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Der Lebensmittelhersteller Dr. Oetker unterstützt den Landkreis mit 50.000 Euro. Über die Spende, überreicht vom Wittlicher Werkleiter Hans-Dieter Husch, freuen sich Landrat Gregor Eibes (r.) und Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Jörg Teusch (l.).

Als die Unwetterkatastrophe im Juli 2021 über Rheinland-Pfalz hereinbrach, heulten in vielen Orten die Sirenen. Doch die auf den Dächern öffentlicher Gebäude montierten Sirenen sollen in erster Linie die Feuerwehr in Alarmbereitschaft versetzen. Für die Alarmierung der Bevölkerung im Katastrophenfall sind sie nutzlos. Damit in einem solchen Fall auch die Bürger besser gewarnt und informiert werden, schafft der Landkreis Bernkastel-Wittlich nun mobile Geräte an.

Als Konsequenz aus der Unwetterkatastrophe soll im ganzen Land ein leistungsstarkes Sirenenwarnsystem aufgebaut werden. „Bis das aber soweit ist, wird noch einige Zeit ins Land gehen“, erklärt Jörg Teusch, Brand- und Katastrophenschutzinspekteur im Landkreis Bernkastel-Wittlich, Es gibt zwar bereits Warn-Apps wie Kat-Warn, damit erreichen die Katastrophenschützer bisher aber nur rund zehn Prozent der Bevölkerung. Zudem haben viele Menschen ihr Mobiltelefon nachts auch noch ausgeschaltet und je nach Schadenslage kann auch das Mobilfunknetz ausfallen.

Auch die Reichweite konventioneller Lautsprecher, die auf Einsatzfahrzeugen montiert sind, haben ihre Grenzen. Sie strahlen nur nach vorne ab. Menschen in oberen Stockwerken hinter mehrfachverglasten Fensterscheiben erreicht man über diese herkömmlichen Lausprecher womöglich nicht.

Außerdem werden die Ansagen bisher von einem Beifahrers in Endlosschleife in ein Mikrofon gesprochen. Eine Warnmeldung vom Band abzuspielen, ist also bisher nicht möglich.

Um die Reichweite der Durchsagen im Katastrophenfall zu erweitern, wollen Landkreis und Verbandsgemeinden in Abstimmung mit der Stadt Wittlich nun leistungsstarke Warnsysteme anschaffen. Über Kugellautsprechern, die mit einem Magneten an den Fahrzeugen angebracht werden, können professionell eingesprochene Texte vom Band abgespielt werden. Daneben können auch individuelle Warntexte aufgenommen und abgespielt werden. Das System hat sich bereits bei den Feuerwehren in Trier und Saarbrücken bewährt.

Der Landkreis schafft dieses Jahr sechs Geräte an, die Verbandsgemeinden jeweils zwei bis drei Geräte. Dank einer Spende des Lebensmittelherstellers Dr. Oetker in Höhe von 50.000 Euro kann der Landkreis jedoch noch zehn weitere mobile Alarmsysteme anschaffen. „Damit haben wir nachher 32 Anlagen. Wir sind froh dass Dr. Oetker den Katastrophenschutz im Landkreis nachhaltig mit solch einer Investition unterstützt, die präventiv für künftige Schadensfälle wirkt“, freut sich Landrat Gregor Eibes und dankt dem Unternehmen für die großzügige Unterstützung.

Landkreis und Kommunen investieren in die Anschaffung rund 158.000 Euro. Wenn in Zukunft das Land wieder ein leistungsstarkes Sirenenwarnsystem wird diese Investition nicht verloren sein, betont Teusch. Die Systeme kämen ja auch bei Unfällen auf der Autobahn sowie bei einer Vielzahl von Schadensfällen außerhalb geschlossener Ortschaften zum Einsatz.