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Am 10. August luden die Ortsgemeinde Minheim und die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich zur Auftaktveranstaltung des „Smarten Dorfgemeinschaftshauses“ ins Bürgerhaus nach Minheim ein, um über das Thema Coworking zu informieren. Der Einladung folgten rund 90 Interessenten aus Politik, Verwaltung, Institutionen und Bürgerschaft.

Als Vertreter des Landkreises hieß der Kreisbeigeordnete Robert Wies die Gäste willkommen und gab einen Einblick in das Projekt: „Anfang 2021 wurde unser Landkreis Bernkastel-Wittlich vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft als eine von sieben Modellregionen für das Forschungsprojekt Smarte.Land.Regionen ausgewählt. Ziel dieses Modellvorhabens ist die Entwicklung und Unterstützung innovativer digitaler Projekte und Lösungen im ländlichen Raum. Als Handlungs- und Themenfelder hatten wir festgelegt: Gemeinschaft.digital, Mobilität.digital, Arbeiten.digital sowie das übergreifende Themenfeld Digitalstrategie. Im Bereich Arbeiten.digital ist es unser Ziel, ein smartes Dorfgemeinschaftshaus zu etablieren. Dazu hatten wir im April einen Wettbewerb ausgelobt, bei dem sich Ortsgemeinden um die Einrichtung eines smarten Dorfgemeinschaftshauses bewerben konnten. Als Siegerin ging die Ortsgemeinde Minheim mit ihrem überzeugenden Konzept und ihrer starken Dorfgemeinschaft hervor.“

Minheims Ortsbürgermeisterin Sonja Scholtes betonte die Chancen, die durch das Modellvorhaben entstehen, wies aber auch daraufhin, dass noch Aufklärungsarbeit gegenüber der Politik und Gesellschaft, aber auch innerhalb der eigenen Gemeinde geleistet werden muss.

Björn Gedicke war als Vertreter vom Deutschen Landkreistag vor Ort. Der Deutsche Landkreistag unterstützt im Modellvorhaben maßgeblich den Austausch und die Zusammenarbeit mit den Landkreisen. „Das Vorhaben des Coworking-Projektes in Minheim ist für alle Regionen in Deutschland von Interesse“ betonte Gedicke die Bedeutung auch für die Bundesebene. Die Ergebnisse des Coworkingprojekts in Minheim sollten auch auf andere Landkreise übertragen werden können.

Deborah Mertes, Projektmanagerin des Modellvorhabens Smarte.Land.Regionen verwies auf die Möglichkeiten wie mit digitaler Infrastruktur Transformationsprozesse angeschoben werden können: „Mit dem Modellprojekt wollen wir die Chancen der Digitalisierung für unseren Landkreis nutzen. Dank den engagierten Einwohnerinnen und Einwohnern hier in Minheim, der Bürgermeisterin Sonja Scholtes, die so leidenschaftlich hinter diesem Projekt steht, ist es uns hier möglich neue Wege zu gehen, die den Herausforderungen einer sich ändernden Gesellschaft gerecht werden.“

Die Podiumsdiskussion mit Andreas Bollig, erster Beigeordneter in Minheim, Ulrich Bähr, Vorstand CoWorkLand, Anja Saupe, Leiterin des Projektes „Smartes Dorfgemeinschaftshaus“ und Marietheres Mimberg, Beraterin CoWorkLand ging der Frage nach, inwiefern sich in Minheim ein Potential für einen dauerhaften Betrieb eines Coworking Spaces ergibt. Die CoWorkLand ist ein lebendiges Netzwerk zahlreicher Akteure aus dem Bereich „Coworking Spaces im ländlichen Raum“ und steht gemeinsam mit der Kreisverwaltung der Gemeinde Minheim beratend zur Seite. Nach Ende der Pop-Up Coworking-Phase im Oktober wird mit Gemeindevertretern und Nutzern des Pop-Ups ein Visionsworkshop durchgeführt, bei dem weitere Schritte besprochen werden.

Zum Abschluss des Abends stellte Fabienne Hammer vom Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering den aktuellen Stand der digitalen Lösung „Landräume“ vor. Eine Buchungsplattform für gemeinschaftlich genutzte Räume auf dem Land. Der fertig entwickelte Dienst soll zukünftig auch auf andere Landkreise übertragbar sein.

Bis Ende September haben alle Bürger noch die Chance Coworking in Minheim auszuprobieren. Weitere Infos unter: www.coworkland.de/de/spaces/pop-up-minheim

Was genau ist ein Coworking-Space?

Coworking-Spaces sind gemeinschaftliche Arbeitsräume, die Menschen unterschiedlichen Alters und aus verschiedenen Branchen nutzen, egal ob angestellt oder selbständig. Im Gegensatz zum Großraumbüro basieren diese Räume auf dem Prinzip der Gemeinschaft. Das schafft Netzwerke aus Menschen, die sich an einem klassischen, festen Unternehmensstandort vermutlich nicht kennengelernt hätten. Besonders im ländlichen Bereich richten sich die Coworking-Spaces nicht nur an Digitalarbeitende, sondern auch an Handwerker, Musiker, Gründer und viele mehr. Je nach Fokus verfügen Coworking-Spaces über ergänzende Ausstattungen wie beispielsweise Kindergärten, Werkstätten, Cafés, Postannahmestellen und natürlich über eine ideale technische Infrastruktur sowie Besprechungs- und Arbeitsräume.

Welche Vorteile bringt ein Coworking-Space?

Viele Menschen pendeln nach wie vor täglich weite Strecken in die nächste (Groß-)Stadt, um ihrer Arbeit nachzugehen. Die vergangenen zwei Jahre haben allerdings gezeigt, dass eine räumliche Anwesenheit an einem festen Unternehmenssitz nicht mehr unbedingt erforderlich ist. „Das ist eine gute Entwicklung hin zu mobiler Arbeit, entlastet Pendelstrecken und verschafft der arbeitenden Bevölkerung mehr Flexibilität bei der Gestaltung ihrer Arbeit und ihres Wohnorts als auch mehr Zeit für Familie und Privatleben“, sagt Ulrich Bähr, geschäftsführender Vorstand der CoWorkLand Genossenschaft, „allerdings bringt das Home-Office auch Nachteile mit sich, wie zum Beispiel die fehlende Trennung zwischen Beruf und Privatleben“. Ein Coworking-Space bietet hier das Beste aus beiden Welten: Einen professionellen Arbeitsplatz mit guter Ausstattung und einen branchenübergreifenden Austausch mit anderen Coworkern. Gleichzeitig verkürzt sich der Anfahrtsweg, wenn der Coworking-Space quasi direkt um die Ecke ist, und es bleibt mehr Zeit für Familie und Privatleben.