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Die Sommerzeit ist auch Erntezeit für wohlschmeckende Waldbeeren. Beim Verzehr roher, in Bodennähe geernteter Waldbeeren besteht jedoch die Gefahr einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm. Der Fachbereich Veterinärdienst und Lebensmittel der Kreisverwaltung nimmt dies zum Anlass, über den Fuchsbandwurm und die mit einer Infektion verbundenen Gefahren zu informieren.

Der Fuchsbandwurm lebt im Darm des Fuchses, seines natürlichen Endwirtes. In den Bandwurmgliedern entwickeln sich Eier, die mit dem Fuchskot ins Freie gelangen. Durch Kontakte mit Fuchskot nehmen in Wald und Feld lebende heimische Kleinnager die Eier auf. In ihrem Körper entwickeln sich als Jugendstadien des Bandwurms, vor allem in der Leber, kleine Blasen, die so genannten Finnen. Die Tiere erkranken zumeist schwer und werden so leicht eine Beute des als Mäusefänger sehr geschickten Fuchses. Die in den Fuchsdarm gelangten Finnen wachsen zu Bandwürmern heran und beginnen alsbald Eier zu produzieren. Auch in anderen Säugetieren und im Menschen können sich Bandwurmeier, sofern sie in den Magen-Darm-Kanal gelangen, zu Finnen entwickeln.

Die Fähigkeit der Finnen, Tochterblasen zu bilden, kann dazu führen, dass das befallene Organ, zumeist die Leber, schließlich von Finnenblasen durchsetzt ist. Die Funktionsfähigkeit des Organs wird infolge der weitgehenden Verdrängung von Organgewebe nachhaltig beeinträchtigt. Krankheitssymptome treten jedoch oft erst auf, wenn die Erkrankung schon relativ weit fortgeschritten ist. In diesem späten Stadium gestaltet sich die Behandlung sehr schwierig und ist nicht immer erfolgreich. Eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm gilt immer als lebensgefährlich. Das beste Mittel gegen den Fuchsbandwurm ist die Vorbeugung.

Folgende Vorsichtsmaßnahmen werden vom Fachbereich Veterinärdienst und Lebensmittel der Kreisverwaltung empfohlen: Eine sichere Abtötung der Eier wird nur durch eine Erhitzung der Beeren auf über 60 bis 70° C erreicht (zum Beispiel durch Zubereitung von Marmelade). Das Abwaschen der Früchte kann möglicherweise vorhandene Eier beseitigen, ist aber keine absolut sichere Maßnahme. Tiefgefrieren schadet den Eiern erst nach längerer Zeit, da ihre Widerstandsfähigkeit gegen Kälte außerordentlich hoch ist (240 Tage bei minus 18° C). Für Hunde und Katzen wird eine regelmäßige Bandwurmbehandlung empfohlen, da auch sie Träger des Fuchsbandwurmes sein können. Weitere Informationen sind beim Fachbereich Veterinärdienst und Lebensmittel der Kreisverwaltung erhältlich, Telefon 06571/14-353 und -354.