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Entsorgungszentrum des Landkreises Bernkastel-Wittlich in Sehlem: im Vordergrund die Annahmestelle für Wertstoffe und nicht gefährliche Abfälle, im Hintergrund der endgültig abgedichtete Deponieabschnitt mit Photovoltaik-Anlage.

Entsorgungszentrum des Landkreises Bernkastel-Wittlich in Sehlem: im Vordergrund die Annahmestelle für Wertstoffe und nicht gefährliche Abfälle, im Hintergrund der endgültig abgedichtete Deponieabschnitt mit Photovoltaik-Anlage.

 

„Hat man früher den Müll ‚auf die Kipp’ gefahren, so finden unsere Bürgerinnen und Bürger heute ein gut erschlossenes, an den Bedürfnissen der Abfallverwertung und des Umweltschutzes orientiertes Entsorgungszentrum des Landkreises vor. Es ist sauber, nichts riecht mehr“, blickt Landrätin Beate Läsch-Weber auf die Entwicklungen der vergangenen Jahre auf dem Gelände der ehemaligen Zentralmülldeponie in Sehlem. Im Sommer 2005 wurde die Zentralmülldeponie als Hausmülldeponie geschlossen. Seitdem werden im Deponiekörper mineralische Abfälle, zum  Beispiel belasteter Bauschutt oder Erdaushub, Straßenaufbruch oder Aschen beseitigt. Vor wenigen Wochen wurde ein neu erschlossener Deponieabschnitt mit einem Verfüllvolumen von circa 250.000 m³ in Betrieb genommen. „Ein solcher Deponieabschnitt benötigt zum Schutz des Untergrundes und des Grundwassers eine Basisabdichtung, bestehend aus einer mineralischen Dichtung, einer Kunststoffdichtungsbahn, einem Schutzvlies, einer Kies-Sand-Schutzschicht und einer Entwässerungsschicht“ erläutert der technische Leiter des Entsorgungszentrums, Stephan Müllers. Die Erschließungskosten beziffert er mit rund 1,25 Millionen Euro.

Auf einen bereits im Jahre 1985 fertig verfüllten Teilabschnitt, dem sogenannten Altkörper West, wurde in den Jahren 2008/2009 die endgültige Oberflächenabdichtung aufgebracht. Diese ist vom Aufbau her vergleichbar mit der Basisabdichtung, die den Deponiekörper nach unten hin abschließt. So verhindern die Dichtungslagen der Oberflächenabdichtung das Eindringen von Niederschlagswasser in den Deponiekörper und den Austritt von Schadstoffen in die Atmosphäre. Der Gesamtaufbau des mehrlagigen Dichtungssystems ist circa drei Meter mächtig. Die dickste Schicht ist eine zwei Meter hohe Rekultivierungsschicht aus Boden, die mit Gras eingesät worden ist.

Diese abgedichtete Fläche bleibt nicht ungenutzt. Hier und auf der Südböschung eines weiteren Deponieabschnitts wurde eine Freiland-Photovoltaikanlage errichtet. „Klimaschutz und CO²-Einsparung sind mir wichtig“, betont Beate Läsch-Weber. Sie freut sich, mit der kreiseigenen Photovoltaikanlage hierzu einen aktiven Beitrag zu leisten. Die Anlage mit insgesamt 6450 Solarmodulen kann jährlich bis zu 800.000 Kilowattstunden sauberen Strom erzeugen, was dem Strombedarf von 220 Haushalten pro Jahr entspricht. Der Betrieb Abfallwirtschaft des Landkreises erhält für den ins Netz eingespeisten Strom eine Einspeisevergütung, die in den nächsten zwanzig Jahren nicht nur die Investitionskosten der Anlage von 2,8 Millionen Euro erwirtschaften wird. Man rechnet auch mit einem Gewinn, mindestens in der Höhe der Anlagezinsen für diesen Betrag. Das Geld fließt den für die Deponienachsorge zu tätigenden Rückstellungen zu.

Die in den Deponiekörpern abgelagerten organischen Abfälle bilden während ihres Zersetzungsprozesses nicht nur Gas, das über Gasbrunnen gewonnen und aus dem in der betriebseigenen Verstromungsanlage ebenfalls Energie erzeugt wird. Es fallen pro Jahr auch durchschnittlich 30.000 m³ belastetes Sickerwasser an. Dieses wird vor der Einleitung in die kommunale Kläranlage in Rivenich in der auf dem Deponiegelände befindlichen betriebseigenen zweistufigen Abwasserreinigungsanlage biologisch und mit Aktivkohle chemisch-physikalisch vorgereinigt. Zur Verbesserung der Reinigungsleistung wurde die Aktivkohle-Adsorptionsanlage in 2009 erweitert.

Besonders weist die Landrätin hin auf die zu Beginn des Jahres 2009 in Betrieb genommene Annahmestelle für Wertstoffe und nicht gefährliche Abfälle als wichtigsten Schritt in der Entwicklung zu einem kundenfreundlichen und bürgernahen Entsorgungszentrum. Die Annahmestelle wurde einem Wertstoffhof vergleichbar ausgebaut. Zur korrekten Abfalltrennung im Hinblick auf die unterschiedlichen Verwertungswege stehen zur Aufnahme der verschiedenen Abfallarten Container bereit. Dank der guten Beschilderung ist ein Fehlwurf kaum möglich. Unter anderem zum Schutz gegen Witterungseinflüsse wurde die Annahmestelle kürzlich mit einer Stahlkonstruktion überdacht.

Folgende Abfälle werden im Entsorgungszentrum in Sehlem angenommen: Restmüll, Restsperrmüll, Altholz der Kategorien A I bis A III, Altpapier und Pappe, Elektro- und Elektronikschrott einschließlich Kühl- und Gefriergeräte, Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren, Elektrospeicherheizgeräte, Altglas, Altreifen mit und ohne Felgen, Altmetall, unbelasteter Grünschnitt wie Gras, Laub, Gehölzschnitt, Stammholz, kleine Baumstümpfe und Wurzeln sowie andere verwertbare Abfälle, wie zum Beispiel Korken, CDs. Darüber hinaus können zum Entsorgungszentrum mineralische Abfälle wie belasteter Erdaushub und Bauschutt, mineralisches Dämmmaterial oder asbestzementhaltige Stoffe verbracht werden.

Das Entsorgungszentrum des Landkreises, Am Orschbach, 54518 Sehlem, ist ganzjährig geöffnet: montags bis freitags von 8.30 bis 16.45 Uhr und samstags von 8:30 bis 11.45 Uhr. Info-Telefon: 06508/335. Ansprechpartner für die Entsorgung mineralischer Abfälle ist Stephan Müllers, Tel.: 06571/14411, E-Mail: Stephan.Muellers[at]Bernkastel-Wittlich.de.