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Wenn die Temperaturen auf über 7°C steigen, erwachen Zecken aus einer Art Winterstarre und werden aktiv. Am wohlsten fühlen sich die Zecken bei einer Temperatur von 14 bis 23°C und einer Luftfeuchtigkeit von über 80%. Die Hauptsaison für Zecken sind also die Monate Mai bis Oktober. Aber selbst im Winter, wenn dieser besonders mild ist, bleiben sie munter. Gefährlich sind Zecken für Menschen besonders wegen der möglichen Übertragung der Lyme-Borreliose bei einem Stich. Darauf weist der Fachbereich Gesundheit der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich hin.

Die Lyme-Borreliose ist eine Krankheit, die durch eine Infektion mit Bakterien der Art Borrelia burgdorferi (Borrelien) verursacht wird. Diese werden durch Zeckenstiche auf den Menschen übertragen. Die Krankheit kann verschiedene Organsysteme betreffen, insbesondere die Haut, das Nervensystem und die Gelenke.

Das Vorkommen von Borrelien in Zecken schwankt sowohl regional als auch kleinräumig sehr stark und kann bis zu 30 Prozent betragen. Es gibt Studien, die gezeigt haben, dass bei etwa 5 Prozent der Personen, die von einer Zecke gestochen worden sind, eine Infektion auftritt. Nur ein sehr kleiner Teil der Infizierten, rund ein Prozent, entwickeln Krankheitssymptome.

Die Zecke muss eine längere Zeit saugen, bevor der Erreger übertragen wird. Das Infektionsrisiko steigt nach einer Saugzeit von mehr als zwölf Stunden. Entfernt man die Zecke frühzeitig, ist das Übertragungsrisiko daher nur sehr gering. Die schnellstmögliche Entfernung der Zecke durch den Gestochenen ohne Manipulation der Zecke ist von großer Bedeutung bei der Prävention der Lyme-Borreliose. Eine Schutzimpfung gibt es bisher nicht.

Es gibt keinen typischen Krankheitsverlauf der Lyme-Borreliose. Sie kann grundsätzlich zahlreiche Symptome in verschiedenen Organen hervorrufen, die einzeln oder in unterschiedlichen Kombinationen auftreten können. Viele dieser Symptome sind unspezifisch und werden auch bei anderen Erkrankungen beobachtet. Deshalb ist es unter Umständen schwierig, eine Lyme-Borreliose zu diagnostizieren.

Ein charakteristischer Hinweis auf eine beginnende Lyme-Borreliose (Stadium I) ist die sogenannte Wanderröte. Sie tritt nach einigen Tagen (bis Wochen) bei vielen Erkrankten auf. Diese deutliche ringförmige Hautrötung ist oft im Zentrum blasser als am Rand. Der rote Ring wandert dann allmählich nach außen. Weitere allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen, Müdigkeit können hinzukommen.

Im Stadium II, das meist innerhalb von sechs Monaten nach der Infektion einsetzt, ist die akute Neuroborelliose am häufigsten. Typisch hierfür sind brennende Nervenschmerzen, die sich vor allem nachts verschlimmern, und leichte Lähmungen der Hirnnerven. Je nachdem, welche Hirnnerven betroffen sind, können verschiedenste Symptome wie Taubheitsgefühle, Seh- oder Hörstörungen auftreten. Seltener kommt es zu Lähmungen des Rumpfes und von Armen und Beinen. Zudem kann es zu einer Entzündung des Herzens kommen, die sich in Rhythmusstörungen äußern kann.

Als Spätform (Stadium III) der Erkrankung tritt Monate oder Jahre nach dem Zeckenstich am häufigsten die Lyme-Arthritis (Gelenkentzündung) und die sogenannte Acrodermatica chronica athropicans auf, eine chronische Entzündung meist an den Innenseiten der Arme und Beine und der Körperenden wie Nase, Finger und Zehen. Die Haut ist an diesen Stellen bläulich und zigarettenpapierartig. Die Gelenkentzündung betrifft überwiegend die Kniegelenke. Sehr selten ist die chronische Neuroborelliose.

Zecken sitzen im Gras und Unterholz sowie in Büschen und springen beim Vorbeigehen auf ihren Wirt – den Menschen über. Lange Hosen, Hemden sowie festes Schuhwerk sind selbst bei hochsommerlichen Temperaturen eine geeignete Maßnahme, um sich vor einem Zeckenbiss zu schützen.

Helle Kleidung ist vorzuziehen, um eine Zecke sofort zu erkennen. Einen weiteren Schutz stellen die zahlreichen Zeckenschutzmittel dar. Die gewöhnlich auf chemischer Basis wirkenden Stoffe halten laut Angaben der Hersteller die Zecken für bis zu acht Stunden auf Distanz. In der Praxis bieten diese Stoffe nur für wenige Stunden einen verlässlichen Schutz. Auch ätherische Öle schützen nur für kurze Zeit vor einem Zeckenbiss. Diese Mittel führen bei manchen Menschen zu allergischen Reaktionen und der starke Eigengeruch ist störend.