Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Jeder Fremdstoff erschwert die Verwertung der Bioabfälle. Foto: A.R.T.

Bioabfälle machen einen wesentlichen Anteil des Abfallaufkommens aus. Vor allem im Bioabfall enthaltende Kunststoffe verursachen bei der Behandlung jedoch hohen Aufwand und Kosten. Nicht nur deshalb haben Kunststoffe im Bioabfall nichts zu suchen. Das gilt auch für Verpackungen, Joghurtbecher oder Kaffeekapseln aus Plastik, die als biologisch abbaubar beworben werden. Denn auch Biokunststoff baut sich in den Behandlungsanlagen nicht immer vollständig ab. Normale Verpackungen gelten als Störstoff und müssen aufwändig aussortiert werden.

Obwohl die Deutschen als „Weltmeister der Mülltrennung“ gelten, besteht der Restabfall immer noch zu 39% aus Küchenabfällen und Lebensmittelresten. Die getrennte Sammlung und Verwertung von Bioabfällen ist aktiver Ressourcen- und Klimaschutz. Bioabfälle können mehr: Jeder Gemüserest, jede Kartoffelschale, jede Bananenschale hilft bei der emissionsarmen Energieerzeugung. Denn bei einer Vergärung von Bioabfällen wird Biogas gewonnen, womit fossile Energieträger wie Erdöl und Kohle ersetzt werden. Seit 2018 werden alle Küchen- und Speisereste im Verbandsgebiet des A.R.T. einer solchen hochwertigen Vergärung unterzogen. Bioabfallkomposte und Gärrückstände werden zur Düngung und Bodenverbesserung eingesetzt und ersetzen Primärrohstoff-Düngemittel und Torf. Allerdings gelangen noch immer zu viele Bioabfälle an die falsche Stelle. Mit knapp 40 Prozent machen sie den Großteil des Inhalts der Restmülltonne aus, wo sie nicht hineingehören, weil sie dort als Wertstoff verloren gehen.

Doch nicht nur die falsche Entsorgung von Bioabfällen ist problematisch, auch die Fehlbefüllung der Biogutcontainer ist alles andere als ein Kavaliersdelikt. Manche Dinge mögen auf den ersten Blick im Biogutcontainer richtig entsorgt sein, bei genauerer Betrachtung ist dies jedoch der falsche Weg und führt zu Problemen bei der Verwertung. Hierzu gehören beispielsweise massive Holzstämme und Wurzelstöcke. Diese müssen geschreddert werden, damit man sie zu Kompost verarbeiten kann. Die hierfür notwendigen Maschinen stehen zum Beispiel im EVZ Mertesdorf. Überreste von Tieren wie beispielsweise Tierfelle gehören weder zum Bioabfall noch zum Restabfall. Diese müssen gemäß gesetzlicher Vorgaben über eine Tierkörperbeseitigung fachgerecht entsorgt werden. In der Biogasanlage müssen sie als Fremdstoff aussortiert werden.

Leider finden sich auch gänzlich falsch entsorgte Abfälle wie Müllsäcke, Bratpfannen oder Töpfe in den Biogutcontainern. Auch verpackte Lebensmittel sind keine Seltenheit. Deren Aussortierung führt zu hohen Kosten in der Verwertungsanlage. Da manche dieser Abfälle eindeutig keine Bioabfälle sind, muss hier von einer gezielten Falschentsorgung ausgegangen werden. Richtig und zudem kostenlos wäre es, diese Abfälle an den A.R.T: Standorten anzuliefern, wo sie einem ordnungsgemäßen Recycling zugeführt werden können. Lebensmittel sollten immer ohne Verpackung in den Sammelcontainer geworfen werden. Die Verpackung kann nur dann verwertet werden, wenn sie über den Gelben Sack entsorgt wird.

In den Bioabfall gehören keine Fremdstoffe. Nur wenn die Qualität des Wertstoffes Bioabfall stimmt, können die Kosten für die Behandlung von Bioabfällen konstant gehalten werden und der Bioabfall optimal verwertet werden.