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Zum Schutz der menschlichen Gesundheit und zur Aufrechterhaltung gesunder und leistungsfähiger Tierbestände werden eine Vielzahl von Tierseuchen staatlich bekämpft. Einer der wichtigsten Maßnahmen ist die rechtzeitige Erkennung eines Seuchenausbruchs. Die Erfolgsaussichten, eine Seuche innerhalb kürzester Zeit auszurotten beziehungsweise deren Ausbreitung weitestgehend zu verhindern, hängen hiervon ganz wesentlich ab. Eine leicht übertragbare Krankheit, die sich unerkannt großflächig ausgebreitet hat, ist nur noch mit einem erheblichen Aufwand und großer zeitlicher Verzögerung in den Griff zu bekommen. Bei Tieren, die von Menschen gehalten werden fallen Veränderungen des Gesundheitszustandes in der Regel zu einem sehr frühen Zeitpunkt auf. Dies ist bei frei lebenden Wildtieren nicht der Fall. Im Anfangsstadium einer Erkrankung sind bei Wildtieren aus der Entfernung betrachtet kaum verdächtige Veränderungen zu erkennen. Hinzu kommt das Verhalten von kranken Wildtieren, sich von der Gruppe abzusondern und im Dickicht zu verkriechen.

Eine verlässliche Einschätzung der Seuchensituation in der freien Wildbahn ist nur über die Untersuchung von geeigneten Gewebeproben zu erhalten. Diese Proben sind in ausreichender Zahl alleine mit den Mitteln der Jagd zu gewinnen. Zur Zeit sind beim Wild laufende Untersuchungen auf Tollwut und Schweinepest vorgeschrieben.

Es hat viele Jahre intensivster Bekämpfung bedurft, um die Fuchstollwut in Deutschland zu beseitigen. Wegen der weltweiten Verbreitung dieser Krankheit ist aber ein erneuter Fall in Deutschland nicht auszuschließen. Aus diesem Grund schreibt die Tollwut-Verordnung ein Monitoring zur Früherkennung vor. Jägerinnen und Jäger müssen sowohl kranke, verhaltensgestörte oder anderweitig auffällige erlegte Füchse, Marderhunde und Waschbären beim zuständigen Veterinäramt oder dem Landesuntersuchungsamt in Koblenz abgeben. Dies gilt auch wenn diese Tierarten verendet aufgefunden werden. Hierbei müssen Angaben zur Abschuss- oder Fundstelle, zum Datum des Abschusses oder Fundes und zum Verhalten des Tieres vor dem Erlegen mitgeteilt werden. Als Aufwandsentschädigung wird dem Einsender je anerkanntem Indikatortier eine Pauschale von 50 Euro gewährt.

Bis vor wenigen Jahren grassierte in ganz Rheinland-Pfalz die Schweinepest bei Wildschweinen und hat nicht nur der Jagd große Probleme bereitet sondern war auch eine ständige Gefahr für Hausschweine. Mit jagdlichen Mitteln und der Auslage von Impfködern durch die Jägerinnen und Jäger konnte sie eliminiert werden. Zur Überwachung des Bekämpfungserfolgs erließ das Land Rheinland-Pfalz eine tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung zum Schutz gegen die Schweinepest. Diese gilt nach wie vor. Danach sind von allen erlegten, bis zu einem Aufbruchgewicht von 30 Kilogramm schweren Wildschweinen unverzüglich Blut- und Milzproben zu entnehmen und dem Landesuntersuchungsamt in Koblenz zuzusenden. Dies gilt auch für alle verendet einschließlich der infolge eines Unfalls verendet aufgefundenen Wildschweinen unabgängig von deren Alter. Zur Einsparung der Versandkosten können die Proben beim Fachbereich Veterinärdienst der Kreisverwaltung in Wittlich, Tel:. 06571/142353, E-Mail: veterinaeramt[at]bernkastel-wittlich.de  abgegeben beziehungsweise in den Briefkasten für Trichinenproben des Fleischhygieneamtes Wittlich an der Pforte des Schlachtbetriebs der Firma Simon-Fleisch in Wittlich eingeworfen werden.