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Durch das Jugendschutzgesetz sollen Kinder und Jugendliche vor Gefährdungen geschützt werden. Dieser Grundsatz wird auch in den Bestimmungen zu den Ausgangsregelungen deutlich. Die Anwesenheit bei öffentlichen Tanzveranstaltungen ohne Begleitung einer personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragten Person darf Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren nicht und Jugendlichen ab 16 Jahren längstens bis 24 Uhr gestattet werden.

Unter dem klassischen Begriff der öffentlichen Tanzveranstaltung sind alle gewerblichen und auch nicht gewerblichen Veranstaltungen mit Tanzgelegenheit in Räumen (zum Beispiel Diskotheken) oder im Freien, die nicht einem begrenzten, bekannten Personenkreis vorbehalten sind zu verstehen. Eltern, die sich regelmäßig mit ihren Kindern über dieses Thema auseinandersetzen müssen, können hier auf eindeutige Vorgaben verweisen, für deren Einhaltung sie im Rahmen der Aufsichtspflicht ebenfalls mitverantwortlich sind. Offensichtliches Fehlverhalten der Aufsichtspflichtigen stellt zudem eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit der Verhängung eines Bußgelds bestraft werden. Andererseits wird durch diese Regelung erreicht, dass  in das Erziehungsrecht der Eltern nicht unverhältnismäßig stark eingegriffen wird, denn es wäre auch unter dem Gesichtspunkt des Jugendschutzes nicht zu vertreten, wollte man junge Menschen von Tanzveranstaltungen ausschließen, wenn sie im Einverständnis mit Mutter oder Vater beziehungsweise in Begleitung einer von diesen beauftragten erwachsenen Person teilnehmen. Erziehungsbeauftragte Person ist in diesem Zusammenhang jeder Erwachsene, der auf Dauer oder zeitweise aufgrund einer Vereinbarung mit dem Sorgeberechtigten Erziehungsaufgaben wahrnimmt. Dies kann zum Beispiel der volljährige Freund der Tochter oder die volljährige Schwester sein.

Das den „Beauftragten“ insofern verliehene Erziehungsrecht beinhaltet dann aber auch die Pflicht, sich tatsächlich zu kümmern. Nicht ausreichend ist somit, den anvertrauten Minderjährigen lediglich zu einer Veranstaltung zu bringen, in eine Diskothek einzuschleusen und ihn dann sich selbst zu überlassen. Begleitung bedeutet einerseits, einen altersgemäßen Freiraum zu gewähren, anderseits aber auch anwesend zu sein, Verantwortung zu übernehmen und den Jugendlichen vor Gefährdungen zu bewahren. Erziehungsbeauftragte sind nach dem Gesetz verpflichtet, ihre Berechtigung auf Verlangen dem Veranstalter oder Gewerbetreibenden und im Zuge von Jugendschutzkontrollen auch gegenüber Polizei, Ordnungs- und Jugendämtern gegenüber darzulegen. Es ist daher zu empfehlen, eine schriftliche Fassung der getroffenen Vereinbarung zusammen mit den Ausweisen mitzuführen.

Exzessiver Alkoholkonsum ist für eine Reihe von negativen Folgen verantwortlich. Nicht nur für die Gesundheit spielt Alkohol eine gefährliche Rolle, sondern auch bei Gewalt und freiwilligen wie unfreiwilligen Verletzungen und Unfällen. Dabei muss besonders auf die Zunahme der alkoholbedingten Vergiftungen bei jungen Menschen hingewiesen werden. Besonders im Kinder- und Jugendalter werden Einstellungen und Verhaltensweisen geprägt, die sich im Erwachsenenalter verfestigen. Die meisten Jugendlichen machen ihre ersten Erfahrungen mit Alkohol schon im Alter von circa 14 Jahren. Unter den 16- bis 19-Jährigen haben nahezu alle Jugendlichen alkoholische Getränke wenigstens einmal konsumiert. In den vergangenen Jahren hat der frühe und riskante Alkoholkonsum unter Kindern und Jugendlichen deutlich zugenommen. Alkohol ist für junge Menschen besonders gesundheitsgefährdend. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Konsum und Missbrauch alkoholischer Getränke durch Kinder und Jugendliche nur dann möglich ist, wenn ihnen Erwachsene die Getränke verkaufen oder schenken. Auch hier enthält das Jugendschutzgesetz klare Regelungen. Danach ist jede Abgabe von Alkohol an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren verboten. Jugendliche unter 18 Jahren dürfen Branntwein, branntweinhaltige Getränke und Lebensmittel, die Branntwein in nicht nur geringfügiger Menge enthalten, in der Öffentlichkeit weder erhalten noch konsumieren. Die Bestimmungen richten sich in erster Linie an Gewerbetreibende, Veranstalter und Personen mit Erziehungsaufgaben. Bei Bekanntwerden von Verstößen gegen das Abgabeverbot von Alkohol in der Öffentlichkeit muss dieser Personenkreis, aber auch jeder andere, der eventuell auf entsprechende Bitten von Jugendlichen für diese Alkohol kauft, mit empfindlichen Bußgeldern rechnen. Zudem werden inzwischen Veranstaltungen, die zum Beispiel als „Koma-, Flaterate- oder 1 Euro-Party“ beworben und damit einen Anreiz zum Alkoholmissbrauch darstellen, von Seiten der Behörden regelmäßig bereits im Vorfeld verboten.

Die Zahl der jugendlichen Raucherinnnen und Raucher im Alter von 12 bis 17 Jahren ist laut den Zahlen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung von 28% im Jahr 2001 auf 15% 2008 zurückgegangen. Dennoch ist Rauchen die häufigste vermeidbare Todesursache in den Industrieländern. Die Deutsche Krebsgesellschaft teilt mit, dass 82 Prozent der erwachsenen Raucher vor ihrem 20. Lebensjahr angefangen haben. Wer also einmal das 20. Lebensjahr erreicht hat, ohne mit dem Rauchen anzufangen, der hat gute Chancen, sein Leben lang Nichtraucher zu bleiben. Die Anstrengungen in der Tabakprävention müssen weiter fortgesetzt werden. So wurde das Abgabealter von Tabakwaren an Jugendliche am 1. September 2007 von 16 auf 18 Jahre angehoben. Zigarettenautomaten müssen seit dem 1. Januar 2009 so ausgestattet sein, dass Jugendliche unter 18 Jahren keine Zigaretten mehr am Automaten erhalten können. Kindern und Jugendlichen ist das Rauchen in der Öffentlichkeit nicht gestattet.

Für weitere Fragen zum Thema Jugendschutz steht der Jugendpfleger des Landkreises Bernkastel-Wittlich, Peter Caspers, Tel.: 06571/14289, E-Mail: Peter.Caspers[at]Bernkastel-Wittlich.de gerne zur Verfügung.