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Seit dem 10. Mai 2006 gilt die neue Verordnung zur Aufstallung des Geflügels zum Schutz vor der Klassischen Geflügelpest (Geflügel-Aufstallungsverordnung). Unter den Begriff Geflügel fallen folgende Vogelarten: Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse. Alle anderen Vogelarten, die in der Obhut von Menschen gehalten werden, sind vollständig von diesen Vorschriften ausgenommen. Die Verordnung schreibt nach wie vor die Aufstallung von Geflügel vor. Jedoch sind Ausnahmen zu genehmigen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt werden.

Was haben die Besitzer von Geflügel, die ihre Tiere aufgrund einer Ausnahmegenehmigung außerhalb geschlossener Ställe oder Schutzvorrichtungen (Freilandhaltung) halten dürfen, zu beachten?

 

  • 1. Es ist ein Register zu führen. In das Register sind unverzüglich einzutragen:
  • im Falle des Zugangs von Geflügel Name und Anschrift des Transportunternehmens und des bisherigen Besitzers, Datum des Zugangs sowie Art des Geflügels,
  • im Falle des Abgangs von Geflügel Name und Anschrift des Transportunternehmens und des Erwerbers, Datum des Abgangs sowie Art des Geflügels,
  • jedes verendete Stück Geflügel mit Datum der Verendung
  • 2. Im Betrieb sind folgende Maßnahmen zu ergreifen bzw. einzuhalten:
  • Die Ein- und Ausgänge zu den Standorten des Geflügels sind gegen unbefugten Zutritt oder unbefugtes Befahren zu sichern.
  • Die Standorte des Geflügels dürfen von betriebsfremden Personen nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegkleidung betreten werden, diese Personen müssen die Schutz- oder Einwegkleidung nach Verlassen des Aufenthaltsortes des Geflügels unverzüglich ablegen.
  • Die Schutzkleidung ist nach Gebrauch unverzüglich zu reinigen und Einwegkleidung nach Gebrauch unverzüglich unschädlich zu beseitigen.
  • Nach jeder Einstallung oder Ausstallung von Geflügel sind die dazu eingesetzten Gerätschaften und der Verladeplatz zu reinigen und zu desinfizieren.
  • Betriebseigene Fahrzeuge sind abweichend von § 16 Abs. 1 der Viehverkehrsverordnung unmittelbar nach Abschluss eines Geflügeltransports auf einem befestigten Platz zu reinigen und zu desinfizieren.
  • Fahrzeuge, Maschinen und sonstige Gerätschaften, die in der Geflügelhaltung eingesetzt und von mehreren Betrieben gemeinsam benutzt werden, müssen jeweils im abgebenden Betrieb vor der Abgabe gereinigt und desinfiziert werden.
  • Es sind eine ordnungsgemäße Schadnagerbekämpfung durchzuführen und hierüber Aufzeichnungen zu machen.
  • Der Raum, der Behälter oder die sonstigen Einrichtungen zur Aufbewahrung verendeten Geflügels muss bei Bedarf, mindestens jedoch einmal im Monat, gereinigt und desinfiziert werden.
  • 3. Für Enten- und Gänsehaltungen im Freien gelten zusätzlich folgende Auflagen:
  • Enten und Gänse sind räumlich getrennt von sonstigem Geflügel zu halten.
  • Der Halter von Enten und Gänsen hat sicherzustellen, dass die Tiere monatlich virologisch auf Influenza-A-Virus der Subtypen H5 und H7 untersucht werden. Hierzu müssen tierärztlich Rachen- oder Kloakentupferproben entnommen und im Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz, Blücherstr. 34, 56073 Koblenz untersucht werden. Die Untersuchungen sind jeweils an Proben von 60 Tieren je Bestand durchzuführen. Werden weniger als 60 Enten und Gänse gehalten, sind die jeweils vorhandenen Tiere zu untersuchen.
  • An Stelle der monatlichen virologischen Untersuchungen kann der Halter Enten und Gänse zusammen mit sonstigem Geflügel halten, soweit das sonstige Geflügel dazu dient, die Einschleppung oder Verschleppung der Geflügelpest in den Bestand frühzeitig zu erkennen. In diesem Fall gelten für Bestände mit weniger als 10 Enten und Gänse, dass mindestens 1, höchstens jedoch dieselbe Anzahl sonstigen Geflügels wie die gehaltenen Enten und Gänse vorhanden sein müssen. Für Bestände mit 11 - 100 Enten und Gänse gilt, dass von sonstigem Geflügel 10 - 50 Tiere vorhanden sein müssen. Zahlen für weitere Bestandsgrößen können unmittelbar beim Fachbereich Veterinärdienst erfragt werden. Ferner hat der Halter jedes verendete Stück sonstiges Geflügel im Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz, Blücherstr. 34, 56073 Koblenz unverzüglich auf Influenza-A-Virus der Subtypen H5 und H7 virologisch untersuchen zu lassen. 
  • 4. Verkauf / sonstige Abgabe von Geflügel

Geflügel, ausgenommen Geflügel, das unmittelbar zur Schlachtung verbracht wird, darf nur in den Verkehr gebracht werden, soweit das Geflügel sieben Tage vor dem Inverkehrbringen in einem geschlossenen Stall oder einer Schutzvorrichtung gehalten und längstens vier Werktage vor dem Inverkehrbringen klinisch tierärztlich oder im Falle von Enten und Gänsen virologisch nach näherer Anweisung der Kreisverwaltung auf Influenza-A-Virus der Subtypen H5 und H7 untersucht worden ist. Derjenige, der Geflügel in den Verkehr bringt, hat eine tierärztliche Bescheinigung über die Untersuchung mitzuführen.

 

  • 5. Hinweis:

Für Geflügelhaltungen innerhalb geschlossener Ställe oder Schutzvorrichtungen gelten lediglich die üblichen Vorschriften der Geflügelpestverordnung. Dabei ist unter einer Schutzvorrichtung zu verstehen: Die Auslauffläche befindet sich vollständig unter einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und ist mit einer gegen das Eindringen von Wildvögeln (auch Kleinvögel) gesicherten Seitenbegrenzung versehen. Dies bedeutet für diejenigen, die ihr Geflügel weiterhin so halten, wie dies in den vergangenen Monaten vorgeschrieben war, dass keine weiteren Vorgaben zu beachten sind. Für diejenigen, die bisher ihr Geflügel in einer so genannten Volierenhaltung (Schutzvorrichtung s. o.) gehalten haben und dies zukünftig so beibehalten, entfallen auch die bisher erforderlichen tierärztlichen Untersuchungen.