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Die zahlreichen Neuausbrüche von Geflügelpest bei Wildvögeln in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Bayern veranlassen den Fachbereich Veterinärdienst und Lebensmittel der Kreisverwaltung, nochmals auf einige wichtige Vorschriften für Geflügelhalter hinzuweisen: 1. Anzeige der Geflügelhaltung Wer Geflügel (Hühner, Truthühner, Enten, Gänse, Fasane, Rebhühner, Perlhühner, Wachteln, Tauben, Laufvögel) hält, hat dies unverzüglich bei der zuständigen Behörde (in Rheinland-Pfalz die Kreisverwaltungen) anzuzeigen. Viele Geflügelhalter haben ihren Bestand bereits ordnungsgemäß angemeldet. Eine weitere Meldung ist nur noch in den Fällen erforderlich, wenn sich wesentliche Veränderungen seit der letzten Meldung ergeben haben (z. B. Halten von anderen Geflügelarten, wesentliche Veränderungen der Bestandszahlen). Die Geflügelhalter im Kreis Bernkastel-Wittlich können ihre Mitteilungen schriftlich oder telefonisch an die Kreisverwaltung, Fachbereich Veterinärdienst und Lebensmittel, Kurfürstenstr. 16, 54516 Wittlich (Fax: 06571/14440, Tel.: 06571/14353) richten. 2. Führen eines Bestandsregisters Jeder Halter der zuvor genannten Geflügelarten muss ein Bestandsregister führen. In das Bestandsregister sind im Falle des Zugangs von Geflügel das Datum der Übernahme, Name und Anschrift des bisherigen Besitzers und Art des Geflügels und im Falle des Abgangs Name und Anschrift des Erwerbers, das Abgangsdatum und Art des Geflügels einzutragen. Wird die Geflügelhaltung von betriebsfremden Personen betreten, so ist auch dies im Betriebsregister mit Name und Anschrift, Datum des Betretens und Angaben zu den von dieser Person zuletzt betretenen Geflügelhaltungen zu vermerken. Weiterhin sind einzutragen in Haltungen mit mehr als 100 Stück Geflügel die pro Werktag verendeten Tiere und in Haltungen mit mehr als 1000 Stück Geflügel zusätzlich die Gesamtzahl der je Werktag gelegten Eier. Die Register sind mindestens drei Jahre lang aufzubewahren. 3. Ursachenforschung bei verdächtigen Krankheitserscheinungen Treten innerhalb von 24 Stunden in einem Geflügelbestand Verluste von a) mindestens drei Tieren bei einer Bestandsgröße von bis zu 100 Tieren oder b) mehr als zwei Prozent der Tiere bei einer Bestandsgröße von über 100 Tieren auf oder kommt es zu einer erheblichen Veränderung der Legeleistung oder der Gewichtszunahme, so hat der Besitzer unverzüglich tierärztlich die Ursache feststellen zu lassen. Dabei ist immer auch auf Influenza-A-Virus der Subtypen H5 und H7 zu untersuchen. 4.  Versorgung von Geflügel Die Fütterung von Geflügel darf nur an Stellen erfolgen, die für wildlebendes Wassergeflügel, Küstenvögel, Möwen und wildlebende Zugvögel nicht zugänglich sind. Des Weiteren dürfen Geflügel, Teile von Geflügel sowie von Geflügel stammende Erzeugnisse und Rohstoffe nicht an Geflügel verfüttert werden, wenn diese Produkte nicht einem Behandlungsverfahren, durch das Tierseuchenerreger abgetötet werden, unterworfen worden sind. Die Tiere dürfen nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem wildlebende Zugvögel Zugang haben. Diese unter den Punkten 1 bis 4 genannten Vorschriften gelten für alle Geflügelhaltungen unabhängig von deren Bestandsgröße, das heißt auch Kleinst- oder Hobbyhaltungen haben diese Vorschriften zu beachten. Das Krankheitsbild beim Hausgeflügel infolge einer Infektion mit Influenza-A-Viren kann sehr vielfältig aber auch nur von einzelnen Symptomen geprägt sein: Plötzliche Todesfälle, Abgeschlagenheit bis vollständige Teilnahmslosigkeit, Aufplustern, ödematöse Schwellungen im Bereich des Kopfes (v. a. Kamm und Kehllappen), Nasen- und Augenausfluss, durch feinste subcutane Blutungen hervorgerufene Blau- bis Violettverfärbungen der Haut, Durchfall, Einstellen der Futteraufnahme, verminderte bis vollständig sistierende Legeleistung bzw. Legen von fehlerhaften Eiern (Bruch- und Knickeier, Eier ohne Kalkschalen) können beobachtet werden. Ein Verdacht besteht insbesondere dann, wenn mehrere Tiere im Bestand betroffen sind und sich die Veränderungen rasch im Bestand ausbreiten. In allen unklaren Fällen ist unverzüglich eine tierärztliche Untersuchung zu veranlassen. Für weitere Informationen zur Geflügelpest steht der Fachbereich Veterinärdienst und Lebensmittel der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, Tel.: 06571/14353 gerne zur Verfügung.