten die Gelegenheit, ein Bilderbuch vorzustellen, das sie besonders erfolgreich in ihrer Arbeit einsetzen konnten. Die Präsentation weiterer Bilderbücher und Arbeitshilfen wurde im Anschluss rege genutzt.

Am Abend waren dann die Vorlesepatinnen und –paten des Landkreises eingeladen, einem Vortrag zum Thema „Leseförderung und Gestaltung von Vorlesestunden“ beizuwohnen. Als Referentin konnte Christine Kranz gewonnen werden, die beruflich eigentlich studierte Übersetzerin ist, aber seit 16 Jahren freiberuflich für die Stiftung Lesen arbeitet und seit 5 Jahren Vorträge zum Thema Leseförderung hält.

Christine Kranz begann mit einer Einführung zur Lesekompetenz bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Höchst alarmierend ist die Tatsache, dass 25 % der 15-jährigen nur mit Schwierigkeiten einen Text lesen und den Inhalt nicht erfassen können. Sie nannte als Grund hierfür u. a. das veränderte familiäre Umfeld sowie gesteigerten Konsum von audiovisuellen Medien. Um diesem negativen Trend entgegenzuwirken, sei Vorlesen im frühen Kindesalter bereits ab einem Jahr von immenser Wichtigkeit. Anschließend ging sie auf die optimale Gestaltung von Vorlesenachmittagen sowie die richtige Lesetechnik ein, mit der man Kinder zum Zuhören animieren kann. Ihre eigenen fundierten Kenntnisse auf diesem Gebiet demonstrierte sie anhand einiger Textstellen aus unterschiedlichen Vorlesebüchern. Zum Abschluss stellte die Referentin noch einige Beispiele aus ihrer reichhaltigen Büchersammlung vor und gab den Zuhörern Gelegenheit, Fragen zu stellen, was rege in Anspruch genommen wurde.

Alle Teilnehmer waren sich einig, von dem lebendigen, sehr informativen und kenntnisreichen Vortrag zahlreiche Tipps und Anregungen mitnehmen und bei ihrer Arbeit in Kindergärten und Schulen einsetzen zu können.