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Das Thema Geodateninfrastrukturen (GDI) ist seit Verabschiedung der europäischen INSPIRE-Richtlinie vor zwei Jahren in aller Munde. Die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich hat mit der Einführung eines Geographischen Informationssystems (GIS) bereits 2006 die Weichen gestellt, zu der Geodateninfrastruktur beizutragen. Auch das Land Rheinland-Pfalz hat mit der Einrichtung und Freischaltung des Geoportals Rheinland-Pfalz Anfang 2007 die Umsetzung der Richtlinie begonnen.

Der Aufbau von Geodateninfrastrukturen gründet auf rechtliche Bestimmungen: Am 15. Mai 2007 ist die europäische Richtlinie zum Aufbau der europäischen Geodateninfrastruktur INSPIRE in Kraft getreten. Diese Richtlinie verfolgt das Ziel, auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene verfügbare Geodaten öffentlich und einheitlich verfügbar zu machen. Um die Umsetzung zu gewährleisten, müssen alle kommunalen Akteure, die mit Geodaten arbeiten, also zum Beispiel Gemeinden, Landkreise und Planungsbüros, auf einheitliche vorgegebene Standards setzen.

Für den Aufbau kommunaler Geodateninfrastrukturen sprechen die damit zu erreichende größere Bürgernähe und Wirtschaftsorientierung der Verwaltung durch zeitnahe und wirtschaftliche Auskunft bei Anfragen von Bürgern, Unternehmen und aus der Verwaltung. Sie befördern eine höhere Transparenz und kundenorientierte Darstellung in vielen kreisrelevanten Handlungsfeldern wie Wirtschaftsförderung, ÖPNV und Raumplanung. Hinzu kommt eine hohe Steuerungsrelevanz für die Entscheidungsträger durch die Verfügbarkeit aktueller Planungsgrundlagen und die Erstellung (sozial-)räumlicher Analysen. Maßgeblich ist zudem die Erhöhung der Verwaltungseffizienz durch Entlastung von Routineaufgaben, Vermeidung redundanter Datenhaltungen sowie arbeitsplatz- und fachbereichsübergreifende Nutzung von Daten. Schließlich fördert der Aufbau einer Geodateninfrastruktur die interkommunale Zusammenarbeit mit den Gemeinden durch gemeinsame Optimierung der Geschäftsprozesse, schafft Synergieeffekte durch kreisweit homogene Software- und Datenstrukturen und stärkt die Rolle der Landkreise als Dienstleister für die Gemeinden.

Das Thema „Kommunale Geodateninfrastrukturen und digitale Bauleitpläne“ war deshalb das Thema einer Informationsveranstaltung in der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, an der Vertreter der kreisangehörigen Gemeinden sowie Vertreter von zahlreichen für die Gemeinden in der Bauleitplanung tätigen Büros teilgenommen haben.

Nach einer Begrüßung und Einführung in das Thema durch den Leiter des Geschäftsbereichs 4, Hermann Brück stellte der GIS-Administrator des Landkreises, Stephan von St. Vith,  in einem Vortrag zunächst das GIS der Kreisverwaltung vor, und zeigte in einer Live-Präsentation einige Anwendungsmöglichkeiten des GIS.

Danach wurde die von der Kreisverwaltung erstellte „Handreichung zur Abgabe digitaler Bauleitpläne zur Nutzung im GIS der Kreisverwaltung“ vorgestellt und diskutiert. Diese stellt ein Regelungswerk für die optimierte, digitale Abgabe der Bauleitpläne dar, so dass diese in einfacher und schneller Art und Weise in das GIS der Kreisverwaltung sowie die GIS der Gemeinden übernommen werden können.

Zum Abschluss erläuterte Hubert Eichhorn als GDI-Beauftragter des Vermessungs- und Katasteramts Bernkastel-Kues das Thema GDI für Kommunen und INSPIRE, bevor er eine ausführliche Live-Präsentation des Geoportal.rlp folgen ließ.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass dieses Thema und die aktuellen Entwicklungen auch nächstes Jahr in einer ähnlichen Veranstaltung behandelt werden sollten.

Weitere Informationen zu GDI und GIS erhalten Interessierte auch hier.