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Mit einer gemeinsame Veranstaltung informierten die Kreisverwaltung und das Jobcenter Bernkastel-Wittlich über den Wiedereinstieg in den Beruf. Dieses Informationsangebot nutzen 38 Frauen und Männer um sich zu den Themen Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Vor- und Nachteile von geringfügiger Beschäftigung und Ausbildung in Teilzeit zu informieren.

Susanne Dröger vom Fachbereich Jugend und Familie der Kreisverwaltung stellte die Möglichkeiten der Kinderbetreuung durch Tagespflegepersonen vor. Die Tagespflegepersonen werden in einer Ausbildung fachlich qualifiziert und sind dem Jugendamt persönlich, mit ihrem familiären Umfeld und der Wohnsituation bekannt. Tagesmütter können helfen Betreuungszeiten über die Ganztagsangebote von Kindergärten und Schulen abzudecken. Erfahrungsgemäß erwarten Arbeitgeber zeitlich flexible Arbeitskräfte, was für Frauen und Männer mit Erziehungsaufgaben häufig schwer zu gewährleisten ist.

Ein Minijob scheint häufig eine geeignet Alternative darzustellen. Doch Vorsicht ist geboten: Stefan Bill von der AOK beleuchtete die Situation von Beschäftigen in Minijobs sowie die gesetzlichen Regelungen hierzu und zeigte die unterschiedlichen Vor- und Nachteil zu sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen auf. Rechtsansprüche wie Urlaubsanspruch und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sind gesetzlich eindeutig geregelt, aber die Realität sieht oft ganz anders aus: Arbeitgeber wenden die tarifvertraglich festgelegten Vereinbarungen selten auf die geringfügig Beschäftigten an und diese wiederum fordern aus Angst vor Arbeitsplatzverlust ihre Ansprüche nicht ein. Eine wichtige Erkenntnis für Geringfügig Beschäftigte: sie haben im Rahmen ihres Minijobs nach der Neuregelung vom Januar 2013 Ansprüche gegen den Rentenversicherungsträger und auch die Möglichkeit einen Riestervertrag abzuschließen, soweit sie nicht von der Befreiung von der Rentenbeitragspflicht Gebrauch gemacht haben. Bei Arbeitsverhältnissen in der sogenannten Gleitzone ist auch die Krankenversicherung im Rahmen der gesetzliche Krankenversicherung für die ganze Familie sichergestellt

Frauen fehlt teilweise eine abgeschlossene Berufsausbildung. Eine Berufsausbildung ist jedoch die beste Voraussetzung für eine angemessenen Entlohnung und damit einhergehend ein finanziell unabhängiges, selbständiges Leben mit entsprechender Alterssicherung. Darüber hinaus bietet sie weitere Vorteile. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird im Rahmen einer Ausbildung in Teilzeit ermöglicht. Familiären Aspekten wie Kinderbetreuung oder häusliche Pflege wird hierbei Rechnung getragen. Die Voraussetzungen und Möglichkeiten der betrieblichen Teilzeitausbildung zeigte Annabell Müller, Ausbildungsberaterin bei der IHK Trier in ihrem Vortrag. Der Vortrag ist als Download hier nachzulesen.

Die Möglichkeit konkrete Fragen zu stellen und die persönliche Situation vor dem Hintergrund der neuen Informationen neu zu beleuchten, rundeten die Veranstaltung der Gleichstellungsbeauftragten Gabriele Kretz in Zusammenarbeit mit Iris Zwang, der Beauftragten für Chancengleichheit vom Jobcenter Bernkastel-Wittlich ab. Die Infoveranstaltung stellte das Äquivalent zur Arbeitgeberveranstaltung im Januar 2013 dar. Arbeitgeber waren zu teilweise gleichen Themen eingeladen, um sie für die Situation der Bewerberinnen mit familiären Pflichten zu sensibilisieren und über Einstellungsoptionen und Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren.