Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

In der warmen Jahreszeit treten in Wald und Flur wieder vermehrt Zecken auf. Jeder, der sich in freier Natur aufhält, kann von einer Zecke gebissen werden. Bei einem Zeckenbiss wird die Haut mit den Kieferklauen angeritzt und anschließend der „Stachel“ (das Hypostom) in der Wunde verankert. Daher ist der Zeckenbiss genau genommen eigentlich kein „Biss“, sondern ein „Stich“. Richtiges Verhalten in der Natur kann einen Stich vorbeugen; durch richtiges (Be-)Handeln nach einem Stich können unangenehme Folgen oft vermieden werden. Zecken leben vor allem im Unterholz, im Gebüsch und im hohen Gras. Sie werden von Mensch und Tier im Vorbeigehen von Pflanzen abgestreift. Entgegen der weit verbreiteten Meinung lassen sich die Zecken jedoch nicht von Bäumen auf die vorbeigehenden Opfer fallen.

Zecken beherbergen die verschiedensten Krankheitserreger und übertragen diese. Das kann zu schweren Krankheiten führen. Deshalb gibt der Fachbereich Gesundheit der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich einige Tipps um Zeckenstichen vorzubeugen.

Meiden Sie Stellen in der Natur, an denen sich Zecken besonders wohl fühlen. Zecken halten sich in der Vegetation bis maximal 1,5 Meter Höhe auf. Achten sie darauf, dass sie beispielsweise beim Joggen oder Wandern nicht an hohen Gräsern oder Kräutern vorbeistreifen.

Tragen Sie lange, helle Kleidung. Bevorzugen Sie Kleidung, welche viel Körperoberfläche abdeckt. Zecken wird dadurch das Auffinden einer geeigneten Stichstelle zumindest erschwert. Helle Kleidung ist günstiger als dunkle. Zecken kann man gut darauf erkennen und noch vor einem Stich entfernen.

Tragen Sie ein Zeckenschutzmittel auf. Kleidung allein hält die Parasiten nicht sicher ab. Denn auf der Suche nach einer geeigneten Stichstelle krabbeln die Zecken oft stundenlang umher – und geraten so auch unter die Kleidung. Verwenden Sie Insekten abweisende Mittel. Diese helfen zumindest eine Weile. Aber auch sie stellen keinesfalls einen sicheren Schutz vor Zecken dar.

Suchen Sie nach dem Aufenthalt im Freien den Körper nach Zecken ab. Vergessen Sie dabei nicht den Kopf, die Ohren und den Rücken. Noch nicht festgesogene Zecken abnehmen und töten. Zudem sollten Sie die Kleidung sorgfältig ausschütteln oder in den Wäschetrockner stecken. In der Kleidung versteckte Zecken werden durch trockene Hitze abgetötet.

Entfernen Sie festgesogene Zecken ohne Quetschen. Festgesogene Zecken müssen richtig und möglichst schnell entfernt werden; denn je länger die Zecke saugt, desto höher ist das Risiko zu erkranken. Beim Herausziehen muss ein Quetschen auf jeden Fall verhindert werden. Die Zecke mit einer Pinzette langsam, möglichst vollständig und gerade herausziehen (Drehen hat keine Wirkung). Desinfizieren Sie die Wunde gründlich und verwenden sie keine Hausmittel wie zum Beispiel Öl, Leim oder Nagellack.

Halten Sie das Datum des Zeckenstichs fest. Nach einigen Wochen erinnert man sich oft nicht mehr an einen Zeckenstich. Beobachten Sie die Einstichstelle sorgfältig über mehrere Wochen. Beim Auftreten von Fieber, Kopfweh, Übelkeit, Schwindel, Lichtüberempfindlichkeit, einer größer werdenden und eventuell „wandernden Rötung“ oder anderen unerklärlichen Symptomen ist sofort ein Arzt aufzusuchen und der Zeckenbiss unbedingt zu erwähnen.

Als wichtige von Zecken übertragene Krankheiten sind zu nennen:
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) - durch das FSME-Virus ausgelöste Krankheit, die bei Patienten zu einer Hirnhaut- oder Gehirn-Entzündung führen und tödlich enden kann.
Borreliose - eine durch ein Bakterium (Borrelia burgdorferi) ausgelöste Infektionskrankheit. Die Bakterien können bei erkrankten Personen jedes Organ, das Nervensystem und die Gelenke sowie das Gewebe befallen.
Im Gegensatz zur Borreliose, deren Krankheitsbild oft erst nach einigen Wochen in Erscheinung tritt beziehungsweise erkannt wird, kann eine FSME unter Umständen innerhalb kurzer Zeit zu massiven Beschwerden und zu ernsthaften medizinischen Komplikationen führen. Eine vorbeugende Impfung ist gegenwärtig nur gegen die FSME möglich. Gegen die Borreliose stehen derzeit keine vorbeugenden, medizinischen Maßnahmen zur Verfügung.

Die ständige Impfkommission des Robert-Koch-Institutes (STIKO) empfiehlt die FSME-Schutzimpfung für Personen, die in Risikogebieten wohnen oder arbeiten und für die das Risiko eine Zeckenstiches besteht, und für Personen, die sich aus anderen Gründen in Risikogebieten aufhalten und dabei gegenüber Zecken exponiert sind.

Die Kosten der Impfung werden von den Krankenkassen nur für Mitglieder übernommen, die in Risikogebieten wohnen. In Rheinland-Pfalz ist nur der Landkreis Birkenfeld als Risikogebiet ausgewiesen. Für Fragen steht die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, Fachbereich Gesundheit unter Tel.: 06571/14451 gerne zur Verfügung.