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„Ich möchte helfen und bei der Integration unterstützen. Für mich persönlich war es sehr wichtig , nach meiner beruflichen Tätigkeit eine neue Aufgabe in einem ganz anderen Bereich zu finden“ antworteten Marianne Liell und Gertlind Spengler in Bernkastel auf die Frage, was sie zur ehrenamtliche Mitarbeit motiviert.

„Mich führt eine positive Neugierde auf Menschen aus verschiedenen Kulturen hierher“ sagte Kordula Kranzdorf, Praktikantin im Dekanat Bernkastel.

Viele helfende Hände sind nötig. Denn viele Aufgaben gilt es zu bewältigen wenn es heißt, zweimal im Monat Gäste aus verschiedenen Ländern im Café International zu begrüßen. Seit circa anderthalb Jahren folgen viele Menschen der Einladung, sodass zwischenzeitlich sogar ein Umzug in größere Räume nötig war. Zusammen mit den circa 15 Helferinnen und Helfern wurde der Platz im Haus St. Michael schnell zu eng. Tomasz Welke, verantwortlicher Pastoralreferent im Dekanat Bernkastel und Initiator des Café International fand eine Lösung. Im Rahmen eines Netzwerktreffens auf der Ebene der Verbandsgemeinde Bernkastel Kues lernte er Guido Moll, Jugendpfleger in der VG kennen. Schnell waren sich beide einig darüber, dass das Jugendkulturzentrum (JUKUZ) der Stadt ein guter Ort sein könnte, um das Café International zukünftig zu beherbergen.

Auch in den neuen Räumen fühlen sich Gäste und Helfer sehr wohl. Hier passieren viele Dinge gleichzeitig. Während die einen miteinander spielen und ins Gespräch kommen, können andere bei alltäglichen Problemen helfen. Es gibt die Möglichkeit, miteinander zu kochen und Pläne zu schmieden.

Regelmäßig vor den Café Terminen findet beispielsweise ein Fußballtraining statt. Unter dem Namen „1:1 für ein Willkommen“ trifft man sich um miteinander Fußball zu spielen. Toni Nascimento, einer der ehrenamtlichen Helfer, nutzt die Gelegenheit im Rahmen seines Engagements seinem Hobby nach zu gehen. Vormittags nimmt er dazu Flüchtlinge in seinem PKW mit nach Bernkastel, alle spielen Fußball und am Nachmittag treffen sie im Café International Freunde und Bekannte. Am späten Nachmittag nimmt er die Asylbegehrenden wieder mit und übernimmt mit seinem Fahrdienst eine wichtige Funktion.

Jannik Kiesgen hat eine Broschüre in der Hand. Deren Inhalt hilft dem ehrenamtlichen Begleiter dabei, den Neuzugewanderten die ersten und zweiten Schritte in seiner neuen Heimat zu erleichtern. Alle Helfer sind sich einig darüber, das mit Ihrem Unterstützungsangebot ganz bewusst Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten möchten.

Sie sind sich auch einig darüber, dass sie von ihrem Ehrenamt selber auch profitieren und fühlen sich beschenkt. „Ich haben interessante Menschen kennengelernt, es sind inzwischen im Helferteam viele Freundschaften entstanden“ formuliert Marianne Liell. Detlev Roegler bringt es folgendermaßen auf den Punkt: „Bisher habe ich uneingeschränkte Gastfreundschaft erlebt und empfinde den unterschiedlichen Umfang mit manchen Dingen als sehr bereichernd für mein Leben.“

„Ich habe oft erlebt, dass sich diese Menschen sehr viel mehr Zeit für Gastfreundschaft nehmen - da kann ich noch viel von lernen“, so Herr Kieren. Sein ganz persönliches Statement wird mit Kopfnicken bestätigt.

Es gibt aber auch Herausforderungen. Gertlind Spengler musste lernen, „Nein“ zu sagen und sich abzugrenzen. „Es kann schnell passieren, dass sich die Arbeit verselbstständigt. Es war für mich wichtig, festzustellen, wo meine Möglichkeiten aber auch wo meine Grenzen im Ehrenamt sind.“ Obwohl sich auch hier alle schnell einig sind, wird es in zwei Wochen wieder heißen: Herzliche Einladung ins Café International an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. Jeder, der gerne mal hineinschauen möchte ist gerne gesehen.

Kontakt

Nähere Informationen erhalten Sie bei Tomasz Welke, tomasz.welke@bgv-trier.de  Dekanat Bernkastel, Mandatstr. 8, 54470 Bernkastel-Kues.